20. 05. 2013
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Köln: Ratssitzung endete um 18:45 Uhr
Entgegen der eigenen Tradition dauerte die gestrige Ratssitzung gerade einmal viereinhalb Stunden.
Allerdings müssen noch die knapp drei Stunden vom Vormittag
hinzugerechnet werden, die der Rat für die Haushaltssitzung ab 9 Uhr
morgens benötigte. Insgesamt traten zwar wieder die alten Bruchstellen
zwischen dem rot-grünen Kernbündnis und den in Düsseldorf regierenden
Parteien CDU und FDP auf. Aber dank einer nur sieben Anträge und eine
Aktuelle Stunde umfassenden Tagesordnung war das Programm der letzten
Ratssitzung vor der Sommerpause ungewöhnlich schnell abgearbeitet.
Haushaltsbeschluss: Köln rutscht wieder in die Verlustzone
Mit dem Beschluss zum Doppelhaushalt beendete der Kölner Stadtrat die
Beratungen zu diesem Thema. Mit einem zusätzlichen Volumen von 16,7 in
diesem und 43 Millionen Euro im kommenden Haushaltsjahr hielten sich
die drei Koalitionäre vom Haushaltsbündnis fast schon auffällig zurück.
Allerdings hatte der Stadtrat in den zurückliegenden Wochen und Monaten
bereits weitreichende Beschlüsse zum Beispiel zu den
Stellenzusetzungen, aber auch zu Investitionen getätigt. So werden die
geplanten Stellenzusetzungen (die für 2009 stehen unter dem Vorbehalt
der Zustimmung des Rates im Herbst 2008) ebenso mit einem zweistelligen
Millionen Euro-Betrag zusätzlich zu Buche stehen, wie der Ankauf des
Rennbahngeländes, der weitere Ausbau des Ganztagsangebots. Auch sonst
wurden zahlreiche Wolhtaten verteilt. 12,5 Millionen für Kultur, 4,5
Millionen für ein Beschäftigungs- und Qualifizierungsprogramm, weitere
Mittel für Sportstättenunterhaltung, Jugendbeihilfe und den Verzicht
auf Schwimmbadnutzungsgebühren. Zwar weist der jetzige Haushaltsplan
für 2008 einen leichten Überschuss von 11,8 Millionen Euro aus. Aber
schon in 2009 sollen die Zeiten ausgeglichener Haushalte Schluss sein.
Gleich 102,8 Millionen sollen durch einen erstmaligen Zugriff auf die
mit dem NKF (Neues Kommunales Finanzmanagement) eingeführten
Ausgleichsrücklage gegenfinanziert werden. Bis 2011 wird der
„turnaround“ nach derzeitigem Planungsstand nicht zu schaffen sein.
Weitere Fehlbeträge sind dabei bereits jetzt eingeplant.
Flughafen, Kampf gegen Rechts, Breslauer Platz und weitere Themen
Die Ratssitzung selbst musste sich gleich zu Beginn wieder mit dem
leidigen Thema Flughafen beschäftigen. Im Ergebnis beschloss der Rat
eine Resolution, die schon am heutigen Mittwoch nach Düsseldorf
übermittelt werden soll. Lediglich die Liberalen stimmten gegen den
Textentwurf. Ihrer Meinung nach solle eine „strategische Allianz“
zwischen Stadt und Land angestrebt werden. Eine Mehrheit der Stadt Köln
ist für die FDP offenbar nicht akzeptabel. Doch trotz inhaltlicher
Übereinstimmung wurde im Vorgriff auf den bevorstehenden Wahlkampf
wieder gestichelt. SPD-Fraktionschef kritisierte die Lobbyarbeit der
Unionsabgeordneten im Landtag. Grüne und CDU hingegen war um
Klarstellung ihrer eigenen Positionen bemüht.
Weitgehende Übereinstimmung auch beim Thema Kampf gegen
Rechtsextremismus. Mit großer Mehrheit beschloss der Stadtrat, mit
allen Mitteln einen „Anti-Islamisierungs-Kongress“ verhindern zu
wollen. Oberbürgermeister Fritz Schramma erklärte die geladenen
Vertreter der europäischen „Rechten“ zu „persona non grata“. Denkbar
unglücklich für die Stadt ist der Termin selbst, denn am Tag der
Zusammenkunft findet in der Altstadt der traditionelle Weltkindertag ab.
Beim Thema Breslauer Platz beantragten die Koalitionäre von SPD und
Grünen eine Verlängerung der Erlaubnis, das blaue Zelt auf dem
Innenstadtplatz weiter bespielen zu können. Den Zusatzantrag der CDU,
die Erlaubnis für zusätzliche zwei Jahre auszusprechen, lehnte die
Parteien allerdings ab. Die Baustelle der Stadtbahn soll allerdings bis
Ende 2009 abgeschlossen sein, wie KVB-Chef Werner Böllinger und
Stadtentwicklungsdezernent Bernd Streitberger bestätigte. Die Bagger
sollen jedoch erst frühestens im Frühjahr 2011 anrücken. Mögliche
Diskrepanzen könnten auftreten, wenn der Deutsche Fußball-Bund sich für
Köln als Standort für das geplante DFB-Museum entscheiden sollte. Eine
der Auflagen ist die Bereitstellung der Fläche zum Stichtag 1. Juli
2010. So zögerte Rot-Grün, die vorgeschlagene Frist (2 Jahre), wie von
der CDU gefordert, tatsächlich zu beschließen.
Weitere Themen waren die Bewerbung Kölns zur Bundesgartenschau
(einstimmig angenommen), das geplante Kölner Haus der Kulturen
(mehrheitlich beschlossen), eine Debatte um einen neuen Leitfaden für
Aufsichtsratsmitglieder stadtnaher Gesellschaften (nahezu einstimmig
abgelehnt) sowie eine Kritik gegen die derzeit übliche
Krankenhausfinanzierung (mehrheitlich beschlossen). Das Problem
vakanter Schulleiterstellen im Primarbereich wird wohl noch weiter
bestehen, denn der Stadtrat lehnte städtische Anreize zum Beispiel bei
der Bezahlung von Leitungspersonal mit den Stimmen der „Kölschen
Volksfront (SPD, Grüne, Linke) ab. Zurückgezogen wurden der
Offenlagebeschluss für die Halle 11 im Kölner Rheinauhafen, die
Erweiterung des Bürgerservice in den Bürgerämtern (neue Beratungsrunde
in den BVs) sowie die Neufassungen der Satzungen zu Friedhofsgebühren,
Friedhöfen sowie der Hauptsatzung. Auch die beantragte Mehrstelle für
den Integrationsrat und den Jahresabschluss der städtischen Bühnen
wurde von der Verwaltung zurückgezogen. Auch die Wahl der
Beisitzerinnen und Beisitzer des städtischen Wahlausschusses für die
kommende Kommunalwahl muss noch eine Sitzung warten.
Weitere Artikel zur gestrigen Ratssitzung finden Sie unter:
Haushalt 2008/2009 ist beschlossene Sache
Aktuelle Stunde zum Flughafen Köln Bonn
Breslauer Platz Musical
Vakante Stellen bei Schulleiterinnen und –leitern im Grundschulbereich
Signal gegen Rechts
Vorbereitungen Bundesgartenschau






















