19. 06. 2013
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Kölner Bäder: Bürgerschaftliches Engagement soll eingebunden werden
Dies deutete sich bereits mit einer Mitteilung der Verwaltung zum vergangenen Finanzausschuss an.
Dort wurde mitgeteilt, dass der Schließungsbeschluss für die Bäder in
Rodenkirchen, Nippes und Weiden bis zum Jahr 2011 de facto vom Tisch
ist. Allerdings bedeutet der Weiterbetrieb auch einen vorläufigen
Planungs- und Baustopp für die anderen Bauvorhaben der Köln Bäder in
Ossendorf und an der Lentstraße, wie FDP-Ratsherr Ulrich Breite auf der
gestrigen Ratsdebatte kritisierte. Obwohl sich alle großen Fraktionen
„glücklich“ und „zufrieden“ mit dem Ergebnis zeigten, warfen sie sich
in fast gewohnter Manier während der Debatte gegenseitig Versäumnisse
vor. So sprach der sportpolitische Sprecher der CDU-Fraktion davon,
dass SPD und Grüne in dieser Angelegenheit „eingeknickt“ seien. „Das
Konzept der Bürgerbäder hatte keine Zukunft. Die konsequente Haltung
unserer Fraktion hat sich schließlich behauptet“, so Köhler mit
Blickrichtung Kernbündnis. Deren sportpolitische Sprecher Wolfgang
Bosbach (SPD) und Bettina Tull (Grüne) zeigten sich ebenfalls
erleichtert über die Fristverlängerung.
Bedarfsermittlung soll zukünftige Investitionen bestimmen
Mit der Entscheidung, die Betriebssicherheit der drei Bäder durch
notwendige Instandsetzungsmaßnahmen fortfahren zu lassen, hat die
Stadtverwaltung zudem auf eines der wichtigsten Anliegen in der
zurückliegenden Beteiligungsphase des Bürger-Haushalts zurück
gegriffen. Allerdings erzielte nur der Ausgabenvorschlag zum Erhalt des
Weidener Bades eine vorderen Platzierung. Mit 457 Unterstützerstimmen
bei 63 Gegenstimmen und 30 Kommentaren liegt dieser Vorschlag sogar auf
Platz Eins. Aber auch der Vorschlag mit der Nummer 5909 konnte trotz
seines späten Einreichungsdatums immerhin Rang 14 belegen. „Wir wollen
weiterhin ein funktionstüchtiges Bad, was dieses Bad momentan ist“,
begründete die Ehrenvorsitzende des TV Rodenkirchen 1898 e.V. und
Vorstand im Trägerverein „Rettet das Hallenbad Rodenkirchen“ ihren
Vorschlag. Mit wenig Abstand folgt schließlich auf Platz 16 der
Vorschlag, auch das Hallenbad in Nippes zu erhalten und zu sanieren.
Somit werden alle drei Bäder ohnehin in den kommenden
Haushaltsplanberatungen eine Rolle spielen.
Kritik an der Sportpolitik der Stadt
Vor dem Hintergrund bedrohlich hoher Zahlen an Nichtschwimmern unter
den Kindern und Jugendlichen ließen die Kritiker des Ratsbeschlusses,
dem damaligen Bäderkonzept der zum stadteigenen SWK-Konzern gehörenden
KölnBäder zu folgen, kein gutes Haar. „Wir waren von Anfang an gegen
Bürgerbäder. Die Menschen sollten Sport treiben und nicht genötigt
werden, Badbetriebe zu managen“, erläutert Ratsherr Dr. Martin Müser
vom Kölner Bürger-Bündnis. Auch CDU-Mann Köhler beschrieb das
Bürgerbad-Konzept als „Mogelpackung“ und „fixe Idee von Rot-Grün“.
Etwas differenzierter sieht es in Köln die FDP. Man habe die Signale
aus der Rede von Grünen-Ratsfrau Tull mit Wohlwollen zur Kenntnis
genommen und schließe daraus, dass bei eventuellem Mehrbedarf
zusätzlich in die Bäder investiert werden müsse. Und
Bezirksbürgermeister Bernd Schößler (SPD) aus Köln-Nippes schließlich
dankte vor allem der intensiven Zusammenarbeit mit Kölns
Sportdezernentin Dr. Agnes Klein, die die zahlreichen Vorschäge aus der
Bürgerschaft und der Bezirksvertretung Nippes in die Vorlage
eingearbeitet habe. „Der Erfolg hat nun mal viele Väter und Mütter“,
fasste Schößler sein Fazit zusammen. So soll in dem ergänzten Antrag
von Rot-Grün insbesondere das bürgerschaftliche Engagement angemessen
berücksichtigt werden. Der Stadtrat folgte diesem Antrag mehrheitlich.






















