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31. 10. 2014
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Kölner Stadtrat will Bahnhof Mülheim erhalten


06.05.2009 04:46 von:

Schlagwörter: Köln,Köln-Mülheim,Bahnhof,RRX,Rhein-Ruhr-Express,Haltepunkt,Investition,Erhalt,I

In Zeiten wie diesen sind übereinstimmende Beschlüsse im Kölner Stadtrat selten. Kommen sie doch mal vor, werden sie mit hörbarem Zähneknirschen abgenickt, nicht ohne dabei auf die Leistungen und früheren Anträge der eigenen Fraktion zu verweisen. Dank der derzeitigen Mehrheitsverhältnisse im Kölner Stadtrat geschieht dies allerdings nur bei Anträgen von SPD und Grünen. Im vorliegenden Fall geht es um den Bahnhof Köln-Mülheim mit seinen sieben Gleisen. Erst vor wenigen Jahren wurde er mit Steuermitteln in Millionenhöhe erneuert, nun droht ihm die Bedeutungslosigkeit. In dem vorliegenden Konzept des Rhein-Ruhr-Express (RRX) soll der Haltepunkt nicht mehr genutzt werden. SPD-Ratsherr Dietmar Ciesla-Baier kann die vorgebrachten Gegenargumente nicht nachvollziehen. "Die Bremsbeschleunigung ist kein Argument. Ein Wegfall dieses Haltepunktes würde dazu führen, dass sich der Pendlerverkehr auf andere Verkehrsmittel verlagert", so der SPD-Verkehrspolitiker. Auch die verkehrspolitische Sprecherin der Grünen, selbst Düsseldorf-Pendlerin, kann die Planungen nicht wirklich gut finden. Dabei ist die Strecke schon jetzt alles andere als eine gute Verbindung. "Die Heizung ist häufiger kaputt, die Toiletten defekt und die Züge sind schlecht vertaktet. Trotz dieser Schrecklichkeiten steigen die Nutzerzahlen", so die Grünen-Politikerin. Aber dass der RRX nach den vorliegenden Planungen nicht in Mülheim halten soll, hält auch sie für einen eklatanten Fehler. "Da muss noch mal neu geplant werden", forderte Tull.

Verkehrsverbünde in der Region haben bereits votiert

In den Verbündungen VRS (Verkehrsverbund Rhein-Sieg) und der Nahverkehrsverbund hatten bereits ähnlich lautende Anträge an die Deutsche Bahn AG abgeschickt. Der Vorsitzende des Kölner Verkehrsausschusses Karsten Möring beanspruchte daher auch den Urheberrechtsanspruch für diese Antrag für seine Partei, unterstützte das Anliegen aber dennoch. Allerdings warf er die Frage auf, dass eine beschleunigte Version zwangsläufig dazu führen muss, dass einige Haltepunkte der normalen Regionalbahn herausfallen. "Die Sache ist noch nicht gegessen. Das Betriebskonzept des RRX ist sehr wohl in der Lage, den Haltepunkt aufzunehmen", so Möring. Kritik an der Bundesebene übte hingegen FDP-Verkehrssprecherin Christtraut Kirchmeyer. "Bund und Bahn kommen einfach nicht in die Gänge", so ihr Urteil in dieser Angelegenheit. Dem Antrag des Kölner Kernbündnisses stimmten trotz dieser kritischen Töne – sogar die Linke bezeichnete den Antrag als "etwas eingeschlafen" – einstimmige zu.

Das Konzept des RRX sieht eine beschleunigte Version und damit eine Premiumversion im Regionalverkehr vor. Derzeitigen Planungen der Bahn AG zufolge soll mit den ersten Baumaßnahmen für den RRX erst im Jahr 2015 begonnen werden, eine Inbetriebnahme folglich erst ab dem Jahr 2023 wahrscheinlich. Im Jahr 2005 unterzeichneten die Verkehrsministerien von Bund und NRW sowie die Deutsche Bahn AG eine Rahmenvereinbarung. In den Jahren 2006 bis 2008 sollten 250 Millionen Euro an Investitionsmitteln in den Ausbau der Strecken Düsseldorf-Duisburg sowie die beiden Knotenpunkte Köln und Dortmund fließen. Ziel des Vorhaben ist es, eine 15-Minuten-Taktung zwischen den NRW-Metropolen von Köln im Süden bis Dortmund zu sichern.







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