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30. 08. 2014
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Stadtrat beschließt 13,3 Millionen Euro Nachtrag für die Jugendhilfe


20.11.2009 13:10 von:

Schlagwörter: Köln,STadtrat,Zustimmung,Mehrbedarf,wirtschaftlich,Jugendhilfe,2009,SPD,Klein

Bereits zwei Tage vor der gestrigen Ratssitzung informierte die Stadtverwaltung die Fraktionen von einem weiteren Haushaltsloch. 13,3 Millionen Euro an Mehrbedarf sind im Laufe dieses Jahres im Bereich der wirtschaftlichen Jugendhilfe aufgelaufen. "Köln erlebt einen dramatischen Anstieg der Fallzahlen und der Kosten im Bereich der wirtschaftlichen Jugendhilfe", erläuterte Schul- und Jugenddezernentin Dr. Agnes Klein bereits vor der Sitzung. Nachdem man im Vorjahr das Budget von 108,4 Millionen Euro halten konnte, ist nun mit einem 12,2-prozentigen Kostenanstieg zu rechnen. Im Vergleich zu den anderen Millionenstädten in Deutschland liege man mit dieser Kostensteigerung aber noch vergleichsweise günstig. In Berlin stiegen die Kosten für wirtschaftliche Jugendhilfe im gleichen Zeitraum um 13,3, in Hamburg um 14,1 und in der bayerischen Landeshauptstadt München sogar um 14,8 Prozent. "Seit dem vergangenen Jahr sind immer mehr Inobhutnahmen von Kindern und mehr stationäre und ambulante Erziehungshilfen notwendig geworden", führte die Beigeordnete weiter aus. Hinzu kommt zudem, dass viele Eltern und Erzieher durch entsprechende Medienberichte stärker auf die Problematik Vernachlässigung sensibilisiert sind. Für Klein ist das ein Zeichen, dass auch die eigenen Präventionsmaßnahmen "in dieser Hinsicht greifen".

"Das Ziel der SPD-Fraktion ist es, die Chancengleichheit für Kinder zu bewahren", erklärte der Kölner SPD-Chef Jochen Ott auf der gestrigen Ratssitzung, als es unter Tagesordnungspunkt 6.13. zur Aussprache kam. Während der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CDU, Karl Klipper, deutliche Kritik in Richtung Dezernentin aussprach, erhielt Klein von Ott Rückendeckung. Allerdings mahnte auch Ott an, zukünftig bei der wirtschaftlichen Jugendhilfe intensiver noch als bisher den Sinn und die Nachhaltigkeit der gewährten Erziehungshilfen zu überprüfen. "Wir brauchen ein wirkungsvolles Maßnahmenpaket, was die jetzigen Rahmenbedingungen der Erziehungshilfe kritisch durchleuchtet und den Trend stoppt", so Ott weiter. Genau wie Ott will auch Klein die bisherigen Instrumente der Jugendhilfe einer Ãœberprüfung unterziehen. Schon jetzt ist der gesamte Jugend- und Sozialetat mit einem Niveau von 1,1 Milliarden Euro der höchste seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. 122 Millionen Euro sind für wirtschaftliche Jugendhilfe vorgesehen. Einen kritischen Blick werfen die Sozialdemokraten dabei auf die Inobhutnahmen von Kindern und Jugendlichen. Sie schlagen pro Kind und Jahr mit 84.000 Euro zu Buche. Eine intensiv-ambulante Hilfe ist dagegen bereits für 25.000 Euro pro Jahr möglich. "Leider sind wir noch zu oft Reparaturbetrieb, der mit viel Geld, Bürokratie und Personalaufwand eine Unterstützungsleistung gibt, deren Wirkung in manchen Fällen auch noch zweifelhaft ist. Was wir brauchen ist eine vorausschauende Sozialpolitik", fordern die SPD-Sozialpolitiker abschließend.







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