25. 05. 2013
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Stadtrat beschließt Resolution zur U3-Betreuung in Köln
Darin wird die Landesregierung aufgefordert, die vom Bund als
Betriebskostenzuschüsse bereitgestellte Unterstützung in voller Höhe an
die Kommunen weiterzureichen.
Auslöser war neben einem Antrag der Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen im
Landtag eine fast gleichlautende Stellungnahme der drei
nordrhein-westfälischen Spitzenverbände Landkreistag, Städtetag und
Städte- und Gemeindebund. SPD-Ratsherr Dr. Ralf Heinen wiederholte
dabei die Kritik an der Landesregierung, die vom Bund bereit gestellten
Mittel nicht entsprechend in ihrem aktuellen Haushaltsentwurf verbucht
zu haben. „Die Betreuung der unter Dreijährigen ist eine riesige
Kraftanstrengung. Trotz Vorleistungen der Stadt stehen derzeit noch
immer 2700 Kinder auf der Warteliste“, so der jugendpolitische Sprecher
der Kölner Sozialdemokraten. Heinen warf der Landesregierung vor, sie
betreibe eine familienunfreundliche Politik. „Wir haben eine eklatante
Schieflage zuungunsten der Kommunen“, so Heinen weiter. „Die
Landesregierung sackt die Mittel ein, um seinen Haushalt zu
konsolidieren“, pflichtet Gabriele Schlitt, jugendpolitische Sprecherin
der Grünen, bei. Sie bezeichnete es als „Unverschämtheit“, dass die
Landesregierung die notwendigen Plätze – die Stadtverwaltung geht von
einer Versorgungsquote von 40 Prozent aus, um den gesetzlichen Anspruch
auf einen Betreuungsplatz ab 2013 zu erfüllen – nicht mitfinanzieren
wolle.
CDU und FDP erwiderten die Kritik des Kernbündnisses mit dem Hinweis
steigender Ausgaben in diesem Bereich trotz der schwierigen Finanzlage
im Land. Die Vorsitzende des Kölner Jugendhilfeausschusses Carola Blum
räumte zwar ein, dass die Deckelung der vom Land zugewiesenen U3-Plätze
zwar „nicht erfreulich“ sei, aber den finanzpolitischen Realitäten
entspreche. Ansonsten konnte sie der beantragten Resolution und dem
dahinter stehenden Argument aber wenig abgewinnen. So wendete die
CDU-Politikerin ein, dass eine nicht zweckgebundene Durchreichung der
Bundesmittel rechtlich gar nicht zulässig sei. „Das geht nur bei
Investitionszuschüssen“, so Blum. Und überhaupt sei das von der
schwarz-gelben Landesregierung geübte Verfahren angemessen. Die Mittel,
so das Hauptargument der Vertreter von Schwarz-Grün, seien noch gar
nicht beim Land angekommen. Insgesamt handelt es sich dabei um einen
Bundeszuschuss in Höhe von fast 22 Millionen Euro. „Sie sprechen in
sophistischer Spiegelfechterei über ungelegte Eier“, so das Fazit
Blums. FDP-Ratsfrau Yvonne Gebauer zirkelte den von Rot-Grün geworfenen
Ball sogar postwendend zurück. Auf den Vorwurf Heinens, NRW stehe bei
der U3-Betreuung an letzter Stelle in Deutschland, entgegnete sie: „NRW
ist bundesweites Schlusslicht. Das ist das Ergebnis SPD-Regierung“,
erklärte die Liberale. Zum Beleg des Umdenkens in der Politik zitierte
Gebauer die ehemalige nordrhein-westfälische Schulministerin Ute
Schäfer, die bereits 2005 den Ausbau von Krippenplätzen auf 80.000 als
notwendig erachtete. Den derzeitigen Plänen der Landesregierung zufolge
sollen es nun bis 2013 sogar 144.000 werden.
Auch vom linken und rechten Rand gab es Stimmen zum Thema. So mahnte
Demirel von der Linke sogar eine noch höhere Betreuungsquote für unter
Dreijährige an. „Angebot schafft Bedarf“, diese bereits mehrfach
zitierte Wendung sorge sogar für Mehrbedarf. Ihre Kritik richtete sich
gegen die Haushaltskonsolidierung der Landesregierung, die nach Meinung
der Linken auf dem Rücken der sozial Schwachen ausgetragen werde.
Vollends absurd hörte sich der Redebeitrag von pro Köln-Vertreter
Martin Brenninek an. Er verwies auf die Folgen bei jungen Welpen, die
ihrer Mutter entrissen werden. „Da kommen sie sofort mit dem Tierschutz
in Konflikt“, so die etwas abstruse Argumentation Brennineks.
Die zur Abstimmung gestellte Resolution musste zum Schluss der Debatte
allerdings erst noch verteilt werden. Alle Fraktionen, die den Antrag
nicht unterstützten, hatten eigenen Aussagen zufolge keine Kenntnis der
Resolution. Selbst Oberbürgermeister Fritz Schramma musste sich eine
umgedruckte Kopie des Wortlauts geben lassen, ähnlich erging es den
Fraktion von CDU und FDP. Mit den Stimmen von SPD, Grünen und der
Linken wurde die Resolution abschließend angenommen.






















