27. 05. 2012
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Stadtrat debattiert über Polizeieinsatz bei Anti-Islamisierungkongress
Im Rahmen einer aktuellen Stunde bestand aber ein mehrheitlicher
Konsens darüber, das Köln ein klares Zeichen gegen Rechts gesetzt hat.
Gleich zu Beginn nahm Kölns Oberbürgermeister zu den Vorwürfen
Stellung. „Einige hundert Demonstranten waren von Anfang an auf Gewalt
aus. Auch solche Leute möchte ich in Köln nicht wiedersehen“, stellte
Schramma klar. CDU und FDP unterstützten den Oberbürgermeister vorbehaltlos, zumal das Stadtoberhaupt nicht die Zulässigkeit von
Demonstrationen prüfen kann. Das sei schließlich Sache der Polizei, wie
Schramma klarstellte. An der weit überwiegenden Mehrzahl der
friedlichen Gegendemonstranten sowie deren Humor und Kreativität im
Ausdruck ihres Protestes ließen Schramma und die Vertreter der
politisch nahestehenden Parteien keinen Zweifel. Auch vonseiten der SPD
kam Lob für das Verhalten und die taktischen Entscheidungen der
Sicherheitsbehörden. „Das Verbot war notwendig, die Polizei hatte
Recht“, erklärte der Unterbezirksvorsitzende der SPD und Ratsherr
Jochen Ott. Der ließ in seinem Redebeitrag kein gutes Haar an der
Berichterstattung einzelner Medien. „Als ich am Sonntagmorgen die Welt
am Sonntag las, konnte man den Eindruck gewinnen, ich wäre bei einer
ganz anderen Veranstaltung gewesen“, kritisierte Ott den medial
vermittelten Eindruck des vergangenen Samstages. Auch die gewalttätigen
Gegendemonstranten erhielten für ihr Verhalten kein Lob, allerdings
schwächte das Argument ab, dass es sich dabei um Linksextreme handele.
„Die meisten von denen wissen gar nicht, was links ist“, erklärte Ott.
CDU und FDP stellen Links- und Rechtsextreme gleich
Diesem Argument wollten sich die bürgerlichen Parteien aber keineswegs
anschließen. Ihrer Meinung nach waren das „linksautonome Randalierer“,
wie der ehemalige Leitende Polizeidirektor und heutige
CDU-Fraktionschef Winrich Granitzka erklärte. „Wir dürfen das nicht
verschweigen: Links- und Rechtsradikalismus ist gleichermaßen
inakzeptabel“, erklärte der CDU-Ratsherr für seine Fraktion. In seinem
Lob für die friedliche Mehrheit stimmte aber auch der CDU-Vertreter der
mehrheitlichen Meinung zu, dass sich Köln mit „Zivilcourage“
präsentierte. „Köln hat deutlich gemacht, dass Rechtsextreme in dieser
Stadt unerwünscht sind“, so Granitzka weiter. Dass die „Bürgerbewegung
pro Köln“ in den Redebeiträgen der anderen Parteien nicht gut wegkam,
wurde besonders in den Ausführungen der Grünen-Fraktionschefin Barbara
Moritz deutlich. „Pro Köln ist ein jämmerliches Häufchen und keine
Bewegung. Daran hätten auch die ausländischen Gäste nichts geändert.
Rouhs’ Formation ist kontra Köln und gegen den sozialen Konsens. Ich
bin erleichtert, dass diese Saat nicht aufgegangen ist“, so Moritz. Die
gewalttätigen Proteste im Anschluss an die eigentliche Veranstaltung
hätten aber das positive Gesamtbild nicht getrübt, so die Einschätzung
der Grünen-Politikerin. FDP-Fraktionschef Ralph Sterck wies darauf hin,
dass es „pro Köln“ nicht um Islamisierung sondern um die Verunglimpfung
des Islam gehe. Das hätten die Plakate am Samstag auf dem Heumarkt
verdeutlicht. Die fast verharmlosende Meinung zu den Protesten aus den
Reihen der Linksautonomen wollte Sterck so nicht stehen lassen.
„Linksautonome sind die andere Seite der gleichen Medaille wie die
Rechtsextremen“, zitierte Sterck einen Kommentar des Bonner
Generalanzeigers. Seit dem Wochende ist für den Liberalen klar, dass
politisch motivierte Kriminalität nicht nur von rechts sondern auch von
links ausgehe. Sterck äußerte allerdings auch Verständnis für die
Taktik der Polizei. Die habe sich schließlich bereits vorab darum
bemüht, Kinder und Jugendliche aus den Reihen der gewalttätigen
Gegendemonstranten herauszuholen. Grüne und SPD sprechen hier von
möglichen Fehlern
der Polizei. Die wurden parallel zum Gegenstand einer
Landtagsanhörung, die am gleichen Tag stattfand. Schon vorab bestand
aber auch dort Konsens über die Einstellung zu Rechtsextremismus.
pro Köln will klagen / Linke verharmlost Krawalle
Erwartungsgemäß fielen die Beiträge der Linken und von pro Köln aus.
Während sich die Fraktionsvorsitzende von "pro Köln" Judith Wolter sofort in die
Opferrolle warf und Kölns Stadtoberhaupt Fritz Schramma „mangelndes
Demokratieverständnis“ und eine „schlechte Kinderschule“ vorwarf,
bezeichnete der Fraktionschef Jörg Detjen die Gewalttätigkeiten aus den
Reihen der Linksautonomen als „kindliche Aktionen“. „Links- und
Rechtsextremisten in einen Topf zu werfen ist falsch“, so Detjen, der
vor allem den Gewerkschaften und deren Rheinlandchef Dr. Wolfgang
Uellenberg-van-Dawen Lob zollte. Kontrahentin Wolter hingegen sprach
von einer „linken SA“ und einer „Kapitulation vor Gewalt“. Das
Unterhaltungsprogramm hätte ihrer Meinung nach die Demonstration auf
dem Heumarkt nicht verhindern können. Bereits am Wochenende sprach ihr
Mitstreiter Manfred Rouhs davon, das Vorgehen der Polizei von einem
Verwaltungsgericht prüfen zu lassen. Bei der nächsten Veranstaltung
will der Ober-Pro-Kölner sogar einen Richter verpflichten. „Die Kammer
muss bereit stehen, die über die Rechtmäßigkeit entscheidet“, erklärte
der Chef der inzwischen bundesweit organisierten Formation „pro
Deutschland“. Auch die Polizei will er „dazu zwingen, was ihr
gesetzlicher Auftrag“ sei, legte Rouhs auf der heutigen Sitzung nach.
Mit dieser Rechtsauffassung stand Rouhs allerdings ausgesprochen
alleine da. Nicht zum ersten Mal, seit Beginn der Legislaturperiode,
wurden die teils recht populistisch klingenden Anträge und Anfragen der
Gruppe von keiner anderen Partei auch nur ansatzweise unterstützt. Und
so geschah auch am heutigen Donnerstag das, was immer geschieht in
vergleichbaren Situation. Die große Mehrheit des Rates nahm die
Resolution an. Die wurde kurzfristig noch durch einen Antrag der Linken
ergänzt. „Pro Köln lehnte bei der abschließenden Abstimmung den
Resolutionsbeschluss nicht einmal ab, sie enthielten sich.

























