27. 05. 2012
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Stadtrat: Flora wird umgebaut
Bereits seit Jahren debattiert der Kölner Stadtrat über die Generalinstandsetzung der Kölner Flora. Nun hat der Kölner Stadtrat in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause die Generalinstandsetzung des historischen Gebäudes beschlossen. Dafür reichte eine Mehrheit aus SPD, FDP und Grünen. CDU, Rechts- und Linkspartei sowie Freie Wähler konnten sich mit ihren Änderungsanträgen nicht durchsetzen, sie wurden sukzessive und endgültig abgelehnt. Der Mehrheitsbeschluss, die von den Befürwortern als wichtige Entscheidung bezeichnet und begrüßt wurde, hat jedoch einen Haken. Und der heißt Kostenerhöhung.
15 Millionen Euro Mehrkosten in vier Jahren
Der erste Ratsbeschluss dazu fiel am 15. Mai 2007. Damals hatte die Stadt Köln per Beschluss die Verwaltung mit der Planung einer Generalinstandsetzung beauftragt. Maximaler Investitionsbetrag: 21,9 Millionen Euro. Nach einem weiteren Beschluss vom 9. Februar 2009 sollte ein Generalunternehmer per Ausschreibung gefunden werden. Doch im April des gleichen Jahres musste die Verwaltung einräumen, dass sich lediglich zwei Firmen um den Auftrag beworben, dabei allerdings kein wirtschaftliches Ergebnis vorgelegt hatten. Die Ausschreibung wurde aufgehoben und neue gestartet. Dabei wurde das wirtschaftlichste Angebot mit 32,2 Millionen Euro brutto (27,1 Millionen Euro netto) ermittelt. Ein danach beauftragter Fachplaner stellte jedoch fest, dass für die Sanierung der Flora und der geplante Teilneubau für die Unterbringung der technischen Anlagen maximal 27 Millionen Euro kosten werden.
Der Gutachter empfahl, die GU-Ausschreibung aufzuheben und die Leistung neu auszuschreiben. Er führte aus, dass "bei genauer Massenermittlung und detaillierter Leistungsbeschreibung die Risikozuschläge", die Bestandteil der bisherigen Ausschreibung waren, entfallen. Darüber hinaus sollen die im Rahmen des GU-Wettbewerbs angebotenen kostenmindernden Alternativen hinsichtlich ihrer Realisierbarkeit geprüft und in den neuen Leistungsverzeichnissen berücksichtigt werden", so die Verwaltung in der Beschlussvorlage. Am 7. Oktober vergangenen Jahres gab der Stadtrat dann erneut Grünes Licht, diesmal mit einem Kostenrahmen von 27 Millionen Euro inklusive Mehrwertsteuer. Daraufhin wurden mehr als zwei Drittel der Ausbau- und Sanierungsgewerke ausgeschrieben. Das Auftragsvolumen lag dabei bei 13,853 Millionen Euro. Inklusive der noch fehlenden Ausschreibungen konnte der Kostenrahmen zumindest auf dem Papier erst einmal eingehalten werden. Allerdings hatten die verantwortlichen die Rechnung ohne die Metallbauer gemacht. Zusammen mit den Dachdeckern ergab die Ausschreibung weitere Kostenssteigerungen in Höhe von 8,7 Millionen Euro. Gerade bei der Ausschreibung der Metallbauarbeiten ging diesmal sogar nur ein Angebot ein. Vor allem der Bereich Metallbau Fassade war mit 6,555 Millionen Euro gleich 5,2 Millionen Euro teurer als die ursprüngliche Kostenberechnung von 1,35 Millionen Euro.</p< <p> Bei einer erneuten Ausschreibung teilte die Stadt dann dieses Gewerk in zwei Teilbereiche auf. Das sollte eine wirtschaftlichere Ausschreibung mit mehr als einem Angebot ermöglichen. Die Stahlbauarbeiten an den Decken und der Metallbau an der Fassade wurden separat ausgeschrieben . Bei den Fliesen- und Plattenarbeiten sollen jetzt statt Sonderformaten (große Platten) Normformate (kleinere Platten) verwendet werden. Durch diese Maßnahmen werden Angebote im Rahmen der Kostenberechnung erwartet. Allerdings ergeben sich aus dem geplanten weiteren Vorgehen weitere Risiken, die derzeit noch nicht absehbar sind. Erst wenn alle Gewerke ausgeschrieben und vergeben wurden, lässt sich die endgültige Kostenhöhe beziffern. Für die eigenbetriebsähnliche Einrichtung Veranstaltungszentrum Köln (Köln Kongress) ergibt sich daraus eine jährliche Mehrbelastung in Höhe von 633.000 Euro pro Jahr bei 30-jähriger Nutzungsdauer und einem Zinssatz von fünf Prozent. Alternative wäre ein Neubau, allerdings wären dann bisher aufgelaufene Planungskosten in Höhe von drei Millionen Euro umsonst.
""Ich freue mich sehr über diesen Beschluss und bin stolz darauf, dass wir diesen Prozess angestoßen haben. Mit dem neuen Dach in alter Form wird eine weitere Kriegswunde geheilt und ein unansehnliches Provisorium vollendet. Köln bekommt ein architektonisches Schmuckstück in dieser wunderschönen Parkanlage", frohlockte FDP-Fraktionschef Ralph Sterck am Tag nach der Sitzung. Doch nicht alle teilten die Freude über die dritte Flora-Entscheidung des Stadtrats. So beharrte die CDU-Fraktion in ihrem Änderungsantrag auf die Einhaltung des zweiten Kostendeckels in Höhe von 27 Millionen Euro. Dazu sollte die Planung erneut geändert und auf den Kostenlimit abgestimmt werden. Links- und Rechtspartei sowie die Freien Wähler plädierten in ihren Anträgen für die von der Verwaltung vorgeschlagene Alternative. Allerdings hatten auch diese Anträge keine Chance. Die Ratsmehrheit aus SPD, Grünen und FDP hielt und setzte den Antrag durch. Dabei sparten die Befürworter der teuren Lösung samt historischem Kuppeldach nicht mit starken Worten. Der von den Kritikern eingebrachte Vorschlag zu Abriss und Neubau nannte Grünen-Fraktionsgeschäftsführer eine "Taliban-Lösung". Auch die Rolle der CDU wurde kritisch betrachtet. Die habe Anfang 2010 die Finanzplanung in die Haushaltsplanberatung geschoben und damit einen für Bauvorhaben günstigen Zeitpunkt verhindert, so der Vorwurf der FDP an die CDU. Tatsächlich sind die Baupreise im Allgemeinen und die Materialpreise für Metalle seither deutlich angestiegen.

























