25. 05. 2013
Seite drucken
Stadtrat fordert strategisches Flächenmanagement
Hintergrund des Antrags ist die zunehmende Zersiedlung und der damit verbundene Flächenverbrauch.
In einer Initiative hatte die Landesregierung und ihr zuständiger
Umweltminister ein 30 Hektar-Programm ausgerufen. Dabei soll zusammen
mit den planenden Kommunen der tägliche Flächenverbrauch, der vor
wenigen Jahren noch bei 100 Hektar pro Tag lag, auf rund 30 Hektar
reduziert werden. Für Köln müssten demnach Instrumente geschaffen
werden, die es der Stadt ermöglichen, genau dieses Ziel einer
deutlichen Reduzierung des Flächenverbrauch auch tatsächlich
umzusetzen, wie die Befürworter argumentierten.
Die CDU hingegen warf den Antragstellern vor, mit ihrem Antragstext
nicht zielführend zu sein. Statt eines neuen Konstrukts sollten die
Probleme der Vergangenheit – Klipper nannte den problematischen Ankauf
von zwei Grundstücken in Köln-Mülheim, die dem Grünzug Charlier
zugeschlagen werden sollten – in entsprechenden Einzelentscheidungen
gelöst werden. Vielmehr müsste der Verwaltung ausdrücklich gestattet
werden, Grundstücke auch zu höheren Preisen als den für Grünflächen
üblichen zu kaufen. „Das ist in ihrem Antrag nicht drin“, so der Konter
Klippers.
Unabhängig von dieser Detailkritik waren sich aber die meisten
Ratsmitglieder darüber im Klaren, dass Köln in diesem Punkt einen
Zielkonflikt hat. So werde man als eine der ganz wenigen Städte
voraussichtlich bis ins Jahr 2025 hinein einen Geburtenüberschuss und
damit auch einen entsprechenden Flächenbedarf haben. Das nun
abgestimmte Konzept soll die Stadt verpflichten, anders mit seinen
Grundstücken umzugehen, wie Grünen-Fraktionschefin Barbara Moritz
erklärte. „Wenn wir bei Baumaßnahmen in Grünflächen eingreifen, soll
der Betrag aus der sich daraus ergebenden Wertsteigerung auch für den
Ankauf neuer Grünflächen ausgegeben werden“, erklärte die
Grünen-Fraktionschefin den Ansatz des Antrags. Dem schloss sich auch
SPD-Mann Manfred Waschek an. „Ein nachhaltiger Umgang mit Flächen ist
dringend angeraten. Dabei hat die Innenentwicklung erste Priorität. Wir
müssen mit allen Mitteln um Verständnis für maßvolle Nachverdichtung
werben“, so der SPD-Ratsherr. Auch FDP-Fraktionschef Ralph Sterck
begrüßte die Entscheidung, mit neuen Ansätzen mehr Grünflächen in Köln
zu schaffen. Wie seine Vorredner auch, verwies Sterck darauf, dass dies
nur der erste Schritt sein könne. Vor dem Hintergrund der Debatten um
die südliche Vollendung des Inneren Grüngürtels wollte der liberale
Stadtverordnete aber die Verwaltung nicht ganz ohne Kritik aus der
Diskussion entlassen. Vor dem Hintergrund der Planungen, auf dem
ehemaligen Gelände der Dombrauerei einen FH-Campus zu errichten, ging
Sterck den verantwortlichen Dezernenten an. „Hier hat die
Liegenschaftsverwaltung offenbar geschlafen. Das Grundstück war
jahrelang auf dem Markt, aber nichts ist passiert“, so der
FDP-Fraktionschef in Richtung Liegenschaftsdezernent.
Der Antrag wurde gegen die Stimmen der CDU mit Mehrheit beschlossen.






















