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26. 10. 2014
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Streit um Beteiligung an Kohlekraftwerk


18.12.2010 21:07 von:

Schlagwörter: Köln,Stadtrat,Beschluss,Kohlekraftwerk,Rostock,2010,Investition,Beteiligung

Der Kölner Versorger Rheinenergie AG wird sich mit 49,6 Prozent am Kohlekraftwerk in Rostock beteiligen. In nicht-öffentlicher Sitzung hatte die Mehrheit des Stadtrates auf der jüngsten Sitzung am vergangenen Dienstag dem Ankauf des stadtnahen Versorgers zugestimmt. Die Fraktion der Grünen stimmte jedoch gegen den Kauf. "Zwar ändert sich am Gesamt-Kohlendioxid-Ausstoß durch einen Eigentümerwechsel nichts, aber die Mittel, die Rheinenergie hier investiert, stehen nun für erneuerbare Energien nicht mehr zur Verfügung," kritisierte Ratsherr Manfred Waddey, der auch Mitglied im Aufsichtsrat der Rheinenergie AG ist. Auch die Linke stimmte im Rat gegen die Beteiligung von RheinEnergie an dem Steinkohlekraftwerk in Rostock, wie Köln Nachrichten erfuhr.

Wie die Kölner Grünen nach der Ratssitzung bekannt gaben, wird die Rheinenergie AG damit eine installierte (Brutto)Leistung von rund 275 MW erwerben. Das Kraftwerk hat eine Gesamtbruttoleistung von 533 MW. Damit erhöht sich nach Darstellung der Grünen der Anteil eigenproduzierten Strom am Gesamtabsatz von einem Drittel auf dann rund die Hälfte. Zwar werde damit die "einseitige Fokussierung abgeschwächt", aber die energiepolitischen Grundsätze hin zur regenerativen und damit nachhaltigen Energieerzeugung werden damit konterkariert, meint der Grünen-Politiker. Stattdessen forderte Waddey einen weiteren Ausbau von Beteiligungen zur Erzeugung alternativer Energie. Auch sein Parteifreund Gerd Brust, ebenfalls Aufsichtsrat beim Energieversorger, ist alles andere als zufrieden mit dieser Entscheidung. Der Einstieg in die Steinkohle auch wirtschaftlich risikoreich", so Brust. Ãœblicherweise werden Kraftwerke dieser Art erst am Ende ihrer Laufzeit richtig rentabel. Kritiker nennen diesen Effekt das "goldene Ende". Die Politik der Grünen zielt jedoch darauf hin, Kohlekraftwerke mittelfristig unrentabel zu machen, erklärte Brust weiter. Trotz der zurückliegenden Investments in "grünen Strom" gefährdet das stadtnahe Unternehmen damit "die Möglichkeit, in der ersten Liga mitzuspielen", so Brust weiter.

Für die breite Kölner Öffentlichkeit scheint der Zugriff auf nicht-regenerative Energie kein Thema zu sein. Anders als etwa in Aachen, wo gerade ein Bürgerbegehren gegen die Beteiligung der Stadtwerke an einem geplanten Kohlekraftwerk in Krefeld läuft. In Bielefeld will ein Bürgerbegehren erreichen, dass die Stadtwerke ihre Anteile am AKW Grohnde verkaufen und bis 2018 auf Atomstrom verzichten. Erst im Sommer hatte ein Bürgerentscheid im bayrischen Dachau Erfolg. Danach müssen die dortigen Stadtwerke aus ihren Beteiligungen an Kohlekraftwerken in Lünen und Krefeld aussteigen. Thorsten Sterck von "Mehr Demokratie" hält eine entsprechende Aktion auch für Köln möglich.







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