27. 05. 2012
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Wallraf-Richartz-Museum bleibt Eigenbetrieb
Trotzdem stellten CDU und FDP in der heutigen Ratssitzung den Antrag,
dem Museum durch eine Änderung der Rechtsform noch mehr
Eigenständigkeit zu verleihen.
„Es geht um ein Signal, ein Museum als Gesellschaft mit beschränkter
Haftung zu erreichen“, begründete der Vorsitzende des Kulturausschusses
Dr. Lothar-Theodor Lemper den Antrag seiner Fraktion. Den rechtlichen
Bedenken seitens des politischen Gegners sowie Teilen der Verwaltung
trat der CDU-Ratspolitiker entschieden entgegen. „Schieben sie den
Schleier beiseite“, forderte Lemper und nannte die Manöver von Rot-Grün
„pseudo-intellektuelle Nebelkerzen“. Unterstützung erhielt er dabei von
den Liberalen. FDP-Vertreter Dietmar Repgen kritisierte die Untätigkeit
der Verwaltung. Zur endgültigen rechtlichen Prüfung müsse der Schritt
bei der Bezirksregierung angezeigt werden. Ein Beschluss des
gemeinsamen Antrags würde nach Prüfung durch den Oberbürgermeister
endgültig geklärt werden. Mehr als drei Jahre nach dem entsprechenden
Ratsbeschluss (September 2005) habe sich noch immer nichts getan,
betonte Repgen. Alleine durch diese Verzögerung seien dem Museum, der
dank eines engagierten Fördervereins zahlungskräftige Unterstützung im
Rücken hat, in dieser Zeit 800.000 Euro an Spenden entgangen, so Repgen
weiter.
Rechtliche Bedenken der Bezirksregierung / keine neue Sachlage
Im Fokus der liberalen Kritik stand vor allem Stadtkämmerer
Peter-Michael Soenius, der zugleich auch als Beteiligungsdezernent
fungiert. Er sehe sich in der Pflicht, der Rechtsauffassung der
Bezirksregierung zu folgen. „Ein wichtiges Interesse ist hier nicht zu
bejahen“, erklärte Soenius in Anspielung auf die Ausgründung einer
100-prozentigen Tochtergesellschaft, die das Museum dann betreiben
sollte. Aber auch politisch wurde das Anliegen von Schwarz-Grün
zurückgewiesen. Prof. Hans-Georg Bögner, kulturpolitischer Sprecher der
SPD-Fraktion, erwiderte, dass der letzte Beschluss dazu erst am 24.
April dieses Jahres getroffen wurde und die Einrichtung einer
eigenbetriebsähnlichen Einrichtung vorsah. Die wurde am 1. Juli in
Kraft gesetzt und ist als Pilotprojekt für eine Dauer von drei Jahren
geplant. „Jetzt kommen sie und bringen wieder Unruhe hinein. Der
Eigenbetrieb hat gerade mal angefangen zu arbeiten“, begründete Bögner
seine Ablehnung. Hinzu komme, dass dieser Eigenbetrieb bis zu diesem
Zeitpunkt weder eine Eröffnungsbilanz noch einen Wirtschaftsplan hat.
Beides soll nach Aussage von Prof. Georg Quander aber bis spätestens
Ende des nächsten Quartals vorliegen. „Wir werden uns beeilen“,
versprach der Kulturdezernent. Auch Peter Sörries von den Grünen wollte
die Argumente der Antragssteller nicht gelten lassen. Vielmehr
erinnerte der Kulturpolitiker der Grünen, dass der Stifterrat die
damalige Ausschreibung einer gGmbH sogar gewonnen habe, sein Engagement
aber nachträglich zurückzog. Der Anteil des Stifterrats sollte sogar 49
Prozent und nicht wie jetzt vorgeschlagen 100 Prozent betragen. „Über
Stiftungen kriegen sie das genauso gut hin“, so Sörries weiter.
Für die Verwaltung selbst bedeutet aber schon die Umstellung auf den
Eigenbetrieb einen „Systemwechsel“, wie Quander hervorhob. Diese
Umstellung, die im Falle der Bühnen der Stadt ziemlich genau zwei Jahre
dauerte, ist aber angesichts der geringeren Größe wohl etwas schneller
zu bewältigen. Der Antrag von CDU und FDP wurden allerdings von der
Mehrheit des Rates abgelehnt. Die Fortführung des Museums in der
Rechtsform der eigenbetriebsähnlichen Einrichtung ist demnach
sichergestellt.

























