20. 06. 2013
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Zustimmung zum Hafenausbau in Godorf steht noch nicht fest
Bereits einen Tag später meldete sich Grünen-Fraktionsvize Jörg Frank
zu Wort. Nun folgen auch FDP und CDU mit kritischen Tönen zum
Gutachten. CDU-Fraktionsvize und Vorsitzender im
Stadtentwicklungsausschuss Karl Klipper zeigte sich nach wie vor nicht
vom Gesamtprojekt überzeugt.
In einem Gespräch mit der Redaktion kündigte Klipper an, dass die
Fragen zum Gutachten in einer Fraktionssitzung vor Ort (geplanter
Termin Ende Juli/Anfang August) Grundlage für eine Entscheidung werden
sollen. „Wir wollen keine geschönten Gutachten. Wenn alle unsere Fragen
nachvollziehbar beantwortet werden und dabei die Wirtschaftlichkeit
objektiviert werden kann, werden wir dem Ausbau zustimmen“, erklärte
Klipper die Position seiner Fraktion. Allerdings räumte Klipper ein,
dass in der Frage der Ausgleichsmaßnahmen noch Einiges getan werden
müsse. Der CDU-Ratsherr übte dabei Kritik an Wirtschaftsdezernent Dr.
Norbert Walter-Borjans. „Der Wirtschaftsdezernent hat bislang noch
keine einzige Initiative eingebracht, die Köln nach vorne gebracht
hat“, so Klipper.
Die Stadt müsse sich entscheiden, ob sie sich alleine
als Logistikstandort positionieren wolle. Das Argument der Konkurrenz
mit anderen Binnenhäfen ließ der CDU-Mann nicht gelten. Vielmehr müssen
Entscheidungen an anderer Stelle getroffen werden. Klipper forderte
u.a. den Ausbau des ICE-Knotens in Deutz und eine Neuausrichtung des
Deutzer Hafens vor dem anvisierten Termin 2020. Zudem solle nach dem
Hafenausbau auch Schluss sein mit weiteren Bauprojekten im Kölner
Süden. „Wir haben in den vergangenen Jahren im Kölner Süden eine Menge
für die Gesamtstadt getan. Nach der Fertigstellung des Wohnprojekts in
Köln-Sürth muss Schluss sein“, forderte Klipper abschließend.
Kritik auch von der FDP
FDP-Ratsherr Dietmar Repgen wiederholte die Ablehnung seiner Fraktion
zum Hafenausbau. Auch am Gutachten selbst entzündete sich in seiner
Fraktion Kritik. So sei – trotz gegenteiligen Ratsbeschlusses – die HGK
Auftraggeber des Gutachtens. „Alleine schon aus diesem Grund bezweifeln
wir die Unabhängigkeit des Gutachtens“, argumentierte Repgen. Es gebe
aber auch Vorbehalte gegen wichtige Grundannahmen des Gutachten. „Das Ergebnis bestätigt unsere Befürchtungen hinsichtlich der
Sicherheit, der Umweltfragen und des Hochwasserschutzes. Dies gilt
insbesondere für die gesetzlich vorgeschriebenen Auflagen zur
Bereitstellung von Retentionsräumen“, erklärte der Ratsherr der
Liberalen. Seine Fraktion habe schon in der Vergangenheit statt Godorf
für einen Ausbau des Niehler Hafens ausgesprochen.
„Die geplanten 120.000 Container, die als Maximalkapazität für Godorf
eingeplant sind, werden von Niehl dorthin verschoben. Angeblich sollen
die freiwerdenden Kapazitäten in Niehl direkt wieder volllaufen durch
weitere 120.000 Container. Diese Annahme erscheint mir reichlich
unseriös. Außerdem erscheint die Kapazität Godorfs mit maximal 120.000
Containern Umschlagvolumen schon nach heutigen Maßstäben als zu klein -
ein wettbewerbsfähiger Hafenstandort sieht anders aus!". Zudem habe ein
Probelauf beim Containerumschlag in Godorf vor rund drei Jahren dazu
geführt, dass die potenziellen Kunden nicht mit der HGK im Hafen Godorf
ins Geschäft kamen, sondern zu einem offensichtlich günstigeren
Anbieter, nämlich in den Hafen Bonn, wechselten - der Versuch der
Errichtung eines Containerumschlaghafens ist damit schon damals
gescheitert“, fasst Repgen die Kritik seiner Fraktion an den
Ausführungen des Gutachtens zusammen.
Am Dienstag vergangener Woche präsentierten Oberbürgermeister Fritz
Schramma, der Verkehrsexperte Prof. Dr. Herbert Baum vom Institut für
Verkehrswissenschaften an der Universität zu Köln sowie
HGK-Vorstandssprecher Dr. Rolf Bender die Ergebnisse eines Gutachtens
zur Wirtschaftlichkeit des Ausbau. Ihr klares Urteil: Die Erweiterung
des Godorfer Hafens um ein weiteres Becken sei volks- und
betriebswirtschaftlich eine hochrentable Investition. Dieser Meinung
schloss sich am gleichen Tag auch die Industrie- und Handelskammer
(IHK) Köln an. IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Herbert Ferger forderte
umgehend von der Kommunalpolitik, Grünes Licht für den Hafenausbau zu
geben. „Die Mehrheit im Rat muss zu ihrem Wort stehen, bei erwiesener
Wirtschaftlichkeit den Ausbau des Godorfer Hafens zu beschließen. Alles
andere würde die Glaubwürdigkeit und Zuverlässigkeit des Rates in hohem
Maß erschüttern“, erklärte Ferger bereits am vergangenen Dienstag.
Zumindest eine Fraktion im Stadtrat steht hinter dem Hafenausbau. Die
SPD hatte schon immer für den Ausbau der Kapazitäten in Godorf plädiert.






















