Volksinitiative erreicht Mindestquorum
Mit dem heutigen Mittwoch konnten die Initiatoren der Initiative
verkünden, dass sich 69.267 Bürgerinnen und Bürger aus
Nordrhein-Westfalen in die Liste der Initiative eingetragen haben.
66.152 Unterstützer waren notwendig, damit die Initiative Gehör findet.
Ziel der Initiative ist eine Änderung des NRW-Kommunalwahlgesetzes.
Damit erhalten Wähler bei Kommunalwahlen in NRW in Zukunft die
Möglichkeit, bis zu drei Stimmen auf einen Kandidaten zu konzentrieren
oder Stimmen auf Bewerber verschiedener Parteien zu verteilen. Durch
dieses "Kumulieren und Panaschieren" genannte Wahlrecht können die
Wähler die Reihenfolge der Mandatsbewerber auf den Vorschlagslisten der
Parteien noch einmal ändern. In Baden-Württemberg und Bayern bereits
kurz nach dem Krieg eingeführt, hat sich dieses Wahlrecht inzwischen in
13 Bundesländern etabliert.
„Unser Erfolg zeigt, dass vielen Menschen davon überzeugt sind, dass
sich unsere Demokratie weiter entwickeln muss“, so Alexander Slonka,
Vertrauensperson der Volksinitiative. Obwohl das geforderte Wahlsystem
für die meisten angesprochenen Bürger bisher vollkommen unbekannt
gewesen sei, hätten viele sich sofort in die Unterschriftenlisten
eingetragen. „Weil die Landesregierung und fast alle Parteien sich zum
Thema ausschweigen und deshalb bisher kaum eine öffentliche Debatte
zustande gekommen ist, war die Unterschriftensammlung auch eine
besondere Leistung“, so Slonka weiter. Im Anschluss an die für den 8.
April geplanten Einreichung der Unterschriftenlisten beim Landtag wird
die Landtagsverwaltung die Unterschriften prüfen. Verläuft die Prüfung
erfolgreich, muss sich das Parlament binnen drei Monaten mit dem
Gesetzentwurf der Volksinitiative zur Änderung des Kommunalwahlrechts
befassen. Die Initiatoren der Initiative müssen dabei vom Landtag
angehört werden.
Die Chancen, tatsächlich eine Änderung des Kommunalwahlrechts
herbeizuführen, werden auch bei den Initiatoren realistisch gesehen.
Bis auf die Grünen lehnen derzeit alle Landtagsfraktionen die
Einführung des von Mehr Demokratie geforderten Wahlrechts ab. Zwar
hatten sich auch CDU und FDP für eine solche Änderung ausgesprochen,
doch das liegt bereits rund drei zurück. Beide Parteien saßen damals
noch auf den Oppositionsbänken des Landtags. Vor allem die
Christdemokraten schwenkten um und sprachen sich im vergangenen Jahr
eindeutig gegen eine Wahlrechtsänderung aus. Obwohl auch die Landes-FDP
inzwischen die Initiative eher skeptisch betrachtete, unterstützten
zahlreiche Orts- und Kreisverbände sowie die Jugendorganisation der
Liberalen (Junge Liberale) die Unterschriftenaktionen von Mehr
Demokratie.
Mehr Informationen: http://www.neues-wahlrecht.de
- Erforderliche Felder sind mit *markiert.














