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27. 05. 2012
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Eine erste Wahlanalyse: Grüne sind Wahlsieger


31.08.2009 18:15 von:

Schlagwörter: Köln,Kommunalwahlen,2009,Oberbürgermeister,Parteien,Stadtrat,Wählerbewegung,Grün

Normalerweise haben Wahlhelfer und Wahlvorstände sowie das Gros der städtischen Mitarbeiter, die bei den gestrigen Kommunalwahlen im Dienst waren, nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis frei. Aber das galt nicht für die Arbeitsgruppe Wahlen, die noch in der Nacht eine erste Wahlanalyse sowie Aussagen zu Wählerwanderungsbewegungen erarbeitet hat. Die Ergebnisse dieser ersten Untersuchung des Kölner Wählerverhaltens ergab in absoluten Zahlen eine deutliche Zunahme. So stieg die Zahl der Wahlberechtigten seit 2004 um rund 33.000. Über 22.000 Bürgerinnen und Bürger nutzten in diesem Jahr das Stimmrecht. Rein rechnerisch, und das ist eine der wesentlichen Erkenntnissen der Wahl, haben damit die Grünen alleine fast den gesamten Zuwachs an Wählerstimmen absorbiert. Der nähere Blick zeigt jedoch, dass die Grünen nicht nur die eigene Klientel mobilisieren konnten. Sie schafften es sogar, besonders viele Stimmen von der SPD (3100) und – etwas überraschend – von der CDU für sich zu gewinnen. Die Christdemokraten hingegen verloren alleine rund 12.200 Stimmen an die Gruppe der Nichtwähler. "Die CDU hatte ein Mobilisierungsproblem", so die klare Aussage der Statistikexperten.

Insgesamt bezeichnete Hubertus Tempski, stellvertretender Leiter des Kölner Ordnungsamtes, in dessen Zuständigkeit auch das Wahlamt fällt, die Stimmenauszählung als "unkompliziert". Angesichts der Tatsache, dass im Vergleich zur Europawahl im Juni die Zahl der "Stimmen" sich aufgrund des Wohlmodus bereits um den Faktor 3 erhöht hatte. Um 22:18 Uhr waren alle Stimmbezirke und Briefwahlbezirke ausgezählt. 375.446 Wahlberechtigte nahmen an den Wahlen teil, wahlberechtigt waren 764.878 (Wahlbeteiligung: 49,1 Prozent). Größere Probleme habe es nicht gegeben, einzig die teilweise etwas träge Übermittlung der Wahlergebnisse per Telefon haben zu Verzögerungen geführt.

Eine weitere Querschnittanalyse versuchte bestimmte Konvergenzen von soziostrukturellen Kriterien wie Einkommen, Bildung oder Hartz-IV-Anteil herauszufinden. So wählten zum Beispiel die Bürger der eher "reicheren Stadtteil" eher Parteien aus dem konservativ-bürgerlichen Spektrum. SPD, Linke und pro Köln hingegen befinden sich nach Ansicht der Wahlanalysten in einer direkten Konkurrenzsituation um Wählerpotentiale. Die Grünen hingegen wurden vor allem von der gut verdienenden Mittelschicht gewählt. Dass die ehemalige Ökopartei inzwischen längst auch in etablierten gesellschaftlichen Schichten fest verankert ist, dürfte aber nur wenige Statistiker wirklich überraschen. Im Gegensatz zur Europawahl im vergangenen Juni dürften aber auch die Sozialdemokraten mit den Wahlen nicht gänzlich unzufrieden sein. Zwar verloren auch sie Wählerstimmen. Aber im Gegensatz zur anderen großen Volkspartei schafften es die SPD-Wahlkämpfer in diesem Wahlgang, ihre Klientel zur Wahl zu motivieren. So gingen viele SPD-Wähler zwar zu den Grünen (7400), aber an Nichtwähler verloren die Sozialdemokraten kaum Wähler, so eine weitere Erkenntnis der Wahlanalyse. Das erklärt zudem das Endergebnis, wonach die SPD mit knappem Vorsprung (27,99 zu 27,89 Prozent) erneut stärkste politische Kraft in Köln ist.

Vier Personen mussten während ihres Wahlamtes aufgrund von Verletzungen ihren Dienst quittieren. Nach Rücksprache mit dem städtischen Rechtsamt konnte Tempski aber berichten, dass die Personenschäden durch die städtische Versicherung abgedeckt sei. In einem Fall brach sich eine Wahlhelferin während der Radfahrt in ihrer Pause den Arm. Sie musste nach ihrem Unfall in einem Krankenhaus behandelt werden. Insgesamt 7200 Wahlhelfer sorgten so für einen fast reibungslosen Ablauf der Kommunalwahlen. Eine eher positive Anekdote wusste Stadtsprecherin Inge Schürmann zu berichten. Bei den Europawahlen haben ganz offenbar zwei Wahlhelfer unterschiedlichen Geschlechts Gefallen aneinander gefunden. Sie hatten sich auch für die Kommunalwahlen wieder bei der Stadt mit dem Wunsch gemeldet, zusammen "Dienst zu tun", berichtete Schürmann abschließend.

Die detaillierten Daten zur Kommunalwahl 2009 finden Sie auf den städtischen Internetseiten unter: www.stadt-koeln.de.







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