27. 05. 2012
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Knapper Sieg für Bietmann im Bundestagswahlkreis Köln II
„Einer mit Ecken und Kanten“, wie er sich selbst einstuft.
Nun setzt der 54-Jährige, der direkt gegenüber des Kölner Gürzenich
eine Kanzlei betreibt, erneut zum Sprung auf die große Politikbühne an.
Bei der Nominierungsveranstaltung der Christdemokraten am gestrigen
Donnerstag kehrte der CDU-Politiker auf die politische Bühne zurück.
Mit 168 zu 146 Stimmen setzte sich Bietmann in der Stichwahl gegen
seine Konkurrentin Dr. Sandra Kossmann durch. Der Stern des gewieften Politikers begann im Dezember 2002 mit der
Abstimmungsniederlage beim geplanten Verkauf der GAG im Stadtrat zu
sinken. 2003 musste sich Bietmann sogar ganz aus der Fraktionsführung
zurückziehen. Auch sein Bundestagsmandat war nicht von langer Dauer.
2005 verlor er den Kampf um das Direktmandat im Wahlkreis Köln II gegen
seine SPD-Konkurrentin Dr. Lale Akgün. Nach den jahrelangen
Auseinandersetzungen, insbesondere mit seinem Gegenspieler Richard
Blömer, wurde es ruhiger um Bietmann. Lediglich der Posten als
Vorsitzender des Aufsichtsrates der RheinEnergie AG blieb dem
54-Jährigen.
Die Reaktionen zur Rückkehr Bietmanns fallen geteilt aus, auch in der
Resonanz der Lokalpresse. So betonte die Könische Rundschau vor allem
die Art und Weise mit der der Polit-Routinier seine beiden Kontrahenten
in die Schranken wies. Neben Kossmann trat auch Dr. Andreas Reimann an.
Doch nur Kossmann, die auch von anderen CDU-Größen unterstützt wurde,
schaffte es in die Stichwahl. Dem 54-Jährigen bescheinigte die Zeitung,
dass der „glänzende Redner“ nicht zu letzt durch seine Taktik, auch die
vielen CDU-Mitglieder aus dem Kölner Süden in ihrer Ablehnung des
Hafenausbaus in Godorf, die Mehrheit der Mitglieder auf seine Seite
ziehen konnte. Der Kölner Stadt-Anzeiger ging darauf fast gar nicht
ein. In deren Bericht ging es vor allem um eine Wirtschafts- und
Politikberatungsfirma namens PKR, an der auch andere Politgrößen wie
Friedhelm Ost oder Georg Wilhelm Adamowitsch beteiligt sind.
Vorsitzender des Beirats ist der ehemalige Bundesminister und
NRW-Ministerpräsident Wolfgang Clement. Die Beratungsfirma wurde nach
dem Ausscheiden Bietmanns aus dem Bundestag gegründet, sollte der
CDU-Politiker tatsächlich wieder in das deutsche Parlament einziehen,
würde er sich aber von seinen Anteilen wieder trennen.
Im Bezirksrathaus Chorweiler wählten die Wahlkreismitglieder der CDU
bereits zu Beginn der Woche den amtierenden Schatzmeister der
Kreispartei Artur Tybussek zu ihrem Wahlkreiskandidaten für den
Bundestagswahlkreis 96 (oder Köln III). Tybussek wurde von 90,8 Prozent
der Mitglieder gewählt. Bereits zuvor wurde mit Ursula Heinen die
CDU-Kandidatin für den Bundestagswahlkreis 94 – Köln I bestimmt.

























