27. 05. 2012
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Kölner Sozialdemokraten erneuern Aufruf zu anderer Wahlzusammenlegung im Sommer 2009
Nach einem am Dienstag vergangener Woche gefassten Kabinettsbeschluss
der Landesregierung soll die Kommunalwahl im kommenden Jahr auf den
Termin der Europawahlen (7. Juni 2009) vorgezogen werden. Unmittelbar
nach dem Kabinettsbeschluss hatten sowohl die Landes-SPD als auch
andere SPD-Stadtoberhäupter wie zum Beispiel Norbert Budde aus
Mönchengladbach und Bärbel Dieckmann aus Bonn die Entscheidung der
Landesregierung als „wahltaktisches Mannöver“ kritisiert. Nun legen die
Kölner Sozialdemokraten mit neuen Daten zur Wahlbeteiligung vergangener
Wahlen nach. Bereits zwei Mal in der Nachkriegsgeschichte fielen die
Termine für Kommunal- und Bundestagswahlen auf den gleichen Tag, 1976
und 1994. Und genau hier sehen die Sozialdemokraten das stärkste
Argument gegen die geplante Zusammenlegung von Kommunal- und
Europawahlen.
SPD wiederholt Vorwurf der Wahltaktik
"Je mehr Bürgerinnen und Bürger zur Wahl gehen, desto besser. Denn je
höher die Wahlbeteiligung ist, desto stärker ist die demokratische
Legitimation der gewählten Mandatsträgerinnen und Mandatsträger. Das
muss das Ziel aller Demokraten sein, wenn es um die Zusammenlegung von
Wahlterminen im kommenden Jahr geht" erklärte Landtagsmitglied Martin
Börschel, zugleich Vorsitzender der SPD-Fraktion im Rat der Stadt Köln.
Mit der höchsten Wahlbeteiligung auf kommunaler Ebene sei zu rechnen,
wenn Bundestags- und Kommunalwahl zusammengelegt würden. Am 16. Oktober
1994 - als zuletzt beide Wahlen auf einen Termin fielen - lag die
Wahlbeteiligung in Köln bei 79 Prozent. Bei den Kommunalwahlen am 26.
September 2004 gingen nur 48 Prozent der stimmberechtigten Bürgerinnen
und Bürger unserer Stadt in die Wahlkabinen. Bei den letzten
Bundestagswahlen im September 2005 lag die Wahlbeteiligung bei immerhin
76 Prozent, bei der Europawahl 2004 waren es hingegen nur 40 Prozent.
"Wer möglichst viele Kommunalwählerinnen und -wähler mobilisieren will,
kommt an einer gebündelten Kommunal- und Bundestagswahl nicht vorbei",
so Börschel weiter.
Ein zweites Argument ergibt sich nach Meinung der Landesopposition aus
der Gemeindeordnung. Durch die Vorverlegung auf einen Termin im
Frühsommer würden im kommenden Jahr über fünf Monate lang die alten und
neuen Bürgermeister und Räte parallel im Amt sein, weil die laufende
Legislaturperiode offiziell erst im Herbst endet. „Aber um die
Interessen der FDP durchzupeitschen, die von einer niedrigen
Wahlbeteiligung profitieren will, soll durch einen massiven Eingriff in
die Kommunalverfassung diese zeitliche Überlappung zu Recht gebogen
werden", kritisierte der SPD-Politiker. Dabei liege der Termin für die
Bundestagswahl 2009 „zeitlich optimal“ zu den geplanten Kommunalwahlen,
so Börschel abschließend.
Wahlbeteiligung in Köln:
Gebündelte Kommunal- und Bundestagswahl 1994: 79 Prozent
Kommunalwahl 2004: 48 Prozent
Europawahl 2004: 40 Prozent
Bundestagswahl 2005: 76 Prozent

























