27. 05. 2012
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Kölner wählen CDU zur stärksten Partei
703.353 wahlberechtigte Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt waren am heutigen Sonntag dazu aufgerufen, sich an den Wahlen zum 17. Bundestag zu beteiligen. 70,1 Prozent folgten der Einladung des Bundeswahlleiters, fünf Prozentpunkte weniger als vor vier Jahren. Damit folgte Köln dem Bundestrend, der ebenfalls einen deutlichen Rückgang bei der Wahlbeteiligung auswies. Doch die Freude von CDU und FDP konnte das nur wenig schmälern. Insbesondere die Liberalen erzielten mit einem Ergebnis von 14,7 Prozent auf Bundesebene das beste Ergebnis seit ihrer Gründung. Nie zuvor hatte die FDP mehr Stimmenanteile gewinnen können. Ähnlich ging es auch den anderen kleinere Parteien im Bundestag. Die Linke schaffte rund zwölf Prozent Stimmenanteil, die Grünen kamen auf etwas mehr als zehn Prozent. Weil aber die CDU mit 33,8 Prozent halbwegs glimpflich davon kam, wird in Berlin aller Wahrscheinlichkeit nach eine schwarz-gelbe Koalition die jetzige Regierung ablösen. An der Spitze der Bundesregierung wird wohl Bundeskanzlerin Angela Merkel im Amt bleiben. Die eindeutigen Verlierer der Wahl sind die Sozialdemokraten. Die älteste Partei Deutschlands musste mit gerade mal 23,1 Prozent das schlechteste Ergebnis der bundesrepublikanischen Geschichte hinnehmen.
In Köln konnten sich zumindest drei SPD-Mitglieder als Gewinner fühlen. Die bisherigen Bundestagsabgeordneten Martin Dörmann, Dr. Rolf Mützenich und Prof. Dr. Karl Lauterbach werden auch in den kommenden vier Jahren in Berlin ihr Mandat ausüben. Im Gegensatz zur Wahl 2005 musste die SPD aber ein Direktmandat an den politischen Kontrahenten abgeben. Dr. Michael Paul übernahm ab ungefähr 21 Uhr die Führung im Wahlkreis 95 (Köln II). Die SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Lale Akgün musste trotz eines engagierten Wahlkampfes und etlicher Termine dem CDU-Ratspolitiker den Vorrang lassen. Nach Auszählung von 333 der 337 Stimm- und Briefwahlbezirke in den Stadtbezirken Innenstadt, Lindenthal und Rodenkirchen lag der CDU-Kandidat mit knapp 4500 Stimmen vor der Konkurrentin. Zwischenzeitlich wurde es auch für den SPD-Gesundheitsexperten Lauterbach knapp. Kurz vor Ende der Auszählung lag der SPD-Kandidat aber dann doch mit mehr als 2000 Stimmen vor seinem Konkurrenten Dr. Thomas Portz von der CDU. Die anderen beiden SPD-Kandidaten Dörmann und Mützenich hatten hingegen von Anfang in Führung gelegen und ihre Direktmandate bis zum Schluss sicher verteidigt.
In Köln überholte die CDU die SPD als stärkste politische Kraft. Kurz vor Mitternacht lag die CDU mit einem Stimmenanteil von 27,7 Prozent der Zweitstimmen deutlich vor der SPD, die in der Domstadt auf 26 Prozent kam. Dritte Kraft war wie schon bei den Kommunalwahlen die Grünen mit knapp 16,8 Prozent. Der Vorsprung vor der FDP schmolz jedoch deutlich dahin, die Liberalen erzielten in der Domstadt einen Anteil der Zweitstimmen von etwas mehr als 15,6 Prozent. Vom Bundestrend profitieren konnte auch die Linke, die in Köln auf 8,9 Prozent der Zweitstimmen kam. Von den kleineren Parteien legte die Piratenpartei mit fast 11.000 Stimmen und einem Anteil von 1,9 Prozent einen beachtenswerten Start hin. Alle anderen Parteien erreichten jeweils weniger als ein Prozent der Stimmen.
Die Ergebnisse der Kölner Wahl zum Bundestag finden Sie auf den städtischen Internetseiten unter: www.stadt-koeln.de.

























