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27. 05. 2012
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Landtagswahl 2010: Spannend ohne Ende


10.05.2010 11:26 von:

Schlagwörter: NRW,Köln,Landtag,Landtagswahlen,2010,CDU,SPD,FDP,Grüne,Linkspartei

Bei den gestrigen Landtagswahlen haben sich CDU und SPD ein Kopf-an-Kopf-Rennen geliefert. Die Christdemokraten blieben nach Angaben der Landeswahlleiterin mit rund 6000 Stimmen vor den Sozialdemokraten, auch wenn beide Parteien im neuen Düsseldorfer Landtag mit jeweils 67 Abgeordneten vertreten sind. Neben den erdrutschartigen Verlusten der CDU (mehr als zehn Prozent Verluste) hatte auch die SPD in NRW Stimmenanteile verloren und damit das zweitschlechteste Wahlergebnis ihrer Geschichte in NRW ausgewiesen. Nahezu verdoppelt hatte sich der Stimmenanteil der Grünen. Die hatten sich im Vorfeld das ehrgeizige Ziel gesetzt, im bevölkerungsreichsten Bundesland ein zweistelliges Ergebnis zu erzielen. Folgerichtig brach riesiger Jubel aus, als die Ergebnisse der ersten Hochrechnung über die Ticker liefen.

In Köln gab es zwar auch heftige Stimmenverluste, allerdings konnte die Partei wie schon bei den vergangenen Landtagswahlen auch in diesem Jahr wieder drei der sieben Direktmandate erringen. Dass es im Kölner Süden (Wahlkreis 13) derart knapp zuging, war so nicht vorhersehbar. Mit rund einem Viertel der Stimmen errang die Kölner Fraktionsvorsitzende der Grünen, Barbara Moritz, in diesem Wahlbezirk zwar ein beachtliches Ergebnis. Allerdings konnte auch sie nicht verhindern, dass CDU-Kandidatin Andrea Verpoorten mit nur etwas mehr als 31 Prozent der gültigen Stimmen den Wahlkreis für die CDU eroberte. Ingrid Hack, bislang für die SPD als Direktkandidatin im Düsseldorfer Landtag, musste sich um am Ende doch etwas mehr als ein Prozentpunkt geschlagen geben. Knapp wurde es auch im Kölner Nordwesten. Dort musste CDU-Politiker Christian Möbius lange Zeit Sorge haben, ob er sein Mandat wiedererlangen kann. Am Ende war es auch hier mehr als ein Prozentpunkt, den sich Möbius gegen seinen Konkurrenten von der SPD, Tayfun Keltek, sichern konnte.

Erfahrungsgemäß werden die Wahlergebnisse nun erst einmal in den Parteigremien zur Diskussion gestellt. So hatte es auch Hannelore Kraft auf entsprechende Nachfragen am heutigen Montagmittag in Berlin bekannt gegeben. Enttäuschung dagegen bei den Liberalen. Parteichef Guido Westerwelle bestätigte, dass man das eigene ehrgeizige Wahlziel deutlich verfehlt habe. Statt der geplanten zweistelligen Zustimmung liege man nun fast auf dem Niveau des Wahlergebnisses aus dem Jahr 2005. Katzenjammer auch bei der CDU, obwohl sich am späten Sonntagabend abzeichnete, dass die Christdemokraten im Land NRW doch die stärkste Partei im Landtag bleiben. In einer Telefonbefragung des Fernsehsenders n-tv hatte sich eine knappe Mehrheit (53 Prozent) für das Experiment "Rot-Rot-Grün" entschieden, 47 Prozent befürworteten eine Große Koalition. Letztgenannter Option steht allerdings der entschiedene Will der SPD-Spitzenkandidatin Hannelore Kraft entgegen, das Amt der Ministerpräsidentin anzustreben.


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