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27. 05. 2012
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OB-Kandidaten in Sachen Kultur einig


18.08.2009 09:52 von:

Schlagwörter: Köln,Kommunalwahl,2009,Wahlkampf,OB-Kandidaten,Roters,Kurth,Sterck

(js) Die typischen großen Wahlversprechen blieben aus, doch scheint die Kultur bei den Oberbürgermeisterkandidaten von SPD/Grünen, CDU und FDP gut aufgehoben zu sein. Jürgen Roters, Peter Kurth und Ralph Sterck stellten sich am Montag Abend im überfüllten Vortragssaal des Kölnischen Kunstvereins rund 200 interessierten Kölnerinnen und Kölnern, viele von ihnen aus der Rubrik "Kulturschaffende". Eingeladen hatte der Kölner Komment, eine erst im Mai gegründete Notgemeinschaft, die die Kultur in der Domstadt vor dem drohenden Fall ins Nichts bewahren will. Glaubt man dem Trio der OBs in spe, hat es noch nie vor so einer großen Menschenmenge podiumsdiskutiert – das spricht zumindest für das Engagement der Angesprochenen.

  Gemeinsame Basis der Kandidaten ist die Aussage, dass Kultur ein wichtiger Faktor für das Leben in der Stadt – und besonders in Köln – ist. Alle begrüßten den Kulturentwicklungsplan und alle waren sich darin einig, dass der Kulturetat nicht gekürzt und bestehende Strukturen nicht zerstört werden dürfen. Lediglich Roters mahnte realpolitisch und allgemein an, dass in Zeiten der Mittelknappheit auch gespart werden müsse. Einigkeit auch, dass ein Projekt wie die "Akademie der Künste" verwirklicht werden müsse, die 500.000 Euro dafür seien "zu leisten", so Kurth. Gleichzeitig forderten sie nicht nur dafür mehr Mittel von Bund und Land. Köln sei die einzige deutsche Großstadt, die alle ihre Kulturinstitutionen aus eigenen Mitteln finanziere. Gürzenich-Orchester, das Rautenstrauch-Joest-Museum für Völkerkunde und das Museum für Ostasiatische Kunst müssten wegen ihrer Qualität und Einmaligkeit in NRW vom Land zumindest ko-finanziert zu werden. Ob Sterck und Kurth dafür wirklich ihre "Parteifreunde in der Düsseldorfer Landesregierung in die Pflicht nehmen" können, bleibt abzuwarten.

  Unisono auch die Kritik an der Selbstdarstellung der Stadt, bei der die Bewerbung um den Titel "Kulturhauptstadt Europas 2010" negativ nachwirkt. Aktuell der Ärger um den geschenkten Erweiterungsbau für das Stadtmuseum. Einstimmig verteidigten Roters, Kurt und Sterck den Ratsbeschluss, das Geschenk der Stifter auch mit Auflagen anzunehmen: "Nachdem die Stifter zehn Jahre lang von der Verwaltung hingehalten wurden, durften wir sie nicht länger im Stich lassen. "Damit war auch ein gemeinsames Feinbild gefunden: Die Verwaltung. Alle versprachen, deren Arbeit und insbesondere die Umsetzung von Ratsbeschlüssen künftig besser zu kontrollieren. Das gilt auch für die Verwirklichung des Kulturentwicklungsplanes und des Leitbilds 2020.

  Große Meinungsunterschiede waren eher die Ausnahme. Während Kurth etwa einen anhaltenden Abwanderungswillen nach Berlin feststellt, beobachtet Roters eine neue Aufbruchstimmung: "Viele wollen anpacken." Er war auch der einzige, der einen konkreten Arbeitsschwerpunkt nannte: Er will Köln als Musikstadt fördern. Dass das nicht auf Kosten anderer Genres gehen solle, ging allerdings in der anschließenden Diskussion mit Publikum etwas unter. Fragen mussten sich die Kandidaten dann auch nur wenigen stellen – sie waren langfristig schon für einen Anschluss-Auftritt gebucht und beendeten die Veranstaltung.







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