27. 05. 2012
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Däne gewinnt Radklassiker "Rund um Köln"
Nach der witterungsbedingten Absage im Vorjahr und dem Rückzug des Milram-Team im Vorfeld des diesjährigen Radklassikers "Rund um Köln" konnten die Organisatoren dennoch mit dem Ausgang des Rennens zufrieden sein. Der Däne Martin Pedersen gewann zwei Tage vor seinem 26. Geburtstag das 205,1 Kilometer lange Rennen vor der neuen Skyline von Köln, dem Rheinauhafen. Er setzte sich im Sprint an der Spitze einer zwölfköpfigen Spitzengruppe mit etwas mehr als einer Radlänge vor dem ehemaligen T-Mobile-Profi Eric Baumann (Rostock) und Matthias Belka aus Cottbus durch. Der Rennverlauf selbst war geprägt von ständigen Angriffen und Attacken an der Spitze. Lange Zeit führte ein Duo mit Harald Totschnig, dem Bruder des unter Dopingverdacht stehenden ehemaligen Gerolsteiner-Profis Georg Totschnig, und dem Polen Jacek Morajko. Letzterer kam allerdings gar nicht erst im Ziel an. Die letzten Kilometer konnte sich dann eine zunächst 14-köpfige Spitzengruppe vom Feld absetzen und bis kurz vor Köln einen Vorsprung von knapp einer Minute herausfahren. Als es dann auf die letzten drei Runden innerhalb des Kölner Stadtgebiets ging, sank der Vorsprung der inzwischen auf zwölf Mann zusammengeschrumpften Spitzengruppe auf die dreiköpfige Verfolgergruppe auf rund 30 Sekunden ab. Im Zeil waren es dann wieder 39 Sekunden. Das Hauptfeld mit den restlichen 48 Fahrern erreichte mit einem Rückstand von 1:28 Minuten das Ziel.
Unmut über Entscheidung der Organisatoren
Im Vorfeld der Veranstaltung sorgte die Entscheidung des Veranstalters für Unmut unter den Radprofis. Vor allem aus dem Team Milram hörte man kritische Stimmen. Deren Teamchef Gerry van Gerwen konnte diesen Schritt nicht nachvollziehen. Das Team um Nachwuchsprofi Linus Gerdemann musste bereits im vergangenen Jahr auf einen Start verzichten. Neben dem Milram-Team blieben somit auch zahlreiche andere Radprofis der Spitzenklasse dem Rennen fern. Die Entscheidung stand auch vor dem Hintergrund, den Radsport wieder ein Stück weit weg vom Kommerz zu führen, wie die Verantwortlichen vor dem Rennen meinten. Allerdings fand dieser Ansatz bei Radsportexperten nicht unbedingten Beifall. Radprofi Jens Voigt, der das Rennen als Ehrengast mit eröffnete, erklärte gegenüber dem WDR-Fernsehen, dass die Entscheidung etwas kursichtig gedacht sei. "Nicht jeder, der in der Nationalmannschaft fährt, ist auch ein Gutmensch", so der 34-jährige Radprofi und mehrfache Tour de France-Etappensieger.
In den Vorjahren gaben sich in der Domstadt am verlängerten Osterwochenende klangvolle Namen die Ehre. In der Reihe der Teilnehmer waren unter anderem der deutsche Radsprinter Eric Zabel, aber auch der italienische Sprintstar Alessandro Petacchi mindestens einmal in Köln dabei. Allerdings waren die vergangenen Jahre vor allem von einem Rückzug der Sponsoren geprägt. Die hatten sich nach diversen Skandalen im Profiradsport nicht mehr bereit erklärt, das Radrennen in Köln zu unterstützen. So stieg bereits vor der letztjährigen Ausgabe der langjährige Hauptsponsor DEVK aus. Im vergangenen Jahr kam auch noch Pech hinzu, als am Morgen des Ostermontags eine Schneefront die Straßen des Bergischen Landes unpassierbar machte. Organisator Artur Tabat stand damals kurz vor dem finanziellen Ruin, schließlich mussten die gesamten Vorbereitungen bezahlt werden. So entschloss sich in diesem Jahr unter anderem auch der Kölner Stadtrat dazu, dem Organisationsteam einen Zuschuss in Höhe von 50.000 Euro bereit zu stellen.
Hier sehen Sie Eindrücke vom diesjährigen Radklassiker "Rund um Köln":
Das Endergebnis des Rennens finden Sie: hier.

























