27. 05. 2012
Seite drucken
Gay Games 2010: Noch rund 2000 Freiwillige gesucht
Es soll ein besonderer "spirit†von diesem Event ausgehen, ein Zeichen für Freiheit und Toleranz und die Respektierung sexueller Vorlieben weit über die Stadt- oder Landesgrenzen hinaus. Am 31. Juli dieses Jahres beginnen die Gay Games 2010. In 35 Disziplinen werden insgesamt rund 10.000 schwule und lesbische Sportlerinnen und Sportler aus mehr als 70 Nationen teilnehmen. Mehr als 9500 haben sich bereits angemeldet, wie die Organisatoren am heutigen Montag bei einer Pressekonferenz bestätigten. Die wichtigste Botschaft der Veranstaltung war allerdings eine andere: Die Organisatoren der Games Cologne gGmbH suchen noch rund 2000 Freiwillige. "Wir liegen gut im Zeitplan", erklärte der Leiter des Volunteer-Managements, Sascha Hüllen. Seinen Optimismus begründet der Cheforganisator des Freiwilligendienstes mit den 1061 Anmeldungen, die bereits bei den Veranstaltern des Sportevents eingegangen sind. "Wir befinden uns in der letzten Phase der Vorbereitung", ergänzte die Co-Präsidentin des Veranstalters, Annette Wachter. Hoffnungen auf einen Schub machen sich die Verantwortlichen auch, weil am kommenden Wochenende der diesjährige Christopher Street Day in Köln seinen Abschluss findet. Alleine auf der Abschlussparade hat sich der Veranstalter fünf Wagen reservieren lassen, um auf die Veranstaltung hinzuweisen. Auf rund 100 Metern Länge werden die Hunderttausende Gäste, die sich am kommenden Sonntag in der Kölner Innenstadt die bunte Parade anschauen wollen, mit den Gay Games konfrontiert. Auch beim Kartenverkauf könne man noch deutlich zulegen. 5000 bis 6000 Karten für die Eröffnungsfeier im RheinEnergie-Stadion habe man bereits veräußert, so Wachter weiter.
Bereits jetzt haben die Veranstalter 1061 Freiwillige für sich gewinnen können. Rund 300 verschiedene "jobs" sind zu vergeben. Voraussetzung ist, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mindest 16 Jahre alt sein müssen und mindestens einen Tag den Gay Games widmen. Dabei ist die sexuelle Vorliebe völlig egal, wie Organisator Hüllen betonte. Während unter den Gebärdendolmetschern (regelrechte Gay Games-Junkies") und bei den Freiwilligen zur Eröffnung bereits viele Freiwillige Interesse bekundet haben, sind Sportarten, die in Deutschland eher unbekannt sind, weiterhin unterbesetzt. Auch für das so genannte "Reserveheer" sucht Hüllen noch Unterstützer. Aber auch hier sieht Hüllen wenig Probleme. "70 Prozent der Freiwilligen ist es ziemlich egal, wo sie eingesetzt werden", erklärte Hüllen. Bei den Werbemaßnahmen setzen die Organisatoren vor allem auf das Internet. Auf der eigenen Internetseite gibt es sogar die Möglichkeit, eigene Profile anzulegen und so auch auf diesem Weg Kontakt zu Gleichgesinnten aus anderen Ländern aufzunehmen. Eine Belohnung gibt es selbstverständlich auch. Eine Woche vor Beginn der Spiele planen die Organisatoren gleich zwei Partys. Auf Monkey Island und im Bootshaus werden die Freiwilligen kostenlos mitfeiern dürfen. Für die letzte Phase haben sich die Organisatoren zudem die Hilfe des bekannten Karikaturisten und Comic-Zeichners Ralf König gesichert. Der will mit seinen Cartoons, die fortan auf den Internetseiten der Gay-Gamer abrufbar sind, den humorigen und den ernsthaften Aspekt miteinander kombinieren.
Bei aller Weltoffenheit und Unterstützung, die den Verantwortlichen in Köln zuteil wurde, darf nicht vergessen werden, dass so viel Toleranz keineswegs selbstverständlich angeht. "Selbst 200 Kilometer östlich von Berlin wird es für Homosexuelle bereits schwierig", erinnerte Hüllen. In Ländern wie Pakistan, China oder Indonesien müssen die Betroffenen sogar damit rechnen, dass ihre körperliche Unversehrtheit nicht mehr gewährleistet ist. In Uganda wird Homosexualität sogar als Kapitaldelikt sanktioniert. Darauf steht dort die Todesstrafe. Hüllen weiß aber auch, dass sich mit der Stärkung des Toleranzgedankens und den dabei vermittelten Eindrücken eine Menge erreichen lässt. Über den Transmissionsriemen Sport auch politisch aktiv zu werden, ist keine Seltenheit. Nicht anders hat der Dialog mit dem DFB angefangen. Inzwischen sendet der DFB-Präsident höchstpersönlich Grußworte, wenn in Köln ein Come-Together-Cup organisiert wird. Gerade im Fußball gibt es jedoch noch immer eine Menge Vorbehalte. In der vermeintlichen Männerdomäne tut man sich deutlich schwerer als in anderen Sportarten. Die Damen sind da ein ganzes Stück weiter. Erst vor wenigen Tagen hat im Kölner Rathaus die deutsche Nationaltorhüterin Ursula Holl ihre Lebensgefährtin geehelicht. Und kaum einer hat sich darüber aufgeregt.
Weitere Informationen zu den bevorstehenden Spielen der Gay Games 2010 finden Sie auch im Internet unter: www.games-cologne.de.

























