27. 05. 2012
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Großes Finale im Super Bowl 2006
Das ist Teil des neuen TV-Vertrages mit der NFL Europe. Für die ARD,
die in Detroit, Michigan, mit einem eigenen Produktionsteam vertreten
ist, was das Premiere. Der deutschsprachige Ex-NFL-Spieler und
Superbowl-Gewinner Tom Nütten wurde als Co-Moderator verpflichtet. Die
Teams Seattle Seahawks und Pittsburgh Steelers traten gegeneinander an.
Seattles Quarterback Matt Hasselberg weiß, dass die Pittsburg Steelers
von Anfang an als Favoriten galten, „aber noch sei ja alles offen“
erklärte Seattles wichtigster Aufbauspieler vor dem Finale.
Der Ort des großen Finales in Detroit
Vor rund 70.000 Zuschauern in der Ford Arena und ca. 8. Millionen
Zuschauern an den Fernsehern startete das Spiel. Kick off durch die
Seahawks, die gleich in den ersten Minuten durch die Steelers gestoppt
wurden. Gefolgt von einem Laufspiel gewannen die Seahawks dann 10
yards. Runningback Shaun Alexander machte ein unglaubliches Laufspiel
von fast 45 yards, aber den Pass von Quarterback Hasselberg konnte er
nicht mehr fangen - somit unvollständig. Da blieb den Seahawks nur noch
ein Field goal. Aber erst das 2. Field goal durch Josh Brown brachte
den Seahawks die wichtigen 3 Punkte, nachdem sie schon einige Chancen
vertan hatten.
Im zweiten Viertel schien es nicht besser zu laufen für Seattle, doch
die Steelers mit ihrem noch sehr jungen Quarterback Ben Roethilsberger
(23), sowie dem erfahrenen Runningback Jerome „the bus“ Bettis, der in
seiner Heimatstadt Detroit wohl sein letztes großes Spiel gestaltete,
holten auf. Dann ein Touchdown von den Seahawks, der aber von den
Schiedsrichtern nicht anerkannt wurde, weil Darell Jackson seinen
Gegenspieler kurz berührt hatte. Das wurde als Regelverstoß gedeutet.
Eine verwirrende Entscheidung, aber das Wort des Schiedsrichters gilt.
Die Seahawks waren weiter vom Pech verfolgt. Versemmelte Field Goals
von Josh Brown, kaum Yard Gewinne durch Ballverluste – es sah nicht gut
aus. Dann der erste Touchdown der Steelers. Anfangs war unklar, ob der
Ball tatsächlich über der Linie war, oder erst nachträglich
nachgeschoben wurde. Die Entscheidung nach längerer Prüfung mit
Videobeweis durch die Schiedsrichter war eindeutig. Der Touchdown wurde
anerkannt. Spielstand 7:3 für die Steelers. Schock für die Seahawks,
zumal der eigene Touchdown nicht anerkannt wurde.
In der zweiten Halbzeit sollte es für Seattle nicht besser werden.
Gleich in den ersten Minuten schlugen die Steelers zu. Touchdown durch
Willi Parker nach einem sensationellen Lauf von 75 Yards. Eine
großartige Leistung. Hasselbergs Passspiel auf Jerome Stevens brachte
den ersehnten Touchdown für die Seahawks. Neuer Spielstand 14:10. Im
dritten Viertel zeigt Pittsburgh wiederholt Stärke. Touchdown!
Spielstand 21:10. Es wurde eng für die Seahawks. Hasselbergs Bemühungen
scheiterten. Im Finale dann auch noch ein Fehlpass. Hasselberg hatte in
den gesamten Playoffs und in 155 Versuchen keinen Fehlpass geworfen.
Das tat weh. In der Schlussphase konnten die Seattle Seahawks das
Steuer nicht mehr herumreißen. Selbst ein Touchdown wäre lediglich
Ergebniskosmetik gewesen. Insgesamt war der Sieg der Pittsburgh
Steelers, die eine großartige Leistung gezeigt haben, verdient.
Ein überglücklicher Jerome Bettis stand gerührt am Spielfeldrand. Es
war sein letztes Spiel nach 14 Jahren Profi-Karriere und er krönte
seine Laufbahn mit dem Super Bowl. Das hätte er sich nicht träumen
lassen. Heimlicher Stars aber waren Ben Rothlisberger und Jerome „the
Bus" Bettis. Mit nur 23 Jahren holte Rothlisberger zusammen mit seinem
Team die begehrte Trophäe nach Hause und das, obwohl ihm viele grobe
Fehler unterliefen. Doch das zählte zum Schluss nicht mehr. Hasselberg
– sichtlich geknickt – hatte trotzdem eine gute Leistung gezeigt.
Headcoach Bill Cowher, der schon die obligatorische Gatorade-Dusche
über sich ergehen ließ, gerührt bei der Siegerehrung: "Das hat mich
stolz gemacht. Wir haben eine ganz spezielle Mannschaft und ein ganz
spezielles Trainerteam. Ich bin so glücklich, dass wir dieses Baby
jetzt mit nach Hause nehmen dürfen." Er streckte die
"Vince-Lombardi-Trophäe" in die Höhe und gab sie an Jerome „the Bus"
Bettis weiter. Der ließ seinen Gefühlen nun freien Lauf. Für ihn war
das der größte Triumph seiner Laufbahn.
Wieder ein fantastisches Ereignis ist zu Ende gegangen. Steve Wonder heizte so richtig ein. Soul Ikone Aretha Franklin sang mit Glen Neville von den Neville Brothers die US Nationalhymnde und in der Halbzeit rockten die Rolling Stones. Hollywood lässt grüßen, aber so lieben es die Amerikaner. Wie Jürgen Weber (Vorstand Lufthansa) so treffend sagte: „Wir können von den Amerikanern noch viel lernen!"
Text: Martina Uckermann

























