27. 05. 2012
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Kinderolympiade mit Prominenz und Preisen
Zwischen 600 und 700 Kindern waren nach Köln-Müngersdorf gekommen,
nicht ganz die Hälfte von ihnen nahm zudem an den verschiedenen
Wettkämpfen teil. Neben Disziplinen aus der Leichtathletik gab es auch
Boxen, Fechten, Prellball und einige andere Sportarten. Keine Geringere
als die Doppel-Olympiasiegerin im Frauen-Hochsprung Ulrike
Nasser-Meifarth sprach eine Art olympische Erklärung (der Olympische
Eid ist den wahren Olympioniken vorbehalten) und stimmte die zahlreiche
Kinder damit auf einen spannenden Wettkampftag ein. Auch Kölns
Sportdezernentin Dr. Agnes Klein und der ehemalige Regierungspräsident,
begeisterte Marathon-Läufe und Vizepräsident der Deutschen Olympischen
Gesellschaft Jürgen Roters waren bei der morgendlichen Eröffnung dabei.
Mehr Engagement für den Breitensport gefordert
Die Veranstalter des Olympischen Festes machen dabei keinen Hehl
daraus, dass sie sich insbesondere von den Multiplikatoren, aber auch
von Eltern etwas mehr erhofft haben. Möglicherweise machte auch die
trübe und kühle Witterung den Hoffnungen der Veranstalter einen Strich
durch die Rechnung. Dr. Jürgen Lahrs, Vorsitzender Sport im KT, und
Verbandspräsident Horst Maas zeigten sich trotzdem zufrieden. Dass die
Jubiläumsolympiade überhaupt stattfinden konnte, stand zwischenzeitlich
auf des Messers Schneide, wie Maas verriet. Doch vor allem die
Aktivitäten des Sportförderers Roters ermöglichten dann den Sport, auch
die Sporthochschule überließ große Teile ihres Sportparks zu einem
Freundschaftspreis und trugen so ihren Teil zur Veranstaltung bei. Aber
trotz 5000 Flyer, die an den Kölner Schulen verteilt wurden und einer
eigens für die Veranstaltung vorangestellten Schulung von
Multiplikatoren wie Sportlehrer (29 Teilnehmer) ließen sich nur sehr
wenige Schulklassen blicken.
Der siebenjährige Philipp kam zusammen mit seinem jüngeren Bruder auf
die Sportanlage, um sich unter anderem in Sachen Geschwindigkeit messen
zu lassen. Mit 3,24 Sekunden im fliegenden Start war er auch ganz
zufrieden. Der Kölner Grundschüler ist allerdings „vorbelastet“, ist er
doch aktives Mitglied im benachbarten Leichtathletikverein ASV Köln. An
seiner Schule wurde die Information, dass es so etwas wie eine
Kinderolympiade gibt, zumindest verbreitet. Aber der junge
Nachwuchssprinter wäre ohnehin nach Müngersdorf gekommen, schließlich
trainiert er ohnehin in der Kindergruppe des ASV.
Sportvereine klagen über Änderungen der Rahmenbedingungen
Beispiele wie die des jungen Philipp gibt es leider viel zu wenige.
„Wir haben mit mindestens 1000 Besuchern gerechnet“, so die Erwartung
der Organisatoren. Immerhin war die Veranstaltung trotz Wettkampf
bewusst offen gehalten. Möglichst viele Nicht-Vereinsmitglieder sollten
so an den Sport herangeführt werden, lautete das Konzept der
Organisatoren. Aber die immer wieder beklagte Bewegungsmüdigkeit der
nachwachsenden Generation war auch bei der Kinderolympiade spürbar.
Auch die Schuleingangsuntersuchungen des Gesundheitsamtes lassen
bislang keine Trendwende erkennen, wie der Geschäftsführer des
Stadtsportbunds Köln (SSBK) Rolf M. Kilzer erläuterte. Dabei ist gerade
der Breitensport, überhaupt die Bewegung im Spiel die Grundlage auch
für sportliche Höchstleistungen, weiß nicht nur Kilzer. Aber die Kinder
müssen auch an solche Angebote herangeführt werden.
Hier sehen die Veranstalter vor allem die Eltern in der Pflicht. Und
die seien in zunehmenden Maße „träge“, so die Erfahrungen des
KT-Sportvorsitzenden Lahrs. Schließlich sei auch die Politik in der
Pflicht. Vor besondere Probleme stelle der zuletzt forcierte Offene
Ganztag den Vereins- und auch den Breitensport. „Die fehlen uns in den
Vereinen“, weiß Maas aus zahlreichen Gesprächen. Und neue Turnhallen
seien auch nicht gebaut worden, legt der KT-Präsident nach. Sein
Vorstandskollege Lahrs bemängelt zudem das mangelnde öffentliche
Interesse seitens der großen Medien. Möglicherweise lag der Grund für
die mangelnde Präsenz der großen Kölner Medien aber auch am Termin
selbst. Trotz aller Kritik hatten die Organisatoren aber auch jede
Menge Spaß an der Veranstaltung. „Wenn man etwas für Kinder tun kann,
ist das schön“, so Maas abschließend.
Veranstalter der zehnten Kinderolympiade – die erste fand 1972 nach der
Olympiade von München statt – ist der inzwischen 132 Jahre existierende
Turnerverband Köln 1876 e.V.. Im KT sind nach derzeitigem Stand 141
Vereine aus der Region Köln organisiert, davon 81 auf Kölner
Stadtgebiet, je 28 im Rheinisch-Bergischen und im Rhein-Erft-Kreis.
Weitere Informationen zum Kölner Turnverband finden Sie im Internet unter: www.turnverband-koeln.de.
Impressionen der Kinderolympiade finden Sie in der Bildergalerie.

























