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27. 05. 2012
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Kinderolympiade mit Prominenz und Preisen


25.01.2009 20:10 von:

Schlagwörter: Köln,Kinderolympiade,Schulen,Köln-Müngersdorf,KT 1876 e.V.,Turnverein,Sporthochs

Zwischen 600 und 700 Kindern waren nach Köln-Müngersdorf gekommen, nicht ganz die Hälfte von ihnen nahm zudem an den verschiedenen Wettkämpfen teil. Neben Disziplinen aus der Leichtathletik gab es auch Boxen, Fechten, Prellball und einige andere Sportarten. Keine Geringere als die Doppel-Olympiasiegerin im Frauen-Hochsprung Ulrike Nasser-Meifarth sprach eine Art olympische Erklärung (der Olympische Eid ist den wahren Olympioniken vorbehalten) und stimmte die zahlreiche Kinder damit auf einen spannenden Wettkampftag ein. Auch Kölns Sportdezernentin Dr. Agnes Klein und der ehemalige Regierungspräsident, begeisterte Marathon-Läufe und Vizepräsident der Deutschen Olympischen Gesellschaft Jürgen Roters waren bei der morgendlichen Eröffnung dabei.

Mehr Engagement für den Breitensport gefordert

Die Veranstalter des Olympischen Festes machen dabei keinen Hehl daraus, dass sie sich insbesondere von den Multiplikatoren, aber auch von Eltern etwas mehr erhofft haben. Möglicherweise machte auch die trübe und kühle Witterung den Hoffnungen der Veranstalter einen Strich durch die Rechnung. Dr. Jürgen Lahrs, Vorsitzender Sport im KT, und Verbandspräsident Horst Maas zeigten sich trotzdem zufrieden. Dass die Jubiläumsolympiade überhaupt stattfinden konnte, stand zwischenzeitlich auf des Messers Schneide, wie Maas verriet. Doch vor allem die Aktivitäten des Sportförderers Roters ermöglichten dann den Sport, auch die Sporthochschule überließ große Teile ihres Sportparks zu einem Freundschaftspreis und trugen so ihren Teil zur Veranstaltung bei. Aber trotz 5000 Flyer, die an den Kölner Schulen verteilt wurden und einer eigens für die Veranstaltung vorangestellten Schulung von Multiplikatoren wie Sportlehrer (29 Teilnehmer) ließen sich nur sehr wenige Schulklassen blicken.

Der siebenjährige Philipp kam zusammen mit seinem jüngeren Bruder auf die Sportanlage, um sich unter anderem in Sachen Geschwindigkeit messen zu lassen. Mit 3,24 Sekunden im fliegenden Start war er auch ganz zufrieden. Der Kölner Grundschüler ist allerdings „vorbelastet“, ist er doch aktives Mitglied im benachbarten Leichtathletikverein ASV Köln. An seiner Schule wurde die Information, dass es so etwas wie eine Kinderolympiade gibt, zumindest verbreitet. Aber der junge Nachwuchssprinter wäre ohnehin nach Müngersdorf gekommen, schließlich trainiert er ohnehin in der Kindergruppe des ASV.

Sportvereine klagen über Änderungen der Rahmenbedingungen

Beispiele wie die des jungen Philipp gibt es leider viel zu wenige. „Wir haben mit mindestens 1000 Besuchern gerechnet“, so die Erwartung der Organisatoren. Immerhin war die Veranstaltung trotz Wettkampf bewusst offen gehalten. Möglichst viele Nicht-Vereinsmitglieder sollten so an den Sport herangeführt werden, lautete das Konzept der Organisatoren. Aber die immer wieder beklagte Bewegungsmüdigkeit der nachwachsenden Generation war auch bei der Kinderolympiade spürbar. Auch die Schuleingangsuntersuchungen des Gesundheitsamtes lassen bislang keine Trendwende erkennen, wie der Geschäftsführer des Stadtsportbunds Köln (SSBK) Rolf M. Kilzer erläuterte. Dabei ist gerade der Breitensport, überhaupt die Bewegung im Spiel die Grundlage auch für sportliche Höchstleistungen, weiß nicht nur Kilzer. Aber die Kinder müssen auch an solche Angebote herangeführt werden.

Hier sehen die Veranstalter vor allem die Eltern in der Pflicht. Und die seien in zunehmenden Maße „träge“, so die Erfahrungen des KT-Sportvorsitzenden Lahrs. Schließlich sei auch die Politik in der Pflicht. Vor besondere Probleme stelle der zuletzt forcierte Offene Ganztag den Vereins- und auch den Breitensport. „Die fehlen uns in den Vereinen“, weiß Maas aus zahlreichen Gesprächen. Und neue Turnhallen seien auch nicht gebaut worden, legt der KT-Präsident nach. Sein Vorstandskollege Lahrs bemängelt zudem das mangelnde öffentliche Interesse seitens der großen Medien. Möglicherweise lag der Grund für die mangelnde Präsenz der großen Kölner Medien aber auch am Termin selbst. Trotz aller Kritik hatten die Organisatoren aber auch jede Menge Spaß an der Veranstaltung. „Wenn man etwas für Kinder tun kann, ist das schön“, so Maas abschließend.

Veranstalter der zehnten Kinderolympiade – die erste fand 1972 nach der Olympiade von München statt – ist der inzwischen 132 Jahre existierende Turnerverband Köln 1876 e.V.. Im KT sind nach derzeitigem Stand 141 Vereine aus der Region Köln organisiert, davon 81 auf Kölner Stadtgebiet, je 28 im Rheinisch-Bergischen und im Rhein-Erft-Kreis.

Weitere Informationen zum Kölner Turnverband finden Sie im Internet unter: www.turnverband-koeln.de.
Impressionen der Kinderolympiade finden Sie in der Bildergalerie.







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