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27. 05. 2012
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Köln-Nippes bewegt sich


01.04.2009 23:55 von:

Schlagwörter: Köln,Köln-Nippes,Übertragung,Sport,Metropolen,Projekt,Bewegung,Sportangebote,Ve

Ungewöhnliche und neue Kooperationen zwischen Menschen, denen eines gemeinsam ist: Sport treiben. Das ist das Ziel des mit Landesmitteln initiierten Projekts "Sport in Metropolen". Nachdem Köln im Stadtbezirk Mülheim erste positive Erfahrungen bei der Vernetzung der verschiedenen Akteure aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen gesammelt wurden, sollen die Kenntnisse nun auf den Stadtbezirk Nippes übertragen werden. Neue Turnhallen oder Sportplätze werden damit nicht automatisch errichtet, die Vernetzung der Akteure untereinander für mehr Sportangebote aber nachhaltig verbessert, versprechen sich die Initiatoren von Stadt und Stadtsportbund. Eine Koordinierungsstelle im Bezirksrathaus sowie ein Sachkostenzuschuss aus dem Etat des Sportamtes in Höhe von 15.000 Euro stellen dabei lediglich eine Art Anschub dar. Ziel ist es, die Sportangebote im Stadtbezirk intensiver miteinander zu vernetzen, gemeinsam neue Projekte zu entwickeln und somit für Nachhaltigkeit zu sorgen, beschrieb Sportdezernentin Dr. Agnes Klein auf einer Pressekonferenz im Bezirksrathaus Nippes den Ansatz dieses Vorhabens. Rüdiger May, ehemaliger Boxprofi und zusammen mit seinem Bruder Thorsten Betreiber eines Trainingsstudios im Kölner Norden, weiß aus eigener Erfahrung, welche überraschenden neuen Kooperationen aus einer solchen Initiative erwachsen können.

Positivbeispiel aus Mülheim

Zu welchen konkreten Kooperationen und Vernetzungen eine Initiative wie "Sport in Metropolen” führen kann, darüber konnte Frauke Rossdeutscher, Vorsitzende des Rollstuhlclubs RSC Köln e.V., berichten. Angeregt durch die Netzwerkarbeit entstand eine inzwischen fest etablierte Partnerschaft, bei der Menschen mit körperlichen Behinderungen regelmäßig in den Trainingsräumen des Boxclubs der Gebrüder May auftreten. Die beiden ehemaligen Box-Profis betreiben seit Jahren im Kölner Norden ein Trainingscamp. Was auf viele Unbedarfte noch heute etwas fremd wirkt, ist dort seit inzwischen gelebte Realität, gemeinsame Trainingseinheiten von Nicht-Behinderten und Behinderten in einem Raum. "Viele unserer Kunden fragen inzwischen sogar, wann die Mitglieder des RSC wieder trainieren. Sie sind einfach fasziniert, mit welchem Engagement und Eifer sie die Übungen ausführen", beschreibt Rüdiger May die praktischen Auswirkungen. Sein Bruder Thorsten hatte sich bereits vor Jahren dem Projekt "Sport in Metropolen" als Pate angeboten und warb fortan mit seinem Namen für Kooperationen genau dieser Art. Seit 2005 wirken die Projektpartner Stadt Köln, Deutsche Sporthochschule und Stadtsportbund (bzw. Stadtbezirkssportbünde) an gemeinsamen Projekten zusammen, nachdem zwei Jahre zuvor mit dem Start des Projektes überhaupt erst einmal eine Bestandsaufnahme stattfand.

Organisierter Sport vor neuen Herausforderungen

Das aber war dringend notwendig. Schließlich muss sich auch der Vereinssport auf die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts einstellen. Sportdezernentin Dr. Agnes Klein spricht in diesem Zusammenhang von einer grundsätzlichen "Ökonomisierung" von immer mehr Lebensbereichen. Man verlange Professionalität, will aber immer weniger dafür zahlen, so der offenkundige Widerspruch. Das hat Konsequenzen für die Kölner Sportvereine, nicht nur im Kölner Norden. Volker Staufert, Präsident des Stadtsportbundes Köln, weiß um die Nachwuchssorgen der Kölner Sportvereine. Damit sind nicht die Kinder- und Jugendmannschaften gemeint. "Finden Sie mal ehrenamtliche Unterstützer für Vereinsarbeit", beschreibt der SSB-Präsident das Problem vieler Sportvereine. Zwar hat die Landesregierung mit einer generellen Versicherungslösung für Ehrenamtler und einem so genannten Landesnachweis für das Ehrenamt erste Schritte in Richtung sinnvoller Rahmenbedingungen getan. Aber das Ehrenamt im Sportverein lässt sich nun mal nicht alleine in schlichten Kategorien von Versicherungsschutz oder Bewerbungsqualifikation messen. "Da steckt viel Herzblut drin, ein Stück gelebte Nächstenliebe halt", so Staufert. Und Nippes ist nach Mülheim, wo das Projekt bereits mehrere Positivbeispiele wie das des RSC aufweisen kann, der zweite Kölner Stadtbezirk, in der das Konzept der Vernetzung von Stadt, Sportvereinen und anderen Akteuren aus den Sozialräumen und Vororten nun umgesetzt werden soll.

So trafen sich nach der offiziellen Pressekonferenz knapp 100 Sportinteressierte aus dem gesamten Stadtbezirk zu einer Podiumsdiskussion, in der das Konzept der Vernetzung von den Verantwortlichen noch einmal erläutert wurde. Die zum Teil mangelhaften Infrastrukturen, gerade im Stadtbezirk Nippes klagen die Sportvereine über viel zu wenig öffentliche Sportflächen und Turnhallen, können mit dem Programm nicht wirklich verbessert werden, dafür reichen die eingesetzten Gelder nicht, sehr zum Bedauern von Bezirksbürgermeister Bernd Schößler. Sportdezernentin Klein will damit aber die bestehenden Ressourcen besser vernetzen und dadurch wenigstens die Kenntnis der Anbieter untereinander verbessern. Als Beigeordnete denkt sie dabei auch an den Ausbau von Sportangeboten an Kindertagesstätten und Schulen, beides fällt schließlich in ihren Zuständigkeitsbereich. Für die Vereine könnte ein Zugewinn an neuen Mitgliedern und Kleinsponsoren herauskommen, wie SSB-Präsident Staufert hofft. Insbesondere hier besteht inzwischen ein erhebliches Manko. Der Stadtsportbund geht davon aus, dass inzwischen drei Viertel aller Sporttreibenden in Köln außerhalb eines Vereins ihrem Sport nachgehen. Zumindest darauf hat der SSB inzwischen reagiert und sich organisatorisch auf die neuen Herausforderungen eingestellt. Dabei gibt es inzwischen kaum noch ein Projekt in der Domstadt, dass sich im engeren oder weiteren Sinne mit Bewegungs- und damit Gesundheitsförderung beschäftigt und dabei ohne Beteiligung des Stadtsportbundes oder seiner Bezirkssportverbünde auskommt.

Das Koordinierungsbüro in Köln-Nippes wird zukünftig im Bezirksrathaus Nippes, Neusser Straße 450, 50733 Köln unter der Telefonnummer: 0221 / 221 – 95301 erreichbar sein. Die Präsenzzeiten liegen jeweils am Dienstag zwischen 15 und 17 Uhr. Erste Ansprechpartnerin ist Frau Sandra Wlotzko. Außerhalb der Präsenzzeiten ist das Sportamt der Stadt Köln Ansprechpartner. Die Telefonnummer des Netzwerkbüros lautet: 0221 / 221-31250. Per Mail sind die Ansprechpartner in beiden Fällen erreichbar unter der E-Mail-Adresse:

sport-in-metropolen@stadt-koeln.de.







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