27. 05. 2012
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Nach erneutem Dopingfall stellen ARD und ZDF ihre Live-Berichterstattung ein
Die Probe stammt aus einer Trainigseinheit am 8. Juni dieses Jahres.
Das gab am heutigen Mittwoch der Bund Deutscher Radfahrer (BDR)
bekannt. Der BDR war von der Nationalen Anti-Doping-Agentur NADA über
den positiven Analysebefund mit dem erhöhten Testosteronwert informiert
worden. Sinkewitz wird nach seinem Unfall bei der Tour de France in
einem Hamburger Krankenhaus behandelt. Der 26-Jährige war mit einem
Zuschauer zusammengestoßen und hatte sich schwere Gesichtsverletzungen
zugezogen. Er befindet sich derzeit in einem Hamburger Krankenhaus.
ARD und ZDF setzen Berichterstattung aus
Am Mittwoch Mittag trafen sich dann ARD-Programmdirektor Günter Struve
und ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender, um über die Folgen zu beraten.
Sie vereinbarten, bis zur Aufklärung der Vorwürfe die Berichterstattung
über die Frankreich-Rundfahrt vorläufig auszusetzen. Vor allem auf
junge Fahrer wie den 26-jährigen Radprofi aus Fulda habe man gesetzt.
Der Ausstieg aus der Berichterstattung komme allerdings nicht
überraschend, da die Verantwortlichen bereits in den vergangenen Tagen
angedeutet hatten, dass die Berichterstattung eingestellt werde,
sollten neue Dopingvorwürfe öffentlich werden. Die Maßnahmen seien
überdies ein Beleg, dass das „neue Kontrollsystem“ funktioniere, wie
ARD-Sprecher Rudolf Ganz bestätigte. Statt der Live-Übertragung der
Radtour sendet die ARD heute ersatzweise eine Dokumentation über Doping
im Radsport, hieß es vonseiten des öffentlich-rechtlichen Senders.
Sinkewitz gibt sich fassungslos
Patrick Sinkewitz muss sich nun innerhalb von fünf Tagen dazu äußern,
ob er die Öffnung der B-Probe beantragen will. "Sollte die B-Probe den
positiven Befund bestätigen, wird der BDR die Einleitung eines
Verfahrens beim Bundessportgericht beantragen und Patrik Sinkewitz aus
allen Kadern streichen", erklärte der Verband. Die Teamleitung des
Bonner Radstalls will sein Team trotz der offensichtlichen
Doping-Verstöße nicht aus der Tour nehmen, wie Teamsprecher Christian
Frommert gegenüber der Hamburger Morgenpost erklärte. Inzwischen sei
der Nachwuchsradfahrer mit sofortiger Wirkung suspendiert, hieß es dazu
weiter. Pressemeldungen zufolge habe sich der Beschuldigte angesichts
der Vorwürfe fassungslos. Sinkewitz ist nicht der erste, der aufgrund
positiver Dopingproben aus dem Team fliegt. Kurz vor dem Giro d’Italia
wurde der ebenfalls für T-Mobil fahrende Radprofi Sergej Gontschar nach
Unregelmäßigkeiten erst suspendiert und anschließend entlassen. Ein
ähnliches Schicksal dürfte auch Sinkewitz ereilen, stellte Frommert
weiter klar.
Der so genannte T/E-Quotient (Verhältnis der Konzentration von
Testosteron zu Epitestosteron), der im Urin ermittelt wird, darf
maximal bei 4 zu 1 liegen. Liegt der Wert über dem zugelassenen
Grenzwert, müssen weitere Kontrollen eingeleitet werden (u.a.
Isotopenverhältnis-Massenspektrometrie).

























