27. 05. 2012
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Neunte Ausgabe am "Monaco" des Inlinesports
Auf einem rund vier Kilometer langen Rundkurs am Ufer des Fühlinger
Sees sowie im Start- und Zielbereich fanden an diesem Tag insgesamt
zwölf Wettbewerbe aller Altersklassen statt.
Den Anfang machte der Nachwuchs mit zwei Anfängerwettbewerben,
anschließend ermittelten die Schülerinnen und Schüler sowie die
Jugendlichen ihre schnellsten Skater. Je nach Alter mussten 436 Meter
bis fast acht Kilometer (zwei große Runden) zurückgelegt werden. Dann
kamen die Rennen der Erwachsenen mit der Stadtmeisterschaft im
Halb-Marathon (ab 15 Uhr über 21 Kilometer), die großen Skater-Preise
für Damen und Herren (jeweils 11,95 Kilometer) sowie die
Mannschaftswertungen. Nachdem es vor dem Start der ersten Rennen einige
Tropfen regnete, mussten die Organisatoren zunächst befürchten, dass
die Rennen auf nasser Strecke stattfinden. Allerdings klarte es um die
Mittagszeit auf, so dass der Halbmarathon und auch die folgenden Rennen
bei herrlichem Skaterwetter (22 Grad Celsius und Sonnenschein)
stattfanden. Die letzten beiden Rennen sind dabei als C-Klasse
Ranglistenrennen des DRIV eingestuft und damit Bestandteil der
höchstrangigen deutschen Speedskating-Serie, der German Blade Challenge
(GBC).
Halbmarathon: Ein Berliner lässt alle hinter sich
In einem spannenden Rennen über die Halb-Marathon-Distanz konnte sich
der Berliner Frank Singer klar vor der Konkurrenz durchsetzen. Dabei
verpasste er seine persönliche Bestzeit nur um wenige Sekunden, wie der
Schnellste Halb-Marathoni an diesem Tag gegenüber Köln Nachrichten
erklärte. Seine erste Teilnahme in Köln sowie auch der Rundkurs hatten
ihm sichtlich Spaß gemacht, lediglich an der neutralen Zone hatten das
Streckenpersonal ein wenig „Abstimmungsbedarf“. Eigentlich darf an
dieser Stelle nicht überholt werden. Doch die aus acht Rennläufern
bestehende Gruppe wurde von einem der Kampfrichter zum Überholen
herausgewunken, wie Singer berichtete. Dass er trotzdem nicht als
offizieller Sieger nach Berlin zurückkehren darf, hatte allerdings
einen anderen Grund. Wie Rennkoordiniator Bernd Kramer bestätigte,
hatte der 22-jährige Berliner eine Rennlizenz und kam so nicht in die
offizielle Wertung der Breitensportler. Hier siegte bei den Männern
Magnus Schmitt mit einer Zeit von 39:24,27 sec. nicht einmal eine
Sekunde vor dem 50-jährigen Peter Winterberg (CST Köln). Bester Kölner
in diesem Rennen und damit der „wahre“ Stadtmeister war Stefan Rohde,
der in rund 48:30 Minuten über die Ziellinie kam. Beste Frau in diesem
Rennen war die 34-jährige Carmen Karsten in 42:23,71 sec. vor Barbara
Esser (TuS Kreuzweingarten). Die 55-Jährige schaffte die beachtliche
Zeit von 43:28,65 sec.. 49 Starter waren insgesamt zu diesem
Halb-Marathon angetreten. Neben dem Erstplatzierten Frank Singer
(39:21,10 sec.) lief auch der Zweiplatzierte Horst Lausch (39:24,16
sec.) außer Konkurrenz. Die zwei Spitzkehren an den Wendepunkten des
Rundkurses machen das Rennen unter den Kennern berüchtigt, aber auch
einzigartig. Nicht nur der Veranstalter spricht dabei vom "Monaco des
deutschen Inlinesports".
Schwierige Bedingungen in Köln
Am Rande der Veranstaltung zeigte sich Organisator und Moderator Bernd
Kramer vom Verein Kölner Rollmöpse e.V. berichtet stolz über die
inzwischen 175 Mitglieder seines Vereins. „Alleine 65 sind Jugendliche
und Kinder“, verriet er gegenüber Köln Nachrichten. Allerdings sind die
Bedingungen sowohl für den Nachwuchs als auch für die erwachsenen
Skater in Köln nicht gerade rosig. „Wir haben gerade einmal fünfeinhalb
Stunden Trainingszeit pro Woche in nur zwei Sporthallen. Damit können
wir gerade unseren Nachwuchs trainieren. Für die erwachsenen Skater
bleibt da fast gar keine Kapazität mehr“, kritisiert Kramer, der sich
zusammen mit seinen Vereinskollegen seit Jahren um mehr
Trainingskapazitäten bemüht. Dabei gibt es bereits einen Erlass, aber
viele Schulleiter, die über die Vergabe ihrer Sporthallen entscheiden,
erlauben den Speedskatern keinen Zugang. „Dabei fahren wir im Gegensatz
zu Rollhockeyspielern mit weichen Rollen, die den Hallenboden nicht
beschädigen“, erklärte Kramer weiter. Die Kölner Rollmöpse gehören
trotz dieser widrigen Bedingungen zu den größten Vereinen in
Nordrhein-Westfalen. Und angesichts von geschätzten rund 4000
Hobby-Skatern in der Domstadt hofft Kramer, dass das bisherige
Hauptargument der Kommunalpolitik, Inlineskaten sei eine
„Randsportart“, nicht auf ewig gegen ein stärkeres Entgegenkommen der
lokalen Entscheider spricht.
Inline-Speedskaten ist keine Risiko-Sportart. Allerdings kostet ein
halbwegs professionelle Ausrüstung (Schuhe, Helm und Schonerset)
zwischen 350 und 400 Euro. Hobbysportler kommen bereits mit 200 bis 250
Euro aus. Die Verantwortlichen des Vereins warnen ausdrücklich vor
Billigschuhen. Bei einem Test, den der Verein gemeinsam mit WDR und TÜV
im vergangenen Jahr durchführte, zeigte, dass sämtliche „Schnäppchen“
nicht den Anforderungen an einen guten Skater-Schuh genügen.
Informationen zum Verein sowie die kompletten Ergebnislisten aller
Wettkämpfe am heutigen Tag finden Sie auf der Internetseite des Vereins
unter: www.koelner-rollmoepse.de.
Die Bildergalerie mit weiteren Eindrücken der Veranstaltungen finden Sie hier.

























