27. 05. 2012
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Wissenschaftliche Schützenhilfe für Tanzemariechen
Bis zu sieben Auftritte pro Tag muss so manches Tanzpaar
Höchstleistungen bringen. Grund genug, sich professionelle
Unterstützung zu sichern.
Das dachte sich das Tanzpaar der Altstädter, als sie mit der Deutschen
Sporthochschule (DSHS) eine intensive Zusammenarbeit beschloss. Katrin
Basinski und Marc Conrad sind Tanzemariechen und Tanzoffizier der
Altstädter Köln 1922 e.V., eines der großen Traditions-Corps im Kölner
Karneval. Deren Kommandant Kurt Nürnberg hatte dem Tanzpaar von dem
Angebot eines Leistungschecks erzählt und schnell war der Entschluss
gefasst. Am kommenden Montag, einen Tag vor der Eröffnung der
närrischen Session werden die beiden eben jenen Leistungscheck über
sich ergehen lassen. Aber dabei soll es nicht bleiben.
Die ungewöhnliche, aber irgendwie überfällige Zusammenarbeit, hat eine
Vorgeschichte. Bereits im September dieses Jahres hatte die DSHS zu
einem Workshop geladen, mehr als 100 Karnevalistinnen und Karnevalisten
waren auf spezielle Empfehlung des Festkomitees in die Räume der
Sporthochschule gekommen, um sich die neuesten sportphysiologischen
Erkenntnisse in einer Art „Crashkurs“ anzueignen. Viele
Sportverletzungen – und Karnevalstanz auch ohne akrobatische
Höchstleistungen ist Sport – lassen sich bereits durch einfache
Maßnahmen vermeiden. Dazu gehört unter anderem ein richtiges
Aufwärmprogramm vor dem Auftritt. Außerdem ist auch eine gesunde
Ernährung die halbe Miete zur Prophylaxe von Zerrungen und anderen
muskulären Problemen. Auch das Tanzpaar der Altstädter hatte an diesem
Workshop teilgenommen und erklärte sich prompt bereit, dem ersten einen
zweiten intensiveren Termin folgen zu lassen.
So wird am 10. November ein umfangreicher Leistungscheck unter
sportmedizinischer Aufsicht stattfinden. Dabei müssen sich beide
Karnevalisten auf dem Laufband und an anderen Geräten auf ihre Fitness-
und Ausdauerwerte hin untersuchen lassen. Durchführen wird diesen
Leistungscheck Dr. Joachim Latsch. Zweifel an der körperlichen Fitness
lässt der Sportmediziner dabei nicht aufkommen. „Das Pensum der
karnevalistischen Tänzerinnen und Tänzer im Laufe einer Session ist
enorm und nur mit optimaler Vorbereitung ohne gesundheitliche Probleme
durchzuhalten“, so Latsch. Ziel sei es daher nicht, die Grundlagen für
eine solch anstrengende Session zu erarbeiten, vielmehr gehe es um die
Optimierung und Verfeinerung der Trainingspläne, so der Sportmediziner
abschließend.
Die diesjährige Karnevalssession, die am Dienstag kommender Woche
starten wird, dauert bis Ende Februar 2009 an. Aschermittwoch ist der
24. Februar 2009.

























