27. 05. 2012
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Kölns Rollstuhl-Basketballer träumen vom Europacup
(ehu) "Unsere Gegner sind stark und international erfahren. Aber wir haben gut trainiert und große Fortschritte gemacht." Spielertrainer Andrew Flavell gibt sich "vorsichtig optimistisch", beim Vorrundenturnier der Rollstuhl-Basketballer gut abzuschneiden. An diesem Wochenende spielen in Köln fünf Mannschaften um den Einzug in die europäische Finalrunde: Galatasaray Istanbul (Türkei), GSD Anmic Sassari (Italien), Fundasion Grupo Norte (Valladolid, Spanien), Hyeres Handiclub (Hyeres, Frankreich) und der Gastgeber, die Köln 99ers.
Gruppenerster und Gruppenzweiter können am Ende an der Finalrunde des Championscup teilnehmen, der in Zwickau ausgetragen wird. Für den Dritt- und Viertplatzierten gibt es zwei weitere Cups, dem Fünften bleibt die goldene Ananas. Aus Deutschland sind noch der ASV Bonn, Zwickau und Lahn-Dill als Titelverteidiger des Championscup dabei.
In nur drei Jahren in die Spitzengruppe des deutschen Behindertensports
"Es ist eine Auszeichnung für uns, diese Vorrunde ausrichten zu dürfen", sagte 99er-Vorstandsmitglied Winfried Hühn, selber wegen einer Querschnittslähmung auf einen Rollstuhl angewiesen. Der Kölner Verein wurde erst vor drei Jahren gegründet und ist, so Hühn, in dieser Sportart mit rund 80 Mitgliedern einer der größten Vereine europaweit. Mit fünf Teams ist er im Ligabetrieb vertreten. In diesem Jahr konnte man sich mit der besten Mannschaft schon im vorderen Viertel der 1. Bundesliga festsetzen – "wenn auch mit Aufs und Abs".
Dazu trägt unter anderem eine semiprofessionelle Struktur bei. Diese ermöglicht auch das Engagement internationaler Stars. Neben Flavell, ehemaliger australischer Nationalspieler und seit fünf Jahren Trainer in Köln, ist dies vor allem Patrick Anderson. Er gewann mit Kanada Gold bei den Paralympics 2000 und 2004, war mehrfach kanadischer Meister und kam vom deutschen Meister RSV Lahn-Dill nach Köln.
Köln angelte sich den "Michael Jordan des Rollstuhl-Basketballs"
Anderson verlor mit neuen Jahren bei einem Unfall beide Beine und trägt seitdem zwei Beinprothesen. Weil er nicht auf einen Rollstuhl angewiesen ist, gilt er als "Fußgänger". Zwei dieser Fußgänger dürfen – festgebunden an einen Sportrollstuhl, Wert rund 5000 Euro – in der fünfköpfigen Mannschaft mitspielen. Mit einem komplizierten Punktesystem werden die unterschiedlichen Behinderungsgrade der Spieler klassifiziert. Für die gesamte Mannschaft darf dabei zusammen eine Obergrenze nicht überschritten werden. Der heute 31-jährige Anderson gilt als weltbester Spieler, als "Michael Jordan des Rollstuhlbasketballs".
Es ist kein billiger Sport. Ein Sportrollstuhl kann bis zu 5000 Euro kosten. Bei der Durchführung sind die 99er auf Sponsoren und viel Eigenengament angewiesen. Das gilt auch für dieses Turnier. Der Gesamtetat von rund 40.000 Euro wird durch Eigenleistungen und zahlreiche Sponsoren getragen. Man rechnet im Schnitt mit 500 Besuchern pro Spiel und verspricht "rasanten, schnellen und kombinationsfreudigen Sport".
Kurz und knapp: Das Turnier "Euroleague Cologne" im Überblick
Euroleague Cologne 2011: 11.-13.3., Sporthalle "Im Nippeser Tälchen", Niehler Kirchweg 35, Köln-Nippes. Das Turnier beginnt heute um 18 Uhr mit dem Spiel Köln 99ers gegen Galatasaray Istanbul und endet am Sonntag 13.30 Uhr mit Köln 99ers gegen Fundasion Grupo Norte. Eintrittspreise: Tagesticket 9/5Euro, Zweitagesticket 15/8 Euro, Dreitagesticket 23/11 Euro.
Weitere Informationen finden sie auch im Internet unter: www.euroleague.99ers.de.

























