27. 05. 2012
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1. FC Köln: Mainz siegt im Duell der Karnevalsvereine
Normalerweise würde niemand in Köln etwas gegen eine Auswärtsniederlage beim Tabellenführer der Fußball-Bundesliga einzuwenden haben. Vor etwas mehr als 20.000 Zuschauern im ausverkauften Stadion am Mainzer Bruchweg war es letztlich auch nicht anders. Ein viel zu harmloses FC-Team musste sich mit 0:2 dem gastgebenden Überaschungs-Ersten der höchsten deutschen Spielklasse geschlagen geben. Mit weiterhin fünf Punkten bleiben die Kölner trotz zuletzt stabiler Leistungen im hinteren Teil der Tabelle. Für die Mainzer erfüllt sich mit dem erneuten Sieg eine Erfolgsstory, die inzwischen fast ein wenig unheimlich daher kommt. Die beiden Treffer erzielte der Mainzer Neuzugang Holtby. Der erst 21-jährige offensive Mittelfeldspieler gilt als eines der größten Talente im deutschen Profi-Fußball.
Nach einem eher abwartenden Start beider Teams erarbeitete sich die Heimmannschaft zunächst ein optisches Übergewicht, ohne indes klare Torchancen herausspielen zu können. In der 10. Spielminute gab es bereits die erste wirklich gefährliche Situation vor dem Kölner Kasten. Aber der zurückgekehrte Mannschaftskapitän Youssef Mohamad zeigte sich hellwach und verhinderte den ersten Gegentreffer vor seinem einschussbereiten Gegenspieler. Zwei weitere Fernschüssen von Szalai und Swensson mangelte es jedoch an der nötigen Präzision. In der 26. Minute kam auch der FC zu seiner ersten guten Szene; ein Schuss des Kölner Publikumslieblings Lukas Podolski strich nur knapp am Tor vorbei. Szalai hatte jedoch nach einer halben Stunde die erste Riesenchance, sein Team in Führung zu bringen. Aber der Kölner Rückhalt Faryd Mondragon entschärfte den Schuss des Ungarn in den Reihen der Mainzer. Nur eine Minute danach war aber auch der Kolumbianer zwischen den Pfosten des Kölner Gehäuses machtlos. Nach der anschließenden Ecke und einem Kopfball von Szalai rettete die Latte den Kölnern das Unentschieden. Und nur drei Minuten später hatte jener Szalai eine weitere starke Szene. Sein konnte von Mondragon nur mit Mühe gehalten werden. Nach einer weiteren guten Szene – diesmal für den Kölner Yalcin – gingen beide Teams torlos in die Kabinen.
Auch zu Beginn der zweiten Halbzeit spielten die Mainzer zunächst druckvoller. Risse (48.) und Szalai (50.) vergaben ihre Chancen jedoch bzw. scheiterten erneut am Kölner Keeper. In der Folge wurde es auf dem Rasen deutlich ruhiger. Erst in der 64. Minute gab es Erwähnenswertes zu berichten. Zu diesem Zeitpunkt brachte Trainer Thomas Tuchel den erst 21-jährigen Nachwuchsspieler Lewis Holtby für Andre Schürrle ins Spiel. Zunächst aber gehörte dem Gast aus der Domstadt die nächste Großchance. In der 67. Minute trifft Kölns Jajalo nach einem Freistoß nur die Querlatte. Aber in der 72. Minute erlöste der kurz zuvor eingewechselte Holtby die Mainzer Fans mit dem Führungstreffer. Nach einem langen Freistoß setzte sich der eher kleingewachsene Offensivspieler im Kopfballduell gegen Ehret durch und traf zum 1:0. In der Folge nutzte FC-Trainer Svonimir Soldo sein Wechselkontingent aus und brachte unter anderem mit Novakovic einen zweiten Stürmer, hinausgehen musste Geromel. In der Schlussphase hatten die Kölner zwar mindestens ebenso viel Ballbesitz wie der Gegner, nur die zündenden Ideen fehlten. Und als sich fast alle bereits mit der knappen Auswärtsniederlage abgefunden hatten, setzte der Joker einen weiteren Nadelstich. Holtby erhöhte in der ersten Minute der Nachspielzeit zum 2:0-Endstand. Dabei hätte es durchaus noch einen Treffer geben können. Nur eine Minute zuvor kann Mondragon einen Schuss von Soto nur abklatschen. Gegen den heranstürmenden Szalai rettet der 38-jährige Kölner Keeper jedoch glänzend.
Genutzt hat es wenig. Insgesamt betrachtet dürfte der Sieg der Mainzer in Ordnung gehen. Sie hatten über die meiste Zeit des Spiels die bessere Spielanlage und die häufigeren Torchancen. Entsprechend bedient wirkten die Kölner nach dem Spiel. Während Soldo nach verkorkster erster Halbzeit im zweiten Durchgang positive Ansätze sah, schien Nationalstürmer Lukas Podolski deutlich aufgebrachter. Vor allem an Laufbereitschaft und Zweikampfverhalten habe es seiner Mannschaft gemangelt, berichtete die ARD-Sportredaktion in ihrem Spielbericht. Köln ist nun vorläufig weiterhin Tabellen-Elfter. Überraschenderweise hat sich der SV Werder Bremen nach einer 1:4-Auswärtspleite bei Hannover 96 noch hinter dem FC in der Tabelle eingereiht. Aber alle darunter stehenden Mannschaften müssen am heutigen Mittwoch ihren fünften Spieltag absolvieren. Oben sieht die Situation schon deutlich klarer aus. Mainz führt nach der ersten Hälfte des fünften Spieltags mit fünf Punkten vor Hoffenheim und Hannover. Allerdings können gleich drei Vereine am heutigen Mittwoch mit einem Sieg auf Rang drei vorrücken und damit der engste Verfolger des Karnevalsvereins werden. Für die Kölner geht es bereits am kommenden Freitag weiter. Sie treten zu Hause gegen Hoffenheim an. Dann könnten sich die Geißböcke erst mal ein wenig Luft nach unten verschaffen.

























