27. 05. 2012
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Bravo Japan: Frauen-Fußball-Weltmeisterschaft ist entschieden
Die Geschichtsbücher des Fußball-Sports haben seit heute ein neues Highlight. In Frankfurt am Main ging am heutigen Sonntag mit einem "Finale Furioso" die FIFA-Frauenfußball-Weltmeisterschaft zu Ende. Und mit dem japanischen Team hat erstmals ein asiatischer Vertreter die Krone des Weltfußballs erobert. Zugleich ist es Balsam für eine Nation, die in den vergangenen vier Monaten eher wenig zu lachen, dafür aber viel zu leiden hatte. Zehntausende Tote nach der Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe Anfang März, ein havarierter Atomkomplex, der auf Generationen große Gebiete unbewohnbar macht, haben dem japanischen Selbstbewusstsein in den vergangenen Monaten arg zugesetzt. Selten zuvor hatte ein Team derart verdient einen Titel erkämpft. Selten zuvor hatte es eine Nation wie Japan so sehr verdient, sich nach den schweren, entbehrungsreichen Monaten wieder als Sieger zu fühlen. Und selten zuvor hat es ein ähnlich spannendes, dramatisches und erstklassiges Sportlerfinale gegeben wie das in Deutschland.
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Dass die WM dem Frauenfußball einen Schub geben wird, hatten im Vorfeld alle erwartet. Dass die fußballspielenden Damen aber derart abgeräumt haben, was die Einschaltquoten angeht, das war nicht zu erwarten. Dabei zeigt sich der Damenfußball inzwischen hochprofessionell, vorbei die Zeiten, als die Männerwelt hinter vorgehaltener Hand Zoten über Trikottausch, lackierte Fingernägel und mangelnde Schussstärke lästerten. Und Deutschland zeigt sich als ebenso professioneller wie fachkundiger Gastgeber. Ein perfekt inszeniertes Spektakel ist zu Ende gegangen und doch zeigt es eines. Die Männerdomäne Fußball ist geschliffen. Die Damen haben sich mit Leistung und Begeisterung in die Herzen aller Zuschauer gespielt. Selbst ältere Semester, groß geworden in Zeiten, als der DFB Frauenfußball noch als unerwünscht ansah, sprechen an den Stammtischen voller Hochachtung über das, was das "schöne" und nicht immer "zarte" Geschlecht da auf den Rasen zauberte.
Dass die deutsche Mannschaft im Viertelfinale ausgeschieden ist, ist zwar ein kleiner Wermutstropfen im Meer der Begeisterung, den dieses Turnier rund um den Globus ausgelöst hat. Aber es ist verschmerzbar, denn mit Japan hat das beste Team das Turnier gewonnen. Wer gegen Deutschland in der Verlängerung so zulegen, ein internationales Spitzenteam wie die Schwedinnen (immerhin Ex-Vize-Weltmeister) so beherrschen und die erklärten Favoriten aus den Vereinigten Staaten zwei Mal um ihren Vorsprung bringt, der hat es nicht nur verdient, der hat es geschafft. Gratulation an das japanische Team, aber auch an die unglücklichen Amerikanerinnen. Das war Fußball "at ist best" und möglicherweise eines der besten Fußballspiele überhaupt, das Fußball-Fans auf der ganzen Welt jemals gesehen haben. Und doch gibt es einen weiteren Wermutstropfen. Die dem Frauenfußball bisher innewohnende sportliche Fairness, abzulesen an der Zahl der Fouls, Schwalben und Schauspieleinlagen, droht auf dem Altar der Professionalität verloren zu gehen. Es ist wohl die Kehrseite der Medaille, die sich der Frauenfußball in diesem Turnier umgehängt hat.

























