27. 05. 2012
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Innenminister will Dialog mit Sportvereinen zur Gewaltprävention fortsetzen
Die wohl heftigsten Bilder sahen die Zuschauer vor einigen Wochen bei einer verlorenen Heimpartie des Fußball-Bundesligisten Hertha BSC. Kaum hatte der Schiedsrichter abgepfiffen, rannte ein Mob von mehr als 100 so genannten Fans in den Innenraum der Sportarena und verwüstete die Einrichtung. Auch in Köln gab es in der zurückliegenden Saison immer wieder Ausschreitungen vor und nach Fußballspielen. Vor allem das Heimspiel gegen den Erzrivalen Borussia Mönchengladbach sorgte für hitzige Debatten, die schließlich durch einen Beschluss des Stadtrates in einem Verbot von Glasflaschen im Umfeld des RheinEnergie-Stadions während der hiesigen Heimspiele mündeten. NRW-Innenminister Dr. Ingo Wolf sprach sich auf dem heutigen 2. Kölner Sportrechtstag für eine engere Einbindung der Vereine in die Sicherheitskonzepte bei Fußballspielen. Zukünftig sollen unter anderem Ordnerdienste der Vereine die Fans zu den Auswärtsspielen begleiten, erklärte Wolf am heutigen Freitag.
In einer gemeinsamen Sitzen von Vertretern der Innen- und Sportminister und denen der Fußballverbände DFB und DFL hatten beide Seiten ein neues Konzept für mehr Sicherheit bei Fußballspielen diskutiert. Kernpunkte der neuen Konzeption sind unter anderem eine Intensivierung der Fanarbeit in den Vereinen. Außerdem soll die Spieltagsplanung zwischen Polizei und den Verbänden besser abgestimmt werden, hieß es dazu im Vorfeld der heutigen Veranstaltung. So wird im kommenden Jahr der 1. Mai spielfrei bleiben. Für den NRW-Innenminister ist das nichts Neues. "Wir werden den guten Dialog mit den Verbänden intensivieren. Polizei und Sportverbände sind im gemeinsamen Kampf gegen Gewalt in und vor Stadien nur erfolgreich, wenn sie gut vernetzt sind und frühzeitig kooperieren", so der Appell des FDP-Politikers. Die Präventionsarbeit muss jedoch vorrangig bleiben. "Maßnahmen wie Sensibilisieren, Aufklären, Regeln vermitteln, Grenzen setzen und Toleranz ausüben sind wichtig, um Jugendliche im Vorfeld aktiv in die Verantwortung zu nehmen", so Wolf.
In Nordrhein-Westfalen gibt es rund 20.000 Sportvereine. Schon in der Vergangenheit hatte die Landesregierung verschiedene Projekte zur Gewaltprävention unterstützt oder mitinitiiert. Beispiele dafür sind das Projekt "Wir gegen Gewalt" des Fußballverbandes Mittelrhein oder die "Fußball-Lotsen", ein weiteres Projekt. Das Landesministerium will aber im Rahmen der Absprachen selbst tätig werden. So arbeiten Beamte seines Ministeriums derzeit an konkreten Handlungsempfehlungen für die Praxis. In die Beratungen eingebunden sind Vertreter aus Sport, Schule, Jugendarbeit und dem Fußball des Landes. Wie schon in anderen Bereichen könnte es auch im Sport bereits bald eine Art Gütesiegel geben.

























