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27. 05. 2012
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Ab Montag wird in den Postbank-Filialen gestreikt


02.12.2011 14:57 von:

Schlagwörter: Köln, Postbank, Streik, Verdi, Bsirske, Deutsche Bank, Gehaltskürzung, UniCredit

(ehu) Unterm Strich 30 Prozent weniger Gehalt – gegen dieses Tarifangebot der Postbank protestierten am Freitag auf dem Börsenplatz rund 400 Beschäftigten aus den Kölner und Dortmunder Niederlassungen. Zuvor waren sie vor die Kölner Zentrale der Deutschen Bank gezogen, der die Postbank seit einem halben Jahr gehört. Bei der Kundgebung hörten sie dann heftige Worte vom Verdi-Bundesvorsitzenden Frank Bsirske. Die fanden immer wieder ihren Beifall – vor allem, als er verkündete, dass ab Montag die Beschäftigten der Postbank-Filialen in einen Solidaritätsstreik treten werden. Bei der Postbank werden schon seit Donnerstag die Abteilungen Zahlungsabwicklung, Kreditabwicklung und Call-Center bestreikt.

Die 30 Prozent Gehaltskürzung berechnet die Gewerkschaft aus den Forderungen der Arbeitgeber. Die wollen danach eine Erhöhung der Wochenarbeitszeit auf 42 Stunden, Streichung von drei Urlaubstagen, von vermögenswirksamen Leistungen, 13. und 14. Monatsgehalt und anderen Zuschlägen. Sollte es zu einer Besitzstandsregelung kommen, sollen die aktuellen Gehälter mit künftigen Gehaltssteigerungen verrechnet werden. Käme es nicht zu einer Einigung – die nächste Verhandlungsrunde ist am kommenden Montag und Dienstag – wird auch mit einer Verlagerung ins Ausland gedroht.

Postbank trug wesentlich zum Vorsteuergewinn der Deutschen Bank von 4,1 Milliarden Euro bei

„Das ist ein Generalangriff auf die bestehenden Lohn- und Arbeitsbedingungen“, kommentierte Bsirske. Alle Versprechungen der Deutschen Bank nach der Übernahme, die bestehenden Verträge einzuhalten, hätten sich damit als „Phrasen mit einer Halbwertszeit von weniger als sechs Monaten“ entlarvt. Dabei seien es gerade die Privatkundengeschäfte der Postbank gewesen, die im dritten Quartal dieses Jahres zum Vorsteuergewinn von 4,1 Milliarden Euro der Deutschen Bank beigetragen hätten. Das hätte sie selber ausdrücklich lobend erwähnt.

Postbank will Kosten um ein Viertel senken und jeden fünften Arbeitsplatz streichen

So macht die Gewerkschaft dann auch die Deutsche Bank für die Sparwünsche der Postbank verantwortlich. Die will in den drei Abteilungen bis zu 25 Prozent der Kosten einsparen und dafür fast jeden fünften Arbeitsplatz streichen. Auch ganze Standorte könnten geschlossen werden. Kölns Verdi-Vorsitzender Peter Densborn, zugleich als Arbeitnehmervertreter stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates der Stadtwerke Köln, kündigte an, bei der nächsten Aufsichtsratssitzung die Geschäftsbeziehungen der Stadtwerke mit der Deutschen Bank überprüfen zu wollen.

Bundesweit sind nach Gewerkschaftsangaben derzeit rund 3.500 Beschäftigte der Postbank und ihrer Tochterunternehmen im Streik. Dies könnte auch Auswirkungen auf die deutsche Bank, Unicredit und die HSH Nordbank haben, weil die Postbank auch für diese Geldinstitute den Zahlungsverkehr abwickelt. Wenn nötig, so Bsirske, werde man auch bis Weihnachten streiken, was den Kunden der Postbank sicher nicht gefallen werde. Die Deutsche Bank solle sich überlegen, ob sie der Tarifkonflikt nicht mehr Geld koste als sie mit ihren Forderungen sparen könne. Diese seien „unsozial und ökonomisch unvernünftig“. Weshalb sich Verdi auch über steigende Mitgliederzahlen aus der Postbank freuen könne.







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