27. 05. 2012
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Arbeitslosigkeit in Köln steigt wieder an
Die Zahl der arbeitslos gemeldeten erwerbsfähigen Personen ist in der bevölkerungsreichsten Stadt des Landes Nordrhein-Westfalen deutlich um 3479 auf 52.773 angestiegen. Die Zahl lag im Monatsvergleich um 7,1 Prozent darüber. Trotz des Anstiegs ist die Zahl der Arbeitslosen die niedrigste in Köln seit zehn Jahren. Gegenüber Januar 2010 sank die Zahl erneut deutlich ab. Zuletzt war im Januar 2001 mit damals 52.419 die geringste Zahl an Arbeitslosen gemeldet, teilte die Kölner Agentur für Arbeit in einer Presseerklärung mit. Die Arbeitslosenquote stieg folglich um 0,7 Prozentpunkte auf 10,2 Prozent an. Ein Jahr zuvor lag sie allerdings noch bei 10,8 Prozent. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit in der Wintersaison hat Tradition. Vor allem in vielen Außenberufen gibt es in den kalten Wintermonaten witterungsbedingte Arbeitsbeschränkungen. Außerdem laufen mit Beginn des neuen Jahres wieder zahlreiche Ausbildungsverträge aus. Wenn die Absolventen dann nicht sofort übernehmen werden, melden sie sich erst einmal arbeitslos, wissen die Arbeitsmarktexperten der Kölner Agentur. "Dass die Arbeitslosigkeit in den Monaten Januar und Februar gegenüber dem Vormonat zunimmt, ist saisonüblich. Im Vorjahresvergleich allerdings sank die Arbeitslosigkeit im Januar und wesentliche Arbeitsmarktindikatoren senden zum Jahresbeginn 2011 – trotz des deutlichen Anstiegs der Arbeitslosigkeit – weiterhin positive Signale" kommentierte der Vorsitzende der Geschäftsführung der Kölner Arbeitsagentur, Peter Welters, die aktuellen Zahlen.
Seinen Optimismus begründet der Arbeitsmarktexperte mit dem Blick in die Statistik. So konnten auch im Januar trotz der Winterwitterung mehr Menschen in einen Job vermittelt werden als im Jahr zuvor. Auch die Gesamtbeschäftigung nimmt weiter zu. In Köln registrierte die Bundesbehörde zur Jahresmitte 2010 462.690 Arbeitsplätzen. Das waren knapp 3400 oder 0,7 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. In der viel kritisierten Zeitarbeitsbranche macht sich die Konjunkturerholung ebenfalls bemerkbar. Mit 14.210 waren in der Branche 19 Prozent mehr Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt als im Sommer des Krisenjahres 2009. Insgesamt nahm die Nachfrage nach Arbeitskräften im Januar 2011 sogar noch zu. Insgesamt verzeichnete die Agentur 2071 offene Stellen, 14,5 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Insgesamt standen im Stellenpool der Kölner Agentur 6418 Stellen, mehr als 2500 davon in der Zeitarbeitsbranche. Zwar stieg auch die Zahl der Meldungen in Arbeitslosigkeit, wie die Agentur einräumen musste. Die Zahl der Arbeitslosen in den "Jobcentern" stieg hingegen deutlich an. Mit 4693 Meldungen in die Arbeitslosigkeit war diese Zahl 2,6 Prozent höher als vor einem Jahr. Die Abmeldungen aus der Arbeitslosigkeit war mit 2143 Arbeitsaufnahmen weiterhin positiv. Auch wenn die derzeitige Lage keinen Anlass zur Euphorie gibt, blicken die Verantwortlichen trotzdem zuversichtlich in die Zukunft. "Die Probleme auf dem Kölner Arbeitsmarkt werden uns noch eine Zeitlang begleiten", weiß der Chef der Kölner Behörde. Gemeint sind damit unter anderem der weiterhin intensive Einsatz arbeitsmarktpolitischer Instrumente wie Qualifizierung oder Existenzgründungsförderung. Rechnet man die damit verbundene Entlastung heraus, ergäbe sich für Köln eine Arbeitslosenquote von 13,7 Prozent, 3,5 Prozent mehr als in der offiziellen Statistik ausgewiesen. Weil aber die Bundesagentur ihre Etats für eben diese Maßnahmen deutlich zurückfährt, könnte in diesem Jahr die Zahl der Arbeitslosen trotz positiver Konjunkturentwicklung ansteigen, so der Hinweis der Verantwortlichen.
Mit dem Anstieg der Arbeitslosigkeit steht Köln nicht alleine da. Auch im gesamten Bundesgebiet war die Zahl der Arbeitslosen im Januar mit 3,35 Millionen um 331.000 höher als im Vormonat, die Quote erhöhte sich folglich auf 7,9 Prozent. Im Vergleich zum Januar 2010 lag die Zahl der Arbeitslosen allerdings um 270.000 darunter.

























