27. 05. 2012
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Arbeitsmarkt in Köln unerwartet stabil
In Köln waren im Oktober dieses Jahres 53.133 Menschen arbeitslos gemeldet, 1012 oder 1,9 Prozent weniger als im September. Damit sank die Arbeitslosenzahl im dritten Monat in Folge. Gegenüber dem Vorjahr aber vergrößerte sich der Abstand, wie die Verantwortlichen am gestrigen Donnerstag bekannt gaben. Im September 2008 waren 1260 Menschen weniger arbeitslos gemeldet. Der Anstieg auf Jahresbasis betrug demnach 2,4 Prozent. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit sei allerdings saisonüblich und bewege sich auf dem Niveau der Vorjahre, räumte die Arbeitsagentur ein. "Auf den ersten Blick scheint das nicht zu passen. Die Kräftenachfrage sinkt, die Zahl der Entlassungen steigt", beschrieb der Vorsitzende der Geschäftsführung der ARGE, Peter Welters die Ausgangslage. Eine Abkopplung von der Wirtschaftsleistung ist jedoch weder in Köln noch auf Bundesebene gegeben, auch wenn die Arbeitsmarktentwicklung "günstiger als erwartet verläuft", so Welters weiter.
So werden Menschen in Qualifizierungsmaßnahmen wie auch diejenigen, die sich in Kurzarbeit befinden, in dieser Statistik nicht mitgezählt. Die Entlastung für den Kölner Arbeitsmarkt sei aber "nicht unerheblich", sie liegt nach Angaben der Agentur bei deutlich über 10.000 Personen, die eigentlich ebenfalls "arbeitssuchend", nicht jedoch offiziell "arbeitslos" sind. Beide Instrumente seien aber gerade in der Krise notwendig. So werde durch Kurzarbeit verhindert, dass Unternehmen in schlechten Zeiten wie den zurückliegenden Krisenmonaten massiv Personal abbauen, das sie bei wiederanziehender Nachfrage erneut benötigen würden. "Fachkräftemangel droht", mahnte Welters und bezifferte die Nachfrage nach Fachkräften trotz Krise weiterhin auf 6000 Stellen, nicht viel weniger als in den Zeiten des Wirtschaftswachstums. Der Effekt durch die genannten arbeitsmarktpolitischen Instrumente ist jedoch nur vorrübergehend. "Wir können die konjunkturell schwierige Situation nicht vom Arbeitsmarkt fernhalten, aber wir federn durch effiziente Arbeitsmarktpolitik ihre Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt ab", so der Kölner Agenturchef.
Trotz der guten Zahlen bleiben die Verantwortlichen skeptisch. Die Signale aus der Wirtschaft zeigen weiterhin einen hohen Kostendruck. Das machen die Umsatz- und Auftragserwartungen der Unternehmen deutlich. Zwar haben sich einige Vorzeichen in den zurückliegenden Monaten etwas erholt oder zumindest stabilisiert. Aber von einem Umschwung sei man noch weit entfernt. "Die negativen Vorzeichen sind nicht zu übersehen", erklärte der Kölner Agenturchef weiter. Das zeigt auch der Blick auf das Gesamtsaldo. So liegt nach Auskunft der Agenturverantwortlichen die Zahl der Neuanmeldungen in die Arbeitslosigkeit in diesem Jahr bislang deutlich über der Zahl der Abmeldungen aus der Arbeitslosigkeit. Für die kommenden Monate geht Welters von einem Anstieg der Arbeitslosigkeit aus.

























