27. 05. 2012
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Arbeitsmarkt Juli 2010: In Köln steigen die Zahlen besonders deutlich
Im Juli dieses Jahres waren bei der Kölner Arbeitsagentur 53.186 Erwerbsfähige als arbeitslos gemeldet, 2266 mehr als im Vormonat. Das teilte die Kölner Agentur am gestrigen Donnerstag mit. Mit den aktuellen Zahlen stieg die offizielle Arbeitslosenquote auf 10,3 Prozent an. In den beiden Vormonaten hatte sich der Kölner Arbeitsmarkt erstmals seit Auflegung der neuen Statistik unter die Marke von zehn Prozent bewegt. Mit einem Anstieg von 0,4 Prozentpunkten steht die Domstadt allerdings erneut etwas schlechter da als der Durchschnitt in Bund und Land. Während auf Landesebene die Zahl der Arbeitslosen um 12.900 oder 1,7 Prozent auf 787.300 anstieg, meldete die Bundesagentur am gleichen Tag einen Anstieg um 39.000 auf rund 3,192 Millionen Arbeitslose. Trotz der Abweichung nach unten zeigte sich auch in Köln die Geschäftsführung der Agentur verhalten optimistisch. So verzeichnete der Kölner Arbeitsmarkt zum einen gegenüber dem Vorjahresmonat im Sommermonat immer noch einen Rückgang von 2623 Personen oder 4,7 Prozent. Der hatte zwar in den beiden Vormonaten bei jeweils über 3000 gelegen, ist aber noch immer erheblich. Zum anderen erwarten zumindest Wirtschaftsexperten und die Bundesagentur einen weiteren Rückgang der Arbeitslosenzahlen. Sogar von einer Unterschreitung der Drei-Millionen-Marke ist die Rede. So gibt sich Kölns Agenturchef Peter Welters betont entspannt. "Das ist eine saisonale Delle", kommentierte der. Im Juli melden sich traditionell viele Schulabgänger oder Absolventen von betrieblichen Ausbildungen als arbeitslos an, so die Begründung des Saisoneffekts.
Daher ist es wenig verwunderlich, dass der Anstieg der Arbeitslosenzahlen vor allem im Bereich der Arbeitslosenversicherung anlaufen. Inzwischen betreut die Kölner Arbeitsagentur 13.036 Arbeitslose. Im Juli waren es hier mit 11.506 erheblich weniger, wie die Agentur meldete. Angesichts der positiven Konjunkturaussichten rechnen die Verantwortlichen jedoch mit einem erheblichen Rückgang im Herbst. Deutlich größer dürften die Sorgen im Bereich der Langzeitarbeitslosen. Hier stieg die Zahl der betreuten Arbeitslosen von 39.414 auf 40.150, ein Anstieg von immerhin 1,9 Prozent. Allerdings blieben in beiden Segmenten die Julizahlen 2010 unter denen des Vorjahres, wie die Agentur betonte. Etwas verwirrend waren hingegen die Angaben zur so genannten Unterbeschäftigung. Sie lag nach aktuellen Zahlen auf einem Niveau von 14,2 Prozent. In Zahlen ausgedrückt: 70.521 Kölnerinnen und Kölner erhalten durch verschiedene arbeitsmarktpolitische Instrumente staatliche Transferleistungen, so viele wie nie zuvor. Allerdings gab die Arbeitsagentur auch für den Vormonat eine Quote von 14,2 Prozent an, allerdings waren es im Vormonat 69.508, also knapp 1000 weniger. Bezieht man Regelungen zur Altersteilzeit sowie geförderte Selbständige mit in die Rechnung ein, erhöht sich die Unterbeschäftigung auf 74.316 (Vormonat: 73.339).Entgegen der Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt steigen die Zahlen zur Unterbeschäftigung weiterhin deutlich an, wie die Juli-Statistik der Arbeitsagentur verdeutlicht.
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