27. 05. 2012
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Atempause auf dem Kölner Arbeitsmarkt
Im Monat Februar 2010 ist die Zahl der arbeitslos gemeldeten Erwerbsfähigen deutlich zurückgegangen. Wie die Kölner Agentur für Arbeit am heutigen Donnerstag verkündete, sind im Arbeitsamtsbezirk Köln 54.221 Personen als arbeitslos gemeldet. Das sind 1346 oder 2,4 Prozent weniger als im Vormonat. Auch der Anstieg der Arbeitslosenzahlen im Vergleich zum Vorjahresmonat hat sich deutlich abgeschwächt. Gegenüber Februar 2009 sind in Köln gerade noch 350 oder 0,6 Prozent. "Der befürchtete Einbruch auf dem Arbeitsmarkt blieb auch im Februar aus", kommentierte der Vorsitzende der Geschäftsführung der Kölner Arbeitsagentur, Peter Welters, dieses Ergebnis. Der Rückgang hat jedoch eine einfache Erklärung. Der deutliche Rückgang ist auf den verstärkten Einsatz arbeitsmarktpolitischer Instrumente zurückzuführen, so Welters weiter. Diese Instrumente seien notwendig, um die Arbeitslosen wieder an den ersten Arbeitsmarkt heranzuführen. Ansonsten drohe mit längerer Arbeitslosigkeit, dass sich die Betroffenen "immer weiter vom Arbeitsmarkt entfernen", befürchtet Kölns oberster Arbeitsvermittler.
Dass die Situation auf dem Kölner Arbeitsmarkt aber keineswegs entspannt ist, zeigt die Zahl der als unterbeschäftigt eingestuften Personen. Sie lag im Februar demnach bei rund 72.000. Damit beträgt die "versteckte" Arbeitslosigkeit in Köln eigentlich 13,8, statt der offiziellen 10,6 Prozent, räumte die Agentur ein. Auch sonst gebe es keinen Grund, von einer Trendwende zu reden. "Die Aufnahmefähigkeit des Kölner Arbeitsmarktes bleibt eingeschränkt", begründete Welters seine Zurückhaltung angesichts der vorgestellten Zahlen. Zwar habe sich die Zahl der neu registrierten Arbeitslosen mit 275 im Februar dieses Jahren gegenüber dem Vorjahresmonat leicht abgeschwächt. Auch scheint die Zahl der offenen Stellen mit einem Anstieg von gut sieben Prozent gegenüber Februar 2009 wieder leicht anzuziehen. Selbst die Kurzarbeit scheint bei den jüngsten Zahlen eine geringer werdende Rolle zu spielen. Nach 10.000 betroffenen Arbeitnehmern in fast 700 Betrieben im August 2009 waren es im Dezember des Vorjahres nur noch rund 7000 Betroffene in 600 Betrieben.
Trotz der zurückhaltenden Kommentierung der jüngsten Statistik scheint sich auch konjunkturell wieder der eine oder andere Hoffnungsschimmer am Horizont aufzutun. Traditionell schlagen sich positive Konjunkturimpulse jedoch, das zeigt die Vergangenheit, erst mit einer zeitlichen Verzögerung von einigen Monaten in der Bilanz der Arbeitsagenturen nieder. Die niedrigen Zahlen liegen unter anderem auch an der konservativen Personalpolitik vieler Unternehmen. Die haben in den zurückliegenden Krisenmonaten alles daran gesetzt, ihr Stammpersonal im Betrieb zu halten, statt – wie in vergleichbaren Krisen der Vorjahre – massenhaft Personal freizusetzen. Dass gerade gut qualifizierte Arbeitssuchende nicht verzweifeln müssen, bestätigte Welters ausdrücklich. "Auch in Krisenzeiten gibt es Unternehmen und ganze Branchen, die sogar über einen Mangel an qualifizierten und hochqualifizierten Bewerberinnen und Bewerber klagen", berichtete Welters. Vor allem Arbeitnehmer ab 45 Jahren Lebensalter stehen im Fokus der Förderpolitik. Arbeitgeber erhalten hier von der Bundesagentur entsprechende Zuschüsse für Weiterbildungsmaßnahmen. Diese Regelung gilt allerdings nur für Betriebe mit weniger als 250 Beschäftigte.

























