27. 05. 2012
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Ausbildungsmarkt 2011: Zahl der Stellen deutlich im Plus
Der deutsche Ausbildungsmarkt ist zu einem Bewerbermarkt geworden. Das sagte keine Geringere als die Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen bei der Vorstellung des Berichts der Bundesregierung zum Ausbildungsmarkt. Auch in Köln driften die Zahlen im zurückliegenden Ausbildungsjahr weiter auseinander. Im vergangenen Jahr standen 5513 Bewerberinnen und Bewerber 6925 gemeldeten Ausbildungsstellen gegenüber. Während die Zahl der Ausbildungsstellen um 5,9 Prozent oder 387 Stellen anstieg, ging die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber um 268 oder 4,6 Prozent zurück. Auch die Zahl der so genannten „Altbewerber“ ging im zurückliegenden Ausbildungsjahr zurück, von 53,2 auf 50,9 Prozent. Zum Schluss standen sich 163 nicht versorgte Jugendliche 383 unbesetzten Stellen gegenüber, berichtete die Agentur für Arbeit in Köln.
Steigende Zahlen auch bei den Kammern
Auch die Kammern meldeten einen deutlichen Anstieg. Bei der Industrie- und Handelskammer IHK waren 5260 Ausbildungsverträge gemeldet worden. Gegenüber dem Vorjahr waren das immerhin 4,2 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Im Handwerk zog die Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge sogar um 10,2 Prozent auf 2505 an, wie die Kammern auf einer gemeinsamen Pressekonferenz meldeten. Insgesamt stieg die Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge im Kammerbezirk um vier Prozent auf 9125 an. Im Bereich der Handwerkskammer Köln, die auch Bonn und den Rhein-Sieg-Kreis umfasst, wurden insgesamt 5987 neue Ausbildungsverträge. Aber im Gegensatz zum Kölner Ausbildungsmarkt stieg der Ausbildungsmarkt im gesamten Kammerbezirk nur moderat an. Das Wachstum lag bei gerade 1,9 Prozent.
„Die Zahl der Ausbildungsstellen hat einen neuen Höchstwert erreicht. Zugleich gibt es weniger Bewerber, die sich bereits seit einem Jahr oder länger um einen Ausbildungsplatz bemühen“, kommentierte Roswitha Stock, Vorsitzende der Geschäftsführung der Kölner Arbeitsagentur. Als positiv wertete die neue Kölner Agenturchefin die Bereitschaft von immer mehr Unternehmen, auch Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit gebrochener Bildungsbiografie eine Chance zu geben. Das ist allerdings auch aus der Not heraus geboren. Immer mehr Betriebe haben demnach Schwierigkeiten, geeignete Bewerberinnen und Bewerber für die angebotenen Ausbildungsstellen zu finden, wie IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Herbert Ferger die negative Seite der Zahlen beleuchtete. "Es bleibt also auch weiterhin eine zentrale Aufgabe, für die Duale Berufsausbildung zu werben, um junge Menschen auf die Chancen einer solchen Qualifizierung aufmerksam zu machen und um den Fachkräftebedarf der regionalen Wirtschaft zu decken“, so seine Schlussfolgerung.
Grund für die positive Entwicklung auch in der Region Köln/Bonn ist nach Ansicht der Verantwortlichen vor allem die guten Konjunkturdaten. Auch wenn die sich derzeit eintrüben, ist die Lage in den Betrieben nach wie vor eher schlecht als gut. Und weil der Arbeitsmarkt eben der konjunkturellen Entwicklung immer um einige Monate zeitversetzt hinterher rennt, hatten die zuletzt sich häufenden Anzeichen einer sich beginnenden Abkühlung im zurückliegenden Ausbildungsjahr keinen Einfluss. Neben den Jugendlichen in den so genannten „Warteschleifen“ wollen die Verantwortlichen auch Jugendliche mit Zuwanderungshintergrund für eine duale Berufsausbildung gewinnen. In Köln gibt es dazu bereits mehrere Veranstaltungen, die bereits erste Erfolge nach sich zog, wie Dr. Stephan Harbich, Leiter der Abteilung Berufsausbildung der Handwerkskammer, bestätigte. „Dieses Modell, eine Ausbildungsbörse speziell für junge Menschen ausländischer Herkunft auszurichten, hat sich als so erfolgreich erwiesen, dass die Handwerkskammer eine ähnliche Veranstaltung auch für Bonn und Leverkusen plant“, so Harbich abschließend.

























