Wetter


Webtipps:
Ratgeber für Aktien können das Risiko in Grenzen halten.

Boersen News





Köln Nachrichten Neu


zum Archiv ->

Köln Nachrichten bei Twitter





27. 05. 2012
Seite drucken

Berufliche Qualifizierung für Migrantennachwuchs feiert Jubiläum


25.03.2010 17:52 von:

Schlagwörter: Köln,BQN,Migranten,Ausbildung,2010,Jubiläum,Greif,Ausbildungsberatung

Jugendliche mit Migrationshintergrund haben es in Deutschland nicht selten deutlich schwerer, einen guten Beruf zu ergreifen. Die monatlichen Statistiken der Arbeitsagentur zeigen, dass in der Domstadt besonders in Stadtvierteln mit hohem Anteil an Menschen mit Migrationshintergrund die Arbeitslosigkeit ebenfalls überdurchschnittlich hoch ist. Hindernisse für eine ordentliche Berufsausbildung gibt es zahlreiche. Seit 20 Jahren gibt es in der Domstadt die Beratungsstelle zur Qualifizierung von Nachwuchskräften mit Migrationshintergrund (BQN) in der Region Köln. Ziel dieser Einrichtung ist es, den Anteil der Migrantenkinder unter den Auszubildenden insgesamt zu erhöhen. Bundesweit besitzen 6,7 Millionen Einwohner einen ausländischen Pass, weitere 15 Millionen haben einen Migrationshintergrund. Diese Menschen leben meist schon seit vielen Jahren und Jahrzehnten in Deutschland; die Jugendlichen griechischer, italienischer, portugiesischer oder auch türkischer Herkunft sind oft hier geboren. Sie haben Väter und Großväter, die als Gastarbeiter nach Deutschland kamen. Doch egal, wie lange die Jugendlichen mit Migrationshintergrund bereits in Deutschland leben, und egal in welchem Land ihre Wurzeln liegen - über alle Nationalitäten hinweg gibt es ein Merkmal, das sie nach wie vor von ihren deutschen Altersgenossen unterscheidet: Ihre geringe Teilnahme am System der dualen Berufsausbildung, räumen die Verantwortlichen ein.

In Köln ist vor 20 Jahren eine Institution an den Start gegangen, die es sich zum Ziel gesetzt hat, junge Frauen und Männer mit Migrationshintergrund über Chancen und Möglichkeiten der Berufsausbildung im so genannten "dualen System" - der klassischen Ausbildung in Unternehmen und Berufsschule - zu informieren und ihre Teilnahme an der Berufsausbildung zu steigern. Angesiedelt wurde diese "Beratungsstelle zur Qualifizierung ausländischer Nachwuchskräfte" (BQN) bei der "Gesellschaft für berufliche Förderung in der Wirtschaft e.V." (GBFW), die ihren Sitz im Hause der Industrie und Handelskammer zu Köln hat. Ins Leben gerufen wurde die GBFW 1985 von der Industrie- und Handelskammer zu Köln und der Handwerkskammer zu Köln, um berufsbildende Maßnahmen für die Wirtschaft in der Kölner Region zu unterstützen. Als die damalige BQN startete, lag der Anteil der ausländischen Auszubildenden in der Kölner Region bei rund vier Prozent. Als die BQN 1999 ihre Tätigkeit einstellte, waren es rund 18 Prozent. Die Erfahrungen der BQN wurden bundesweit übertragen, in zahlreichen anderen Städten wurden ähnliche Initiativen gestartet.

Nach vier Jahren Abstinenz und der Erkenntnis, dass der angeschobene Prozess eben kein "Selbstläufer" war, reaktivierte die Kölner IHK das BQN im März 2003. Damals entschlossen sich die damaligen Arbeitsämter Bergisch Gladbach, Brühl und Köln gemeinsam mit der Industrie- und Handelskammer zu Köln und der Handwerkskammer zu Köln, die BQN wieder zu installieren. Daraufhin startete mit "BQN II" die zweite Stufe für die Förderung der beruflichen Erstausbildung von Jugendlichen mit Migrationshintergrund. Als "BQN IHK & HWK Region Köln" ist sie heute noch aktiv und will nicht mehr und nicht weniger, als die jungen Migranten für die berufliche Ausbildung gewinnen. Um die Informationsdefizite bei den Jugendlichen abzubauen und ihnen das deutsche Ausbildungssystem nahe zu bringen, wird dabei vor allem auf eine gezielte, direkte Ansprache der Jugendlichen und zahlreicher Multiplikatoren gesetzt. Die Multiplikatoren werden von der BQN II geschult, über sie werden die Informationen an die Jugendlichen und ihre Eltern weitergeleitet. "Die Integration von Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Migrationshintergrund hat in den vergangenen 20 Jahren nichts an Aktualität verloren", erklärte Theodor J. Greif, Vorsitzender der GBFW und Vizepräsident der IHK Köln, zum 20-jährigen Bestehen.

Am Instrument der BQN wolle man in jedem Falle festhalten. So hatte erst kürzlich die Handwerkskammer in ihrem Jahresrückblick für das Ausbildungsjahr 2009 verkündet, dass erst im vergangenen Jahr der negative Trend einer immer geringer werden Ausbildungsquote unter Jugendlichen mit Migrationshintergrund gestoppt wurde. Dabei ist gerade eine solide Ausbildung häufig der Schlüssel für ein selbstbestimmtes Leben in Arbeit. Wer aber weder Ausbildung noch Hochschulabschluss vorweisen kann, wird es zukünftig noch schwerer haben, einen angemessenen und gut bezahlten Job zu erhalten. "Nur Qualifikation wird die Chancen dieser Jugendlichen auf dem Arbeitsmarkt verbessern", weiß Gregor Berghausen, bei der IHK Köln als Geschäftsführer zuständig für den Geschäftsbereich Aus- und Weiterbildung. Häufigste Ursache für das offenbar nach wie vor geringe Interesse von Jugendlichen mit Zuwanderungshintergrund am dualen Ausbildungssystem liegen nach Ansicht der BQN-Experten in Informationsdefiziten zum bundesdeutschen dualen Ausbildungssystem. Angebote an Schulen scheinen diese Gruppe offenbar nicht in dem Umfang zu erreichen, der wünschenswert wäre. Das gelte auch für die Zeit der Ausbildung selbst. So setzt das BQN-Team vor allem auf Informationsaustausch auf Augenhöher. Einer der Berater des zweiköpfigen Teams, Kiymet Akpinar, hat selbst türkische Wurzeln und weiß aus eigener Erfahrung um die Schwierigkeiten bei der Vermittlung solcher Informationen. "Nicht Jammern, Handeln!", lautet der abschließende Tipp des Ausbildungsberaters.







Artikel Service



Köln Nachrichten - das topaktuelle Newsportal fü Köln und die Region
Köln Nachrichten - developed with TYPO3 by beuse und beuse