27. 05. 2012
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Beschäftigte der Kölner Versicherungen streiken
(ehu) Bei der letzten Kundgebung im Mai regnete es in Strömen. Als Kölns Versicherungs-Beschäftigte am Freitag auf dem Neumarkt wieder für mehr Gehalt demonstrierten, schien symbolträchtig die Sonne: Die Proteste scheinen Erfolg zu haben. So einigten sich beide Tarifparteien überraschend auf eine neue Verhandlungsrunde am 21. Juli. Und die Arbeitgeber haben inzwischen auf ihre Forderung nach einer generellen Samstagarbeit verzichtet. Weit auseinander klaffen aber die Vorstellungen über die die künftige Lohnentwicklung.
Die Gewerkschaft fordert sechs Prozent mehr Lohn, zumindest aber ein "akzeptables Angebot", so Verdi-Verhandlungsführerin Beate Mensch in ihrer Rede. Gleichzeitig verwies sie auf die hohen Gewinnbezüge für das Topmanagment und die Ausschüttungen an die Aktionäre. Die Arbeitgeber bieten 1,8 Prozent für die nächsten 33 Monate und beharren auf einer Ausweitung des Leichtlohnsektors und der befristeten Arbeitsverträge. Mensch warnte die Versicherungen davor, den Arbeitskampf durch vorgezogene höhere Monatsgehälter auf die Betriebsebene zu verlagern.
Bundesweit folgten die Arbeitnehmer dem Streikaufruf der Gewerkschaft
Die Dienstleistungsgewerkschaft hatte bundesweit zu einem eintägigen Streik aufgerufen. Allgemein gilt die Versicherungsbranche nicht als sehr streikfreudig, doch am Freitag gab es Streiks und Kundgebungen unter anderem in Düsseldorf, Dortmund, Münster, Detmold, Rostock, Hamburg, Frankfurt/Main, Wiesbaden und München.
Deutlich mehr als die erwarteten 1000 Beschäftigten hatten sich in Köln versammelt. Allein von der Ergo-Versicherung waren es gut 500, die nach einer Demonstration vom Firmensitz an der Aachener Straße auf dem Neumarkt eintrafen. Hier warteten schon die Kolleginnen und Kollegen von der Gothaer, von Axa, HDI Gerling und Generali. Auch Zurich hatte sich der Kundgebung angeschlossen. Mit 28.000 Beschäftigten ist Köln einer der wichtigsten Versicherungsstandorte.
der aktuelle Arbeitskampf bringt Verdi neue Mitglieder
"Der Grad der Empörung über das Arbeitgeberangebot zeigt sich in der hohen gleichbleibenden Beteiligung an unserem Arbeitskampf", so das Fazit des Kölner Verdi-Fachsekretärs Rainer Klein. Über 100 Neueintritte habe es deswegen im letzten Vierteljahr gegeben.

























