27. 05. 2012
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Bildungsdiskussion in Pulheim
Die Wirtschaftsgremien der Unternehmen aus dem Rhein-Erft-Kreis haben am heutigen Mittwoch mit der Landesbildungsministerin über die Zukunft von Bildung diskutiert. Dr. Michael Stückradt, Staatssekretär aus dem Landesinnovationsministerium, und Schulministerin Barbara Sommer kamen extra aus Düsseldorf, um sich den Fragen und Anregungen der rund 90 anwesenden Gäste aus der Unternehmerschaft in der Region zu stellen. Gerade in Zeiten der Krise ist Bildung der Schlüssel für eine wissensbasierte Gesellschaft eine wichtige Voraussetzung. Nicht nur aus den Reihen der Landesregierung klingt das so. Eine fast gleichlautende Botschaft erklingt seit Beginn der Krise auch vonseiten der Arbeitsagentur. Nicht zuletzt deshalb setzen die Verantwortlichen dort auch auf die positiven Wirkungen von Weiterbildungsmaßnahmen, zum Beispiel während der Kurzarbeit. So sollen nicht nur Stammkräfte an das Unternehmen gebunden werden, die Kurzarbeiter selbst sollen mit neuem Elan und neuem Wissen nach der Krise wieder und erneut in ihrem angestammten Betrieb arbeiten. Doch von dieser positiven Aussicht ist die Realität offenbar doch einiges entfernt. Individuell und passgenau soll die Fortbildung sein, die Interessen der Teilnehmer wiederspiegeln und doch auch Grundsätzliches vermitteln. Und wie gewährleisten die vielen Bildungsträger mit noch mehr Lehrpersonal, dass sie trotz ständig neuer Fachgebiete trotzdem eine gute, solide und doch innovationsfördernde Weiterbildung erhalten?
Begrüßt wurden die beiden Diskussionsgäste vom Vorsitzenden des Pulheimer Wirtschaftsgremiums, Dieter Wesselow und Bürgermeister Frank Keppeler. "Das Engagement der Wirtschaft geht bei der Bildung weiter über die eigentliche duale Ausbildung hinaus", erklärte die Leiterin der IHK-Zweigstelle Rhein-Erft, Saskia Niemann. Gemeint sind die vielfältigen Reparaturbemühungen vieler vor allem kleinerer und mittlerer Betriebe und die ständig eindringlicher werdende Klage, dass die Suche nach geeigneten Bewerberinnen und Bewerbern immer schwieriger wird. Wenn schon in der Krise die Besetzung der Lehrstellen mit geeigneten Kandidaten schwierig ist, wie wird es erst aussehen, wenn nach der Krise der Aufschwung kommt. Erste Anzeichen registrieren die Auguren bereits seit Monaten.
"Bildung hilft uns dabei, die wirtschaftliche Krise zu überwinden", entgegnet Schulministerin entsprechenden Befürchtungen. Dass mit dem Ende der Schule oder der erfolgreichen Berufsausbildung das Lernen selbst noch kein Ende genommen hat, ist eine Folge der zunehmend größer werdenden Anforderungen an die moderne Berufswelt. "Wir brauchen die Fähigkeit zum lebensbegleitenden Lernen", so Sommer weiter. Auch für Stückradt ist lebenslanges Lernen wichtig, wie die Landesinitiative "Zukunft durch Innovation" zeige. Inzwischen machen 21 Hochschulen, 225 Schulen und zwei Berufsakademien sowie eine ungenannte Zahl an kleinen und mittleren Wirtschaftsbetrieben mit. Ein Beispiel aus dem Rhein-Erft-Kreis sei das zdi-Roberta-Zentrum in Frechen. Hier werden junge Mädchen durch den Bau von Robotern spielerisch an das Thema Technik herangeführt. Ein weiteres "Puzzlestück", wie Zweigstellenleiterin Niemann abschließend ausführte.

























