27. 05. 2012
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DGB-Jugend mit kritischem Blick auf den Ausbildungsmarkt
Nur wenige Stunden nachdem der aktuelle ausbildungsmarktbericht 2009/2010 erschienen ist, hat sich auch die DGB-Jugend in NRW kritisch zu Wort gemeldet. Die verhalten optimistische Einschätzung der Arbeitsvermittler in den Agenturen und Jobcenter des bevölkerungsreichsten Bundeslandes will die Jugendorganisation der Gewerkschaft so nicht teilen. Schon seit Jahren fordern die Junggewerkschaftler mehr Transparenz im Ausbildungsmarkt. Im Ausbildungsjahr 2006/2007 habe die Bundesagentur für Arbeit einfach eine zusätzliche Spalte in ihrer Statistik-Tabelle eingeführt. "Bewerber mit Alternative zum 30. September", lautet die Bezeichnung dieser Spalte. Hier sind diejenigen Bewerber erfasst, die zwar keinen Ausbildungsplatz erhalten haben, aber trotzdem eine Perspektive haben. Das könne der Wehrdienst oder eine Arbeitsstelle sein. Allerdings werde der Großteil dieser Jugendlichen und jungen Erwachsenen bereits in Kürze wieder als Ausbildungsplatzsuchend in der Statistik auftauchen, meint die DGB-Jugend. Sie müssten folglich in das offizielle Saldo der Arbeitsämter aufgenommen werden. Demnach stehen für die knapp 2800 freien Ausbildungsstellen eben nicht rund 3250, sondern knapp 23.500 Bewerber bereit, so einer der Hauptkritikpunkte der Gewerkschaftsorganisation.
Die Forderungen sind –ebenso wie die Kritik an der offiziellen Statistik – keineswegs neu. Die Gewerkschaften fordern eine Ausbildungsplatzabgabe für alle Betriebe, die eben nicht selbst ausbilden, sondern von den Ausbildungsanstrengungen der Lehrbetriebe profitieren. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes IT.NRW sind das landesweit rund drei Viertel. Allerdings sind auch der anderen Seite gerade die kleineren Betriebe diejenigen mit der höchsten Ausbildungsquote. Nach einer Studie des Bonner Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) beträgt die Ausbildungsquote in Kleinbetrieben rund neun Prozent. Damit liegt die Quote hier deutlich höher als im gesamten Ausbildungsmarkt (6,2 Prozent). Auch das BIBB schätzt, dass die Zahl der Suchenden bundesweit deutlich höher sei als in der offiziellen Statistik angegeben. Und auch eine weitere bedrohliche Entwicklung ist alles andere als umgekehrt. So sollen die Berufskollegs eigentlich der Schulort in der Dualen Ausbildung sein. Allerdings werden aktuell weniger als die Hälfte aller Schülerinnen und Schüler an den BKs in so genannten Fachklassen, also im Rahmen einer Berufsausbildung, unterrichtet, wie die amtliche Schulstatistik beweist. So fordern die Gewerkschaften bereits seit Jahren eine Verbesserung der schulischen Qualität sowie des Übergangs von Schule zu Beruf. Wenn aber nach Meinung der Gewerkschaftsjugend schon heute rund 20.000 Ausbildungsplätze in NRW fehlen, läuft auch in NRW eine tickende Zeitbombe. Im Jahr 2013 werden rund 60.000 mehr Abiturienten erwartet als in den Vorjahren. Nicht wenige von ihnen dürften auch auf den Ausbildungsmarkt drängen und so Absolventen anderer Schulformen verdrängen, befürchtet die DGB-Jugend. Fatal, denn schon jetzt sind mehr als 90.000 Jugendliche unter 25 Jahren arbeitssuchend. Die Arbeitslosequote ist unter den ungelernten fast drei Mal so hoch wie unter denen mit abgeschlossener Berufsausbildung.

























