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27. 05. 2012
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Gewerkschaft NGG warnt vor Zunahme der Zeitarbeiter


10.08.2011 23:45 von:


Die Zahl der Leiharbeiter hat sich im Zuge der wirtschaftlichen Aufschwungphase in den vergangenen Monaten deutlich erhöht. Wie die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) am heutigen Mittwoch bekannt, gebe es derzeit 19.540 Leiharbeiter in den Betrieben der Domstadt, ein knappes Drittel mehr als ein Jahr zuvor. Das alleine wäre kein Problem, wenn die Bezahlung der Leiharbeiter nicht deutlich hinter denen von Festangestellten hinterher hinkt. "Ihre guten Bilanzen haben die Unternehmen zu einem Großteil auf dem Rücken der Leiharbeiter erwirtschaftet. Der Preis dafür ist hoch: Leiharbeiter in Köln haben mit schlechteren Arbeitsbedingungen zu kämpfen. Und sie werden wesentlich schlechter bezahlt. Schon heute ist klar, dass sie später mit einer wesentlich geringeren Rente auskommen müssen", erklärte NGG-Geschäftsführer Ernst Busch in einer Stellungnahme am heutigen Mittwoch.

Nicht nur die ungleiche Bezahlung alleine stößt bei den Gewerkschaften auf Ablehnung. Die Arbeitnehmervertreter befürchten aufgrund dieser Entwicklung eine "Ausweitung der Altersarmut". Der eigentliche Zweck von Leiharbeit bestehe indes nach wie vor. Mit der Arbeitnehmerüberlassung sollen Produktionsspitzen abgearbeitet werden können, ohne direkt zu langfristigen Verpflichtungen seitens der Unternehmen zu führen. Doch offenbar strapazieren die Arbeitgeber dieses Instrument über Gebühr, so die Befürchtung der Gewerkschaften. "Von der Fleischindustrie bis hin zu Großküchen: Leiharbeiter sind schon lange nicht mehr die ‚schnelle Eingreiftruppe’, die nur zum Abpuffern von Produktionsspitzen eingesetzt wird", so Busch weiter. "Equal Pay", lautet der Gegenentwurf der Gewerkschaften. Sie werfen den Arbeitgebern vor, mit Leiharbeit eine gerechte Bezahlung und faire Arbeitsbedingungen zu unterhöhlen. In Köln fordern die Gewerkschaften inzwischen einen Mindestlohn in Höhe von 8,50 Euro pro Stunde. Zuletzt hatten Politik und Arbeitnehmervertreter acht Euro pro Stunde als angemessenen Mindestlohn bezeichnet.

Nach Aussage der NGG müsse dringend die "sozialpolitische Notbremse" gezogen werden. Wirkung erhoffen sich die Gewerkschaften vom geplanten Tariftreuegesetz der Landesregierung Nordrhein-Westfalen. "Hier steht die Lohn-Gleichbehandlung von Leiharbeitern schon schwarz auf weiß drin. Schon deshalb brauchen wir dieses Gesetz eher heute als morgen", sagte Busch. Eine regelrechte Zeitbombe könnte der Drang zu günstigen Arbeitern in der langfristigen Perspektive werden. Wer schon heute aufgrund der niedrigen Löhne aufstocken muss, um seinen Lebensunterhalt in einer Großstadt wie Köln finanzieren zu können, wird unmöglich Kapital für seine Altersvorsorge ansammeln können. Hartz-IV im Alter jedoch müsse die Soildargemeinschaft tragen, argumentierte Busch abschließend.







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