Wetter


Webtipps:
Ratgeber für Aktien können das Risiko in Grenzen halten.

Boersen News





Köln Nachrichten Neu


zum Archiv ->

Köln Nachrichten bei Twitter





27. 05. 2012
Seite drucken

Gewerkschaft: Vorwürfe gegen REWE-Chef nach Ministerbesuch


18.02.2012 11:00 von:(ehu)

Schlagwörter: Rewe,Ministerbesuch,Caparros,Gewerkschaft,Betriebsrat,Ladenschlussgesetz

Der Rewe-Vorstandschef Alain Caparros kam persönlich zum Ministerbesuch. Die Gewerkschaft wirft der Konzernspitze vor, getäuscht zu haben. Bild: Rewe Group

Was halten Kunden und Verkäufer vom Ladenschlussgesetz? Um das herauszufinden, besuchte NRW-Wirtschaftsminister Harry K. Voigtsberger am vergangenen Montag spätabends einen Rewe-Supermarkt in Köln. Dabei wurde er gewaltig hinters Licht geführt, wirft jetzt Verdi-Landesleiterin Gabriele Schmidt Rewe-Vorstandschef Alain Caparros vor.

„Um sicher zu gehen“, habe man – so die Gewerkschafterin – einen Supermarkt in der Kölner Partymeile ausgesucht. Doch selbst dort habe es nach 22 Uhr lediglich zwei Kunden gegeben. Zudem sei der Laden keine direkte Rewe-Filiale, sondern werde von dem selbständigen Händler Marcel Rahmati als Rewe-Markt betrieben. „Der Laden ist auch nicht tarifgebunden“, so Schmidt. „Nach Verdi-Informationen zeichnet sich das Geschäft dadurch aus, dass es dort eine hohe Anzahl an geringfügig Beschäftigten gibt, die deutlich unter dem Tarif des Einzelhandels in NRW bezahlt werden.“

Verdi-Vorwurf: Minister sprach mit einem Betriebsrat, der nicht zuständig war

Weil es dort auch keinen Betriebsrat gebe, sich das aber gegenüber einem SPD-Politiker gut mache, habe man schnell einen herbeigeschafft, „der die Meinung des Rewe-Vorstandschefs in Sachen Ladenöffnung vertritt“. Besagter Betriebsrat sei für den selbständigen Laden am Kölner Hohenzollernring aber gar nicht zuständig und konnte zu den dortigen Verhältnissen deshalb wenig sagen.

Und auch die angebliche Bezahlung eines Taxis für alle Beschäftigten, die nach Feierabend keine Bahn mehr nach Hause bekommen, mache sich bei einem Minister-Pressebesuch zwar gut, hat aber mit der Realität bei Rewe wenig zu tun. „Wir werden dieses Versprechen gern in den nächsten Tarifvertrag schreiben. Da wird Herr Caparros dann ja sofort zustimmen“, sagte Schmidt.

Für Rewe-Chef sind Gegner des geltenden Gesetzes  „praxisfremd und altmodisch“

Der gebürtige Franzose Caparros ist ein Verfechter des 2006 von der damaligen schwarz-gelben Landesregierung eingeführten Ladenschlussgesetzes. Seitdem dürfen Geschäfte dürfen an Werktagen und samstags rund um die Uhr öffnen, außerdem dürfen die Kommunen pro Jahr vier verkaufsoffene Sonntage erlauben. Die jetzige rot-grüne Regierung will dies nun – nicht zuletzt auf Druck von Gewerkschaften und Kirchen – zurückschrauben. Dazu fand Mitte Januar im Landtag eine öffentliche Anhörung statt. Caparros wirft den Gegnern der geltenden Regelung vor, „praxisfremd und altmodisch“ zu sein.

„Mit gesundheitsschädlicher, familienfeindlicher und schlecht bezahlter Nachtarbeit – insbesondere für hunderttausende von Frauen – will sich Rewe offenbar Wettbewerbsvorteile verschaffen“, kritisiert Schmidt. Das Shoppen einzelner Menschen in der Nacht als Mittel gegen die Einsamkeit zu verkaufen, sei in diesem Zusammenhang schon zynisch. Es sei jedoch völlig inakzeptabel, „wenn sich der Minister vom Rewe-Chef bei Rotwein und Mineralwasser nach einer Stippvisite davon überzeugen ließe, an der Nachtarbeit im Einzelhandel in NRW nichts zu ändern“.







Artikel Service



Köln Nachrichten - das topaktuelle Newsportal fü Köln und die Region
Köln Nachrichten - developed with TYPO3 by beuse und beuse