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27. 05. 2012
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Gewerkschaften reagieren auf Verleger-Forderung mit erneutem Streik


02.08.2011 16:29 von:

Schlagwörter: Köln,MDS,DuMont-Schauberg,Streik,Tarifkonflikt,2011,August,verdi,DJV,dju,BVDZ,Ve

"Wir haben den Verdacht, dass die Verleger die Redakteure massiv unter Druck setzen”, erklärte einer der streikenden Redakteure aus dem Hause MDS DuMont Schauberg. Am heutigen Dienstag fand auf der Breite Straße eine weitere Streikaktion statt, mehr als 50 Bedienstete aus den Redaktionen der MDS-Tageszeitungen unterstützten die Forderungen der Gewerkschaft und nahmen an dem Ausstand teil. Hintergrund sind die festgefahrenen Verhandlungen zwischen dem Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger BVDZ und den Arbeitnehmervertretern der Deutschen Journalisten-Union dju in der Gewerkschaft verdi und des Deutschen Journalisten-Verbandes DJV. In der Sache allerdings gibt es vor dem heutigen Start einer weiteren Verhandlungsrunde wenig Neues und noch weniger Erfreuliches. Da konnte auch der zwischenzeitlich nach Köln zurückgekehrte Hochsommer wenig ändern. Kritik übten die Journalisten vor dem DuMont-Carree auch an der jüngsten Preiserhöhung für Abonnenten. Die trat zum 1. August dieses Jahres in Kraft. "Sensibilität ist nicht gerade eine Stärke unseres Verlegers", so ein Mitarbeiter des Medienhauses.

Verleger fordern Kompromiss und bleiben hart

Wie weit auseinander die beiden Tarifparteien in die kommende Verhandlungsrunde gehen, macht die am Vortag veröffentlichte Presseerklärung des BVDZ deutlich. Dort fordert die Arbeitgeberseite "moderate Reformen", die Gewerkschaften mögen doch mit "verhandlungsfähigen Vorschlägen" an den Schlichtertisch zurückkehren. BVDZ-Verhandlungsführer Werner Hundhausen betonte die Kompromisswilligkeit der Arbeitgeberseite, ohne dass die ihrerseits einen Teil ihrer Forderungen zurückgenommen haben. Trotzdem erwarte man, dass ein Kompromiss erreichbar sei. "Uns geht es um die Zukunft der Branche und die Erhaltung des Flächentarifvertrags", versicherte Hundhausen für die Arbeitgeberseite.

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Unterdessen beharrten die Streikenden in Köln wie auch anderswo auf ihren Forderungen. Die sehen vor, dass die bis zu 25-prozentigen Gehaltskürzungen bei Jungredakteuren und nach Versetzungen zurückgenommen werden. Die Arbeitnehmer in den Redaktionen der BVDZ-Mitglieder sollen nach dem Willen der Arbeitgeber "weniger verdienen, länger arbeiten, weniger Urlaub haben, und aufs Urlaubsgeld verzichten. Darüber erhalten die Angestellten nach den Vorstellungen der Verleger geringere Zuschüsse zur eigenen Altersvorsorge, bemängelten die Streikenden in einem Handzettel. Die Konsequenzen sind nach Ansicht der Arbeitnehmer fatal. "Die für unsere Demokratie wichtige Kontrollfunktion der Presse wird ausgehöhlt. Politik und Verwaltung brauchen diese Kontrolle aber dringend, wie sie immer wider in ihren Zeitungen lesen können", begründeten die Streikenden ihren Ausstand.

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