27. 05. 2012
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IHK präsentiert Ergebnisse einer Online-Umfrage
Die demografischen Veränderungen der deutschen Gesellschaft werden immer stärker spürbar. Das gilt auch und vor allem für den Arbeitsmarkt. Derzeit kommt mit der äußerst robusten konjunkturellen Entwicklung noch ein zweiter Faktor hinzu, der die Aussichten am Ausbildungsmarkt vor allem für diejenigen aufhellen wird, die bislang eher schlechte Chancen für eine Vermittlung in eine Ausbildungsstelle hatten. In einer jüngst durchgeführten Online-Umfrage der Kammer im gesamten Einzugsgebiet zeigte sich jedoch ein Umdenken, auch in den Chefetagen und den Personalstellen der befragten Unternehmen. Demnach steigen mit dem Einzug des demografischen Wandel auch die Chancen für leistungsschwächere Jugendliche in der Region, betonten die Kammerverantwortlichen.
Immer stärker rückt demnach diese Gruppe junger Menschen in den Fokus. Auch die Kölner Arbeitsagentur hatte in der Vergangenheit wiederholt auf die Vermittlung leistungsschwächerer Jugendlicher und junger Erwachsener hingewiesen. Gerade im Handwerk, aber auch in anderen kleinen und mittleren Betrieben wächst die Einsicht, dass alleine die Schulnote der Weisheit letzter Schluss nicht sein kann. "Mehr als ein Drittel der Unternehmen in der Region geben sogar an, dass soziale Kompetenzen wichtiger sind als schulische Leistungen. Somit haben sich auch die Chancen für lernschwächere Jugendliche merklich verbessert", erläuterte Gregor Berghausen, Geschäftsführer für Aus- und Weiterbildung bei der IHK Köln, das am gestrigen Montag veröffentlichte Umfrageergebnis dieser Befragung.
Bedarf ist reichlich vorhanden
Zwar ist nach wie vor die so genannte "Mangelnde Ausbildungsreife" noch immer für mehr als drei Viertel der Befragten (76 Prozent) ein bekanntes und doch weiter hochaktuelles Problem. Aber bereits mehr als die Hälfte der Befragten (54 Prozent) bieten im eigenen Betrieb Qualifizierungsmaßnahmen an, um den Berufseinsteigern hier Hilfe anzubieten. Etwas mehr als ein Viertel der Befragten (26 Prozent) nutzen ausbildungsbegleitende Hilfen der Agentur für Arbeit. 83 Prozent der befragten Unternehmen sehen Investitionen in Ausbildung inzwischen als wichtigen Baustein zur Deckung des eigenen Fachkräftebedarfs aus den eigenen Reihen. In diesem Jahr wollen sogar knapp ein Fünftel der Ausbildungsbetriebe (19 Prozent) die Zahl der Auszubildendenstellen erhöhen. Doch hier zeigt sich bereits der demografische Wandel.
So treten zwar 19 Prozent der Jugendlichen ihre zuvor bereits zugesagte Lehrstelle erst gar nicht an. Mehr als die Hälfte der Unternehmen (55 Prozent) gab es indes an, keine geeigneten Bewerberinnen und Bewerber gefunden zu haben. Wer es dann aber geschafft hat, sich einen Ausbildungsplatz zu sicher, der hat auch Perspektiven. So will die Hälfte der Betriebe die Azubis nach bestandener Prüfung zu 75 bis 100 Prozent übernehmen. ""Die Chancen auf einen Ausbildungsplatz standen in den letzen Jahren noch nie so gut wie jetzt", lautet das eindeutige Fazit des IHK-Ausbildungsexperten Berghausen. Noch allerdings gebe es nach dem ersten Schulabschluss einen virulenten Drang, der neunten Klasse einer Hauptschule noch eines oder zwei Jahre Berufskolleg oder andere weiterführende Angebote aufzusuchen. Dieses als "Warteschleife" bezeichnete Phänomen bietet ebenfalls noch viel Potenzial.
Aktuell haben im IHK-Bezirk Köln bereits 2.301 junge Leute für dieses Jahr einen Ausbildungsvertrag in einem der knapp 200 IHK-Berufe unterschrieben. Das sind 16 Prozent oder 315 Verträge mehr als zum Vorjahresstichtag. Insgesamt wurden 14.000 Ausbildungsbetriebe aus der Region Köln befragt. Weitere Informationen zur Umfrage finden sie auch im Internet unter: www.ihk-koeln.de.

























