27. 05. 2012
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IW warnt erneut vor Ingenieurmangel
In Deutschland fehlt es an Ingenieuren. Dieser Megatrend, bedingt durch den demografischen Wandel und den dadurch hervorgerufenen Trend sinkender Absolventenzahlen, war nur im Jahr 2009 kurzzeitig aus dem Fokus der interessierten Öffentlichkeit gerückt. Nachdem jedoch die deutsche Wirtschaft in den zurückliegenden Monaten wieder überraschend schnell an Fahrt und folglich inzwischen fast den Einbruch wieder überwunden hat, werden auch die Rufe nach neuen Konzepten gegen den Fachkräftemangel wieder vernehmlicher vorgetragen. Nun hat sich das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) mit neuen Zahlen und einer neuen Forderung in die Debatte eingebracht.
Wie die Bildungsexperten des arbeitgebernahen Wirtschaftsforschungsinstituts am gestrigen Mittwoch verkündeten, kommen 75 Prozent der derzeit in Deutschland ausgebildeten Ingenieuren aus nicht-akademischen Elternhäusern. Ingenieure haben demnach so gut wie keine anderen Hochqualifizierten den Aufstieg durch Bildung geschafft. Bei Juristen und Medizinern hingegen kommt über die Hälfte des Nachwuchses aus traditionellen Akademikerfamilien, so ein weiteres Ergebnis der Untersuchung. So ist die Ausbildung zum Ingenieur in den vergangenen Jahren offenbar deutlich leichter geworden für Kinder aus Familien ohne akademischen Hintergrund. Erreichten in Deutschland Mitte der 1990er Jahre erst 15 Prozent von ihnen einen Studienabschluss, sind es aktuell bereits 20 Prozent.
Ob dieser Trend, selbst wenn er anhält, ausreichen wird, den gestiegenen Bedarf an qualifizierten Fachkräften mit FH- oder Uniabschluss abdecken zu können, ist weiterhin mehr als fraglich. Nach IW-Schätzungen lag die Differenz zwischen freien Jobs und verfügbaren Arbeitskräften im vergangenen Jahr bei 35.900 unbesetzten Stellen, aktuell sind es sogar bereits wieder über 60.000. Das kostet nach Ansicht der Wirtschaftsforscher bares Geld: Mindestens 3,3 Milliarden Euro Wertschöpfungsverlust sind Deutschland durch den Fachkräfteengpass 2010 entstanden, hieß es dazu abschließend.
Weitere Informationen zum Ingenieurarbeitsmarkt 2010/11 - Fachkräfteengpässe trotz Bildungsaufstieg, finden sie auch auf den Internetseiten des Instituts. Hier finden sie auch die Studie, die in Kooperation mit dem Verein Deutscher Ingenieure entstanden ist, als Download unter: www.iwkoeln.de.


























