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27. 05. 2012
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Kölner Arbeitsmarkt im Aufwind – erstmals weniger als zehn Prozent Arbeitslose


01.06.2010 17:47 von:

Schlagwörter: Köln,Arbeitslosigkeit,Mai,2010,Arbeitslosenquote,Unterbeschäftigung,Qualifizieru

Der Kölner Arbeitsmarkt hat erstmals seit Beginn der Quotenberechnungen die Marke von zehn Prozent Arbeitslosigkeit unterschritten. Die heute in Köln vorgestellten Zahlen von 51.050 Arbeitslosen entsprechen einer Arbeitslosenquote von 9,9 Prozent. Gegenüber dem Vorjahresmonat sank die Zahl um immerhin 3049 ab. Auch gegenüber dem Vormonat ging die Zahl der Arbeitslosen um 978 oder 1,9 Prozent zurück. Für eine wiederanziehende Konjunktur auf dem Arbeitsmarkt spricht zudem die gestiegene Anzahl freier Stellen. Wie die Kölner Agentur weiter bekannt gab, stieg diese Zahl ebenfalls deutlich und liegt nun bei rund 6500. Demgegenüber scheint die wiederanziehende Nachfrage die Zahl der Kurzarbeiter weiter zu reduzieren. In 659 Betrieben in der Domstadt waren bereits Ende des ersten Quartals nur noch 5140 Kurzarbeiter gemeldet. Im August 2009 hatte die Kurzarbeit den bisherigen Spitzenwert von fast 10.500 angemeldeten Kurzarbeitern erreicht. Der tatsächliche Arbeitsausfall erhöhte sich zwar zwischen Ende Dezember 2009 und Ende März 2010 von 34,3 auf 44,3 Prozent deutlich. Allerdings sank im gleichen Zeitraum die Zahl der angemeldeten Kurzarbeiter von 7096 auf 5140, so dass per Saldo deutlich weniger Erwerbspersonen von Kurzarbeit betroffen waren. Die Kehrseite der Medaille ist jedoch das weiterhin hohe Niveau an so genannter Unterbeschäftigung. Gerade vor dem Hintergrund der nun einsetzenden Spardiskussion könnte es möglicherweise schon bald massive Einschnitte in die Unterstützungsmaßnahmen geben, wie Wirtschaftsexperten mutmaßen. Die Kölner Agentur bezifferte die Quote der "Unterbeschäftigten" auf 14,2 Prozent oder in Zahlen ausgedrückt auf über 73.600.

Davon unbesehen gehen die Verantwortlichen der Kölner Arbeitsagentur auch im laufenden Monat von einem weiteren Rückgang der Arbeitslosigkeit aus. Erst mit Beginn der Sommerferien im Juli sei wieder mit steigenden Zahlen in dieser Statistik zu rechnen, erläuterte der Vorsitzende der Geschäftsführung der Kölner Agentur für Arbeit, Peter Welters. Insgesamt aber gebe es deutliche Anzeichen, dass die Kräftenachfrage auf dem Kölner Arbeitsmarkt wieder anzieht. So registrierte die Agentur in den ersten fünf Monaten dieses Jahres mehr als 11.700 (ungeförderte) Stellengesuche, rund ein Fünftel mehr als im Krisenjahr 2009 zum gleichen Zeitpunkt. Von den derzeit 6500 Stellenangeboten stammt überdies ein Drittel aus der Zeitarbeitsbranche. Gerade hier ist die kurzfristige Belebung deutlich spürbar. Gefragt sind neben Ingenieure – alleine hier stieg der Bedarf an akademischen Fachkräften binnen eines Jahres um 50 Prozent an - auch nicht akademische Experten und Fachkräfte. Welters wiederholte erneut seine Befürchtungen hinsichtlich der demografischen Entwicklung. Auf absehbare Zeit werde es gerade bei den gut qualifizierten Arbeitskräften immer mehr Probleme geben, geeignete Bewerber für diese Stellen zu finden. Ein möglicher Ausweg sei die duale Ausbildung im Betrieb, warb Kölns oberster Arbeitsvermittler. Dies sei der "Königsweg", erklärte Welters weiter.

Allerdings gebe es auch aus Sicht der Arbeitsagentur keine Entwarnung und schon gar kein Grund für Euphorie. Als Beleg für diese realistische Einschätzung mag die Zahl der "Unterbeschäftigten" gelten. Mit der bereits erwähnten Quote von 14,2 Prozent erreichte sie in Köln einen bisherigen Höchststand. Trotz einsetzender Erholungstendenzen durch die wieder anziehende Konjunktur habe sich Berechnungen der Agentur die Zahl der Arbeitssuchenden, von denen sich immer mehr in Weiterbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen befinden, gegenüber April weiter erhöht. Mit 73.632 lag diese Zahl sogar deutlich (um 2198) über dem Stand des Vormonats, wie Welters bekannt gab. Zumindest aber seit Jahresanfang gebe es einen positiven Trend. Während die Zahl der Arbeitslosen seit Januar 2010 um 4517 zurückging, stieg sie im Bereich der Unterbeschäftigung nur etwa halb so stark an (+ 2198). Allerdings geht die Schere zwischen den offiziellen Statistiken der Arbeitslosigkeit und der tatsächlichen "Unterbeschäftigung" immer weiter auseinander. Zum Vergleich: Vor einem Jahr lagen beide Werte um 2,4 Prozentpunkte auseinander, ein Jahr später erhöhte sich die Kluft zwischen ausgewiesener und tatsächlicher Arbeitslosigkeit auf inzwischen 4,3 Prozentpunkte.


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