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27. 05. 2012
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Kölner Arbeitsmarkt mit rückläufigen Arbeitslosenzahlen


05.01.2010 10:21 von:

Schlagwörter: Köln,Arbeitsmarkt,Arbeitsagentur,Arbeitslose,Quote,Dezember,2009,Rückgang,saison

Der Kölner Arbeitsmarkt hat sich im Monat Dezember etwas positiver als der Gesamtmarkt entwickelt. Wie die Kölner Agentur für Arbeit am heutigen Dienstag verkündete, lag die Zahl der Arbeitslosen mit 52.958 um 273 unter dem Stand des Vormonats. Der Rückgang beträgt 0,5 Prozent. Damit kann sich der Kölner Arbeitsmarkt erstmals nach langer Zeit wieder einmal deutlich vom Trend in Bund und Land absetzen. Zum Vergleich: In Nordrhein-Westfalen stieg die Zahl der Arbeitslosen um 0,3 Prozent auf 779.870. Während sich folglich die Arbeitslosenquote auf Landesebene um 0,1 Prozentpunkte auf 8,7 Prozent erhöhte, sank sie in der Domstadt von 10,4 auf 10,3 Prozent. Auch auf Bundesebene stieg die Zahl der Arbeitslosen im Dezember an. Die Zahl der Arbeitslosen erhöhte sich bundesweit um rund 60.000 auf 3,276 Millionen, die dazugehörige Quote sogar um 0,2 Prozentpunkte auf 7,8 Prozent. Trotz der positiven Entwicklung liegt der Kölner Arbeitsmarkt noch immer um Einiges hinter der Arbeitslosigkeit im Landes- und Bundesdurchschnitt.

Trotz der positiven Nachrichten und eines zufriedenstellenden Jahresabschlusses machen sich die Verantwortlichen kaum Illusionen. Das Jahr 2010 wird im Zeichen einer weiterhin schwierigen Konjunkturentwicklung stehen. Die Zahl der Arbeitslosen wird im Jahresdurchschnitt auf jeden Fall zunehmen, so auch die Prognose des Chefs der Kölner Arbeitsagentur, Peter Welters, zum Ende des vergangenen Jahres. Auch die Leiterin der NRW-Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit, Christiane Schönefeld warnt vor zu viel Optimismus. Zwar haben die arbeitsmarktpolitischen Instrumente, insbesondere die Kurzarbeit, Schlimmeres verhindert. "Die moderate Entwicklung zum Jahresende darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass dem Arbeitsmarkt ein schwieriges Jahr 2010 bevorsteht", so Schönefeld in ihrer Stellungnahme zur Arbeitsmarktentwicklung. Ähnlich klingt das auch aus dem Munde der Kölner Verantwortlichen. "Wir freuen uns über den leichten Rückgang. Dennoch blicken wir mit Vorsicht und Zurückhaltung ins neue Jahr", so Karl Tymister, operativer Geschäftsführer der Kölner Arbeitsagentur.

Als Beleg für die eigene Skepsis nannte Tymister einige Kennzahlen des Arbeitsmarktes. So stieg die Arbeitslosenzahl im Jahresvergleich um 3,4 Prozent oder 1737 Personen an. Zugleich ging die Zahl der offenen Stellen im Dezember gegenüber dem Vorjahresmonat um knapp ein Fünftel auf 2073 zurück. Etwas besser fiel die Bilanz für das Gesamtjahr aus. Mit 25.092 offenen Stellen lag der Wert im Jahr 2009 um 8,5 Prozent unter dem des Vorjahres. Sorge bereitet den Agenturverantwortlichen die weiterhin rückläufige Nachfrage in einigen Branchen. In den letzten Monaten des vergangenen Jahres meldeten weitere 130 Arbeitgeber in Köln Kurzarbeit an. In 2010 könnte sich die Situation sogar noch verschärfen. Das gilt für Unternehmen, die bereits Kurzarbeit beantragt haben und wegen der anhaltenden Nachfrageschwäche im Laufe dieses Jahres an ihre "finanzielle Schmerzgrenze" kommen werden. Die Schlussfolgerung ist für die Verantwortlichen klar. "Wir brauchen wieder Wachstum, damit der Motor in den kurzarbeitenden Betrieben wieder anspringt", so Tymister.

In der offiziellen Arbeitslosenstatistik sind allerdings nicht alle "Unterbeschäftigten" erfasst. Zu den eigentlichen Arbeitslosen gesellen sich weitere rund 11.000 Erwerbsfähige. Dazu zählen neben den von Kurzarbeit Betroffenen auch Erwerbspersonen, die sich in Qualifizierungsmaßnahmen befinden. Sie werden in der offiziellen Statistik nicht mitgezählt, erhalten aber trotzdem staatliche Transferleistungen und gelten auch in der offiziellen Betrachtung als "unterbeschäftigt". Ihre Zahl stieg gegenüber dem Vorjahresmonat zudem deutlich stärker an als die offizielle Arbeitslosenzahl, nämlich um 6,1 Prozent. Insbesondere die Qualifizierung sei aber wichtig, um den Betroffenen in Zeiten anziehender Konjunktur größere Chancen auf einen neuen Job zu bieten. Dass trotz Wirtschaftskrise und einem deutlichen Rückgang der Kräftenachfrage trotzdem Chancen bestehen, verdeutlichen die Kölner Verantwortlichen anhand einer weiteren Zahl. Im vergangenen Jahr haben immerhin 38.144 Personen eine neue Stelle gefunden. Das sind zwar ebenfalls weniger als im Vorjahr. Der Rückgang der in einen Job vermittelten Erwerbspersonen lag mit 8,6 Prozent jedoch auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau.

Eine weitere Besonderheit zeigt ein Blick in die Landesstatistik. Hier meldeten die Verantwortlichen am heutigen Dienstag einen deutlichen Anstieg bei arbeitslosen Männern. Sie sind durch die Krisenbranchen und deren rückläufige Kräftenachfrage besonders betroffen, argumentieren die Verantwortlichen. Landesweit stieg die Zahl der arbeitslosen Männer im Jahresvergleich um 12,5 Prozent an. Mit 363.020 arbeitslosen Frauen lag diese Zahl jedoch um 1,6 Prozent unter dem Stand des Vorjahres. Männer zählen nach Ansicht der NRW-Regionaldirektion somit zu den Verlierern des Arbeitsmarktes.







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