27. 05. 2012
Seite drucken
Kölner Arbeitsmarkt schlägt Bundestrend
Der Arbeitsmarkt in Köln hat sich im zurückliegenden Monat August etwas besser entwickelt als im Bundesdurchschnitt. Wie die Kölner Agentur für Arbeit am heutigen Mittwoch meldete, waren im Spätsommer 50.373 erwerbsfähige Personen als arbeitslos gemeldet, 344 oder 0,7 Prozent weniger als einen Monat zuvor. Die Quote ging damit leicht auf 9,7 Prozent zurück. Der Kölner Arbeitsmarkt schnitt damit etwas besser ab als der Bundesdurchschnitt. Die Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg gab am gleichen Tag bekannt, dass die Zahl der Arbeitslosen im gesamten Bundesgebiet um 5000 auf 2,945 Millionen Arbeitssuchende anstieg. Die offizielle Arbeitslosenquote veränderte sich allerdings nicht und beträgt damit weiterhin sieben Prozent. "Der leichte Rückgang der Arbeitslosenzahl ist typisch für den Kölner Arbeitsmarkt im August", kommentierte Karl Tymister, Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Köln, die August-Zahlen zum Arbeitsmarkt. Hauptursache für die positive saisonale Entwicklung ist die unverändert große Nachfrage der Kölner Unternehmen. Der Arbeitsmarkt reagiert mit zeitlicher Verzögerung auf die konjunkturelle Entwicklung der zurückliegenden Monate. Eigentlich liegen die August-Zahlen wegen des späten Ferienbeginns etwas über den Juli-Zahlen. Viele Schulabsolventen melden sich mit Beginn der Sommerferien zunächst einmal arbeitslos, ehe sie dann ihre Ausbildung beginnen.
Im letzten Monat haben über 3000 zuvor arbeitslose Kölnerinnen und Kölner eine neue Tätigkeit begonnen. Im gleichen Zeitraum haben uns die Betriebe mehr als 3100 freie Stellen gemeldet. Der Jobmotor Köln läuft rund", so Tymister weiter. Mit 3010 Vermittlungen in Arbeit lag die Zahl um 194 oder 6,9 Prozent über dem Niveau des Vorjahres. Gegenüber dem Vormonat waren es sogar 620 mehr. Derzeit sind im Stellenpool der Kölnr Arbeitsvermittlungsbehörde 7379 Stellen als unbesetzt gemeldet. Die Zahl der so genannten "Unterbeschäftigten" hingegen blieb in etwa auf dem Niveau des Vormonats. Rechnet man die Personen in Qualifizierungsmaßnahmen oder in geförderter Selbständigkeit zur Zahl der Arbeitslosen hinzu, sind in Köln 74.315 Personen arbeitssuchend. Das sind zwar fast sechs Prozent weniger als vor einem Jahr, aber gegenüber dem Vormonat gab es kaum Veränderungen. Während die Zahl der Arbeitssuchenden im Bereich der Arbeitsagentur (Kurzzeitarbeitslose nach SGB III) um fast zwölf Prozent zurückging, fiel der Rückgang bei den Langzeitarbeitslosen mit 4,1 Prozent deutlich geringer aus, so die Kölner Behörde weiter. Die Quote der "Unterbeschäftigten" liegt derzeit bei 14 Prozent, so die Agenturverantwortlichen weiter.
Angesichts der zurückliegenden Debatte um die Situation älterer Arbeitslose stellt sich die Kölner Arbeitsvermittlungsbehörde auf die Seite der Bundesregierung. "Von der positiven Entwicklung auf dem Kölner Arbeitsmarkt haben alle Altersgruppen profitiert, insbesondere die über 50jährigen", betonte Tymister, ohne jedoch konkrete Zahlen zu nennen. Auch bei den Jüngeren gab es im August eine Zunahme der Arbeitslosen, jedoch sehen die Verantwortlichen hier aufgrund einer höheren Übernahmequote frisch ausgebildeter Fachkräfte positive Signale. Im August waren mit 4567 Erwerbsfähigen unter 25 Jahre 193 oder 4,4 Prozent mehr Jüngere arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahr verringerte sich deren Zahl jedoch um 803oder 15 Prozent. Die Arbeitsagentur spricht in diesem Zusammenhang von einer "andauernden Aufnahmefähigkeit" des Arbeitsmarktes. Und die Zahl der offenen Stellen zeigt vor allem in den bereichen Elektroberufe (1130 freie Stellen) und Büro- und Verwaltungsberufen (1106) einen hohen Bedarf. Von dem vielfach beschworenen Engpass bei Ingenieuren ist in Köln allerdings derzeit wenig zu spüren. Die Zahl der freien Stellen liegt lediglich bei 135, wie die Arbeitsagentur abschließend meldete.

























