27. 05. 2012
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Kölner Arbeitsmarkt spürt die Krise
Nach drei Monaten ist die Zahl der arbeitslos gemeldeten Erwerbsfähigen in Köln wieder leicht angestiegen. Gegenüber dem Vormonat erhöhte sich die Zahl der Arbeitslosen um 96 auf 53.229. Im Vergleich zum November 2008 vergrößerte sich jedoch der Abstand weiter. Mittlerweile weist der Kölner Arbeitsmarkt im November dieses Jahres eine um 2182 Personen höhere Arbeitslosenzahl auf. Das entspricht einer Steigerung von 4,3 Prozent. Im Oktober lag dieser Wert noch bei 2,4 Prozent. Für den Vorsitzenden der Geschäftsführung der Kölner Arbeitsagentur, Peter Welters, bedeuten die Novemberzahlen indes keine Trendumkehr. Vielmehr stehe man wohl am Beginn einer längeren Phase des Arbeitsplatzabbaus. "Auch wenn die Arbeitslosigkeit in Köln im Vergleich zum Vormonat stagniert, zeichnet sich alles andere als eine Lösung der Probleme am Kölner Arbeitsmarkt ab", so die düstere Vorahnung von Welters. Wie schon im Frühjahr fiel der im November übliche Rückgang der Arbeitslosenzahlen im November aus. Zum anderen bereitet den Kölner Arbeitsvermittlern der spürbare Anstieg der Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr Sorge.
So ist trotz der arbeitsmarktpolitischen Instrumente wie Weiterbildung oder Kurzarbeit die Zahl der vor kurzem arbeitslos gemeldeten Erwerbspersonen sprunghaft angestiegen. Derzeit betreut das Kundenzentrum der Arbeitsagentur 10.837 Erwerbslose. Das sind zwar weniger als im Vormonat, aber deutlich mehr als im November 2008. Damals waren es 1090 oder 11,2 Prozent weniger, hieß es dazu. Auch bei den Langzeitarbeitslosen kehrt sich inzwischen der Trend ins Negative um. Nach Monaten, in den die Zahl der von der ARGE betreuten Langzeitarbeitslosen kontinuierlich wenn auch nur leicht nach unten zeigte, stieg die Zahl im November 2009 auch im Vergleich zum Vorjahr wieder an. Derzeit werden 42.392 Menschen von der ARGE betreut, die länger als zwölf Monate keinen Job mehr hatten. Auch das Saldo zwischen Neuanmeldungen zur Arbeitslosigkeit und Abmeldungen durch Aufnahme einer neuen Beschäftigung ist inzwischen ins Minus gerutscht. Im bisherigen Gesamtjahr meldeten sich 45.553 Personen neu als arbeitslos, nur 35.180 schafften in dieser Zeit den Sprung in eine neue Beschäftigung.
Dass der Arbeitsmarkt vor einem möglicherweise drastischen Anstieg der Arbeitslosenzahlen steht, verdeutlicht ein weiteres Kriterium. Auch bei der Kurzarbeit gab es im Oktober dieses Jahres eine weitere Zunahme. Nachdem bereits im September 64 Betriebe für 575 Beschäftigte Kurzarbeit angemeldet hatten, waren es im Oktober nach Angaben der Kölner Arbeitsagentur zwar mit 55 weniger Betriebe. Dafür aber stieg die Zahl der betroffenen Mitarbeiter auf 894 an. Insgesamt liegt die Zahl der Anmeldungen bei rund 10.100 in 720 Betrieben. Erfahrungsgemäß werden aber nicht alle Betroffenen tatsächlich kurzarbeiten. Nach bisherigen Vergleichszahlen der Arbeitsvermittler werden rund 40 Prozent der Anmeldungen auch tatsächlich von den Betrieben ausgenutzt. Aufgrund aller arbeitsmarktpolitischen Instrumente ist im November dieses Jahres die Zahl der Arbeitssuchenden um 10.227 höher. "Insgesamt bemühten sich nahezu 63.500 Kölner im November aktiv, eine Beschäftigung zu finden", hieß es dazu weiter. Dass trotz Krise der Arbeitsmarkt aber noch immer Chancen bietet, zeigt eine weitere Zahl. So bietet die Arbeitsagentur derzeit 5283 offene Stellen. Das allerdings sind auch deutlich weniger (- 18,2 Prozent) als im Vorjahresmonat.

























