27. 05. 2012
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Kölner Ausbildungsmarkt 2009: Bilanz fällt verhalten positiv aus
Während die beiden Kammern bei der Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge einen spürbaren Rückgang verzeichnete, registrierte die Kölner Arbeitsagentur einen fast ebenso deutlichen Anstieg bei den gemeldeten Ausbildungsstellen. Was sich auf den ersten Blick wie ein krasser Widerspruch ist aufgrund der unterschiedlichen Erhebungsmethoden der drei Institutionen und bei näherer Betrachtung eben kein Gegensatz. Die Bilanz für das Ausbildungsjahr 2009 fällt indes bei allen Beteiligten der heutigen Pressekonferenz zur Bilanz des diesjährigen Ausbildungsjahres "verhalten positiv" aus.
So wies die Industrie- und Handelskammer IHK für das Kölner Stadtgebiet in diesem Jahr 4888 neu abgeschlossene Ausbildungsverträge aus. Damit lag die Zahl um 541 oder fast genau zehn Prozent unter dem Niveau des Vorjahres. Bei der Kölner Handwerkskammer (HWK) waren in der Domstadt mit 2244 neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen noch 151 oder 5,8 Prozent weniger gemeldet worden als im Vorjahr. Ganz anders der Trend bei der Kölner Arbeitsagentur. Hier registrierten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sogar eine deutliche Zunahme bei den gemeldeten Ausbildungsstellen. Mit 6099, davon 5888 betriebliche, lag die Zahl um 505 oder neun Prozent über der Stellenzahl von vor einem Jahr. Allerdings weist auch die Statistik der Bundesbehörde für Köln einen Wermutstropfen auf. Mit 4977 Jugendlichen suchten in diesem Jahr deutlich weniger (- 4,6 Prozent) die Berufsberatung der Kölner Arbeitsvermittler auf. Für diejenigen, die sich trotzdem bei der Agentur gemeldet haben, lag das Verhältnis zwischen Ausbildungsstellen und Ausbildungssuchenden bei einem positiven Wert von 1,23 Stellenangeboten pro Bewerber.
Doch selbst der beginnende demografische Knick konnte die Zahl der so genannten "Altbewerber" nicht wesentlich reduzieren. Immer noch liegt deren Zahl bei 2590. Das sind zwar 291 oder 9,2 Prozent weniger als im Vorjahr. Immerhin waren der Arbeitsagentur zum Ende vergangenen Monats nur noch 54 Bewerber bekannt, die noch keine Ausbildungsstelle innehatten. Denen standen 386 Stellenangebote gegenüber, die zu diesem Zeitpunkt noch unbesetzt waren. Karl Tymister, Geschäftsführer der Kölner Arbeitsagentur, zog trotzdem ein positives Fazit. "Das Interesse der Jugendlichen an einer betrieblichen Ausbildung ist weiterhin hoch. Wir haben mehr Ausbildungsstellen eingeworben und besetzt. Das zeigt, dass uns die Kölner Arbeitgeber vertrauen", so das Fazit von Tymister.
Etwas ernüchternder klingt das Fazit der Kölner IHK. "Manchen Mitgliedsunternehmen fehlen die Jugendlichen, weil sie aufgrund der allgemeinen Unsicherheit lieber noch eine Warteschleife in der Schule drehen", erläuterte der für Ausbildungsfragen zuständige IHK-Geschäftsführer Gregor Berghausen. Demnach sei die Wirtschaftskrise nun auch in den Köpfen angekommen, vermuten der IHK-Ausbildungsexperte. Was derzeit häufig fehle, ist schlicht der Mut zur Ausbildung. Immerhin könne man mit einem fertig gelernten Ausbildungsberuf auch später noch eine akademische Laufbahn einschlagen. Berghausen forderte aus Sicht der Kammer eine stärkere Vernetzung von Schule und Wirtschaft, aber auch gezielte Imagepflege für bestimmte Berufsgruppen. "Insgesamt sind wir glimpflich davon gekommen", so das abschließende Fazit von Berghausen.
Als "nicht dramatisch" bezeichnete Paul Panzer, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Kölner Handwerkskammer den Rückgang der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge in diesem Jahr. Seit 2005 habe das Kölner Handwerk sein Ausbildungsangebot kontinuierlich ausgeweitet. Hinzu komme, dass das Vergleichsjahr 2007/08 einen bislang historischen Rekord bei der Zahl neuer Ausbildungsverträge verzeichnet hat. Zu Beginn dieses Jahres geäußerte Befürchtungen, der Ausbildungsmarkt könnte in diesem Krisenjahr um einen zweistelligen Prozentbetrag zurückgehen, haben sich indes nicht bewahrheitet, zumindest nicht im Kölner Handwerk, wie Panzer betonte. Geholfen hat dabei sicherlich ein regelrechter "Endspurt" zum Ende des Ausbildungsjahres. Alleine im Monat September 2009 sind nach Auskunft der Handwerkskammer 1073 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen worden. Auch im Oktober erwartet Panzer für das Kölner Handwerk ein gutes Ergebnis. "Wir brauchen immer gute Fachleute", ergänzte denn auch der Gastgeber der heutigen Pressekonferenz, Paul Josef Schloeßer. Seine beiden Unternehmen Utronic und Fernsehmeister haben in diesem Ausbildungsjahr zwei junge Auszubildende neu eingestellt.
Das Ausbildungsjahr ist allerdings keineswegs zu Ende, wie die Verantwortlichen abschließend unterstrichen. Am kommenden Donnerstag (22. Oktober 2009) wird in der Kölner Arbeitsagentur, im Berufsinformationszentrum, zwischen 9 und 13 Uhr eine so genannte Nachvermittlungsveranstaltung stattfinden. Die Agentur hofft, dass alle Ausbildungssuchenden sich diesen Termin in ihrem Kalender eintragen.

























